«Jetzt muss auch die Mannschaft dafür büssen»

Dem FC Zürich droht der sportliche Super-GAU. Doch der Club hat zurzeit noch ganz andere Probleme. Und Raimondo Ponte, der Trainer des heutigen Gegners sagt, weshalb Yapi-Treter Sandro Wieser nicht spielt.

Ein weiser Entscheid: FCZ-Präsident Ancillo Canepa (r.) hält auch in schweren Zeiten an Trainer Urs Meier fest.

Ein weiser Entscheid: FCZ-Präsident Ancillo Canepa (r.) hält auch in schweren Zeiten an Trainer Urs Meier fest. Bild: Keystone

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Die Zahlen sind vernichtend: Für den FCZ setzte es zuletzt fünf Niederlagen in Serie ab, das Ausscheiden des Titelverteidigers zu Hause im Cup gegen Sion war dann der absolute Tiefpunkt. Und jetzt droht dem Club, der mit so viel Ambitionen und sogar Titelträumen in die Saison gestartet war, der Super-GAU, sollte er auch die Europa League verspielen. Dann hätte er nämlich sämtliche Saisonziele sang- und klanglos verpasst.

Der FC St. Gallen konnte am vergangenen Samstag durch den 2:1-Sieg punktemässig auf den Viertplatzierten FCZ aufschliessen. «Wir haben zwar verloren. Wir wurden aber für eine gute Leistung bitter bestraft», sagt FCZ-Trainer Urs Meier. In der Startformation hätten nicht weniger als sechs Spieler der U-21 und ein Debütant gestanden. «Da standen Spieler in unserer Mannschaft, die teilweise 100 oder 200 Super-League-Spiele weniger absolviert haben als einige Spieler des Gegners.» Da hätten verständlicherweise die Erfahrung und auch eine gewisse Cleverness gefehlt.

«Wer sich jetzt durchbeisst, hat schon viel gewonnen»

Doch Meier gewinnt der vielleicht schwierigsten Phase seiner bisherigen Trainerkarriere auch viel Gutes ab. «In einer solchen Negativspirale, in der wir stecken, kann ein junger Spieler auch sehr viel lernen für seine Zukunft und für seine Entwicklung in seiner Karriere. «Wer sich jetzt durchbeisst, der hat einiges gelernt und schon sehr viel gewonnen.»

Heute spielt der FCZ im Aarauer Brügglifeld gegen den Tabellenletzten. «Aarau steht mit dem Rücken zur Wand, hat mit dem Sieg zuletzt in Vaduz aber wieder Moral und Selbstvertrauen getankt», sagt Meier und spricht von einem schweren Spiel. «Schon beim 0:0 im Letzigrund noch unter Sven Christ hat der FCA hervorragend gespielt.»

Der Gästesektor bleibt in Aarau gesperrt

Meier ist jedoch davon überzeugt, dass seine Mannschaft in Aarau den Turnaround schafft. «Wir haben in dieser Woche wieder hart an unseren Defiziten gearbeitet. Wir müssen schneller umschalten und effizienter im Abschluss werden. Doch ich habe schon gegen St. Gallen einige Verbesserungen festgestellt, auch wenn eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz stand.»

Der FCZ hat zurzeit aber nicht nur ein sportliches Problem. Nach den Ausschreitungen von Basel, als Chaoten im Zürcher Sektor Böller, Petarden und Pyros zündeten, droht durch die Disziplinarkommission des Verbandes eine saftige Busse. Und Präsident Ancillo Canepa rechnet sogar mit einem Geisterspiel zu Hause, das der FCZ unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen müsste. Auch heute im Aarauer Brügglifeld wird es keine FCZ-Anhänger geben.

«Uns fehlt der 12. Mann»

Die Kantonspolizei Aargau wies nach Absprache mit Polizeidirektor Urs Hofmann den FC Aarau als Heimclub an, den Gäste­sektor im Brüggli­feld geschlossen zu lassen. Ausserdem dürfen die SBB den FCZ-Fans keinen Sonderzug zur Verfügung stellen. Die Polizei hat die Befugnis für solche Massnahmen. Als drastischstes Mittel könnte sie gar die Bewilligung für die Durchführung einer Partie verweigern.

Ponte verzichtet auf Wieser

«Jetzt büssen wir alle für die die schlimmen Vorfälle», sagt Urs Meier. Auch die anständigen FCZ-Fans würden bitter bestraft. «Unsere tollen Fans, die wahren FCZler nämlich, dürfen nicht ins Stadion. Uns fehlt deshalb auch die akustische Unterstützung, also der 12. Mann, der in einem Spiel enorm wichtig sein kann.»

Aaraus Trainer Raimondo Ponte verzichtet freiwillig auf Sandro Wieser, der am 9. November 2014 im Brügglifeld mit einem brutalen Foul FCZ-Mittelfeldspieler Gilles Yapi das Knie zerfetzt hatte und dafür mit sechs Spielsperren belegt wurde. «Obwohl Sandro in dieser Woche hervorragend trainiert hat, gebe ich ihm am Wochenende frei », sagt Ponte. Es sei eine reine Schutzmassnahme.

«Schon bei seinem ersten Foul, das nun mal in jedem Fussballspiel passiert, könnten die Emotionen sofort und unnötig wieder hochkochen. Und das brauchen wir nicht. Ich will das Risiko erst gar nicht eingehen. Was wir brauchen, ist Ruhe und einen kühlen Kopf im Kampf gegen den Abstieg, der ansonsten schon genug hektisch ist. » (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.04.2015, 06:49 Uhr

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36. Runde

02.06.FC Basel 1893 - FC St. Gallen4 : 1
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02.06.FC Sion - Grasshopper Club1 : 1
02.06.FC Vaduz - FC Thun1 : 3
02.06.BSC Young Boys - FC Lausanne-Sport2 : 0
Stand: 02.06.2017 22:38

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.FC Basel 189336268292:3586
2.BSC Young Boys36209772:4469
3.FC Lugano361581352:6153
4.FC Sion361561560:5551
5.FC Luzern361481462:6650
6.FC Thun3611121358:6345
7.FC St. Gallen361181743:5741
8.Grasshopper Club361081847:6138
9.FC Lausanne-Sport36981951:6235
10.FC Vaduz36792045:7830
Stand: 02.06.2017 22:39

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