Jetzt jagt er Doumbias Rekord

YBs Jean-Pierre Nsame ist die heisse Nummer im Schweizer Fussball. Mit seiner Torquote hat er gar die Super-League-Bestmarke im Visier.

Dreierpack komplett: Jean-Pierre Nsame trifft gegen Sion zum dritten Mal – nach noch nicht einmal 30 Minuten. Video: SRF

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Nein, die Show stehlen lassen wollte er sich wirklich nicht. Nicht jetzt. Nicht in dieser Phase. Also musste Jean-Pierre Nsame beim Super-League-Spiel in Sion etwas tun, spätestens als Pajtim Kasami mit seinem Doppelpack zum 2:2 ausglich. Sechs Minuten brauchte Nsame, um nach Kasamis zweitem Tor nachzulegen. Der Kameruner, der sein Team zuvor schon in den ersten 138 Spielsekunden 2:0 in Führung geschossen hatte, erzielte seinen dritten Treffer – gespielt war noch keine halbe Stunde.

Es waren seine Tore 13 bis 15, im 15. Ligaspiel. Europaweit erzielte nur Robert Lewandowski (16) mehr Treffer. Wettbewerbsübergreifend traf Nsame in 24 Spielen für YB 21 Mal und lieferte noch vier Assists. In der Liga braucht der 26-Jährige aktuell im Schnitt 81 Minuten, um einen Treffer zu erzielen. Zum Vergleich: In der Saison 2017/18 wurde Albian Ajeti mit 17 Toren Torschützenkönig.

Bricht er den Rekord?

Eine Marke, die für Nsame nur noch Formsache sein dürfte. Der Stürmer, eigentlich als Backup für Guillaume Hoarau vorgesehen, hat grössere Ziele vor Augen. Denn seit Bestehen der Super League (2003/04) hatte erst einer nach 15 Spielen mehr Tore auf dem Konto: In der Saison 2009/10 traf Doumbia 16 Mal. Die Saison schloss der Ivorer mit 30 Treffern ab – Rekord in der Super-League-Ära. Hält Nsame seinen aktuellen Toreschnitt, käme er auf 36.

Es wäre die Krönung seines steilen Aufstiegs, seit der Mittelstürmer 2016 in die Schweiz zog. Während seiner einzigen Saison bei Servette in der Challenge League war er in 31 Spielen an 28 direkt beteiligt (23 Tore, 5 Assists), bei YB startete er im Jahr darauf etwas gemächlicher. 13 Tore waren es in der ersten Super-League-Saison, 2018/19 steigerte er sich auf 15 Treffer – nun hat er also nach nicht einmal der Hälfte so viele auf dem Konto.

Luxusproblem für Seoane

Damit erschwert Nsame seinem Trainer die Arbeit, sind er und Hoarau doch etwas gar ähnliche Spielertypen, als dass sie oft gleichzeitig auf dem Platz stehen dürften. Eher ist es der pfeilschnelle Roger Assalé, der einen der beiden Stürmertanks begleitet. Und Gerardo Seoane bleibt somit die Qual der Wahl, ob er auf den zuletzt immer wieder verletzten, aber eigentlichen Leistungsträger und letztjährigen Torschützenkönig Hoarau setzen soll – oder doch auf den vielleicht konstantesten YB-Spieler der ersten Saisonhälfte.

Zoff zwischen den beiden Konkurrenten hat Seoane immerhin nicht zu erwarten. Denn Nsame blickt zu seinem Teamkollegen auf, er ist eine Art Vorbild. Oder in den Worten des Mannes der Stunde in der Super League: «Gui ist unser grosser Bruder.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: (fas)

Erstellt: 25.11.2019, 12:15 Uhr

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