Jetzt spricht erstmals der oberste VfB-Chef zum Fall Gross

Dieter Hundt, der VR-Präsident beim VfB Stuttgart, äusserte sich in den «Stuttgarter Nachrichten» vielsagend zur Position von Trainer Christian Gross.

Schicksalsspiel: Am übernächsten Samstag auf Schalke heisst es für Christian Gross «alles oder nichts».

Schicksalsspiel: Am übernächsten Samstag auf Schalke heisst es für Christian Gross «alles oder nichts». Bild: Reuters

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Beim Tabellenletzten der Bundesliga verhärten sich die Indizen, dass die Tage von Christian Gross in Stuttgart gezählt sind – sofern der Coach mit seiner Mannschaft nicht sofort für die sportliche Wende sorgen kann. Dieter Hundt, der VR-Präsident beim VfB, äusserte sich in den «Stuttgarter Nachrichten» vielsagend: «Wir haben keine Trainerdiskussion. Aber natürlich müssen wir uns Gedanken machen, was geschieht, wenn der Misserfolg anhält.» Und er dementierte Gerüchte um eine Rückkehr von Christoph Daum zum schwäbischen Verein nicht grundsätzlich.

Auf die Frage, wie gross das Vertrauen in Gross sei, antwortete Hundt: «Er hat in der vergangenen Saison erfolgreich gearbeitet. Warum das jetzt nicht mehr so ist, ist für mich ein Rätsel.» Von Schuldzuweisungen halte er in dieser Situation nichts. «Aber natürlich ist es jetzt die Aufgabe des Trainers, schnell Massnahmen zu ergreifen, um aus der Misere herauszukommen.»

Der Schatten von Daum

Eine vollumfängliche Rückendeckung für den aktuellen Trainer tönt anders. Im Prinzip bedeutet das nichts anders, dass Gross mit seinem Personal das prominente Abstiegsduell am 16. Oktober auf Schalke auf keinen Fall verlieren darf. Ansonsten droht ihm eine Entlassung. Selbst bei einem Unentschieden wäre nicht sicher, ob der Schweizer sein Amt beim krisengeschüttelten VfB weiter ausüben könnte. Denn der Schatten von Daum ist gross, und der mögliche Rückkehrer geniesst viel Kredit im Stuttgarter Umfeld.

Spitzenfunktionär Hundt fragte sich im Interview mit der Lokalzeitung zudem: «Warum rufen die Spieler ihr Leistungspotenzial nicht ab? Viele sind meilenweit von ihrer Normalform entfernt.» Das sei doch nicht die Sache des Aufsichtsrates.

Aber wohl doch des Trainers. Denn der VR-Chef betonte, dass der VfB in den Sommermonaten über 12 Millionen Euro in das Kader investiert habe. «Damit liegen wir im Ligavergleich unter den Top 5.» Trotz der Malaise ist Hundt voller Hoffnung. «Ich habe keine Angst, dass der VfB absteigt.» Das Potenzial der Mannschaft sei so gut, dass man vom Tabellenende wegkomme.

Die Frage ist, mit welchem Coach.

Erstellt: 08.10.2010, 13:17 Uhr

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