Kahn fordert Transfersperre für Trainer

Das abrupte Ende von Thorsten Finks Engagement beim FC Basel war der grosse Aufreger der vergangenen Fussball-Woche. Nun schaltet sich Finks ehemaliger Bayern-Kollege Oliver Kahn in die Diskussion ein.

Aus einem laufenden Vertrag gekauft: Thorsten Fink war dem HSV rund eine Million Franken wert.

Aus einem laufenden Vertrag gekauft: Thorsten Fink war dem HSV rund eine Million Franken wert. Bild: Keystone

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Oliver Kahn kann zwar verstehen, dass Thorsten Fink das Angebot des Bundesligisten Hamburger SV angenommen hat, der langjährige deutsche Nationaltorhüter würde sich aber mehr Kontinuität und Vertragstreue im Spitzenfussball wünschen, auch seitens der Trainer. «Warum gibt es Transferfenster für Spieler, aber keine für Trainer? Die Diskussion ist vor einem halben Jahr kurz geführt worden, als Felix Magath wenige Tage nach seiner Entlassung auf Schalke beim VfL Wolfsburg unterschrieb. Bedauerlicherweise ist die Debatte folgenlos geblieben - eine vergebene Chance, wie ich finde», schreibt Kahn in seiner Eurosport-Kolumne.

«Meiner Meinung nach gibt es gute Gründe, auch für Trainer feste Wechselperioden einzuführen. Sie sollten deckungsgleich mit denen für Spieler sein», so Kahn weiter. «Entlässt ein Verein ausserhalb der Wechselfristen seinen Trainer, dürfte er einen vereinslosen Coach anheuern, aber keinen unter Vertrag stehenden Trainer abwerben. Ziel einer solchen Neuerung wäre es, für mehr personelle und damit auch konzeptionelle Nachhaltigkeit in den Klubs zu sorgen. Personelle Schnellschüsse würden im Idealfall seltener werden, die Trainer bekämen mehr Zeit, ihre Vorstellungen umzusetzen.»

Fink, so findet Kahn, sei eine sehr gute Lösung für den HSV. Seine Entscheidung, vom Champions-League-Teilnehmer FC Basel zum Tabellenletzten des deutschen Oberhauses zu wechseln, berge aber ein gewisses Risiko. Der zweimalige Basler Meistermacher sei parallel als Retter und als Perspektivtrainer gefordert: «Seine Massnahmen müssen schnell greifen und trotzdem langfristig gedacht sein - ein reizvolles Unterfangen für einen ambitionierten Trainer.»

Der U-21-Trainer folgte Fink nach Hamburg

Wie Kahn hatte auch ein Teil der Leserschaft von Tagesanzeiger.ch/Newsnet Kritik an der Vorgehensweise des HSV bei Finks Verpflichtung geäussert. In Hamburg stellten skeptische HSV-Fans die Frage, ob der Neue aus Basel für ihren Klub der Richtige sei, da er es mit der Vertragstreue nicht so genau nehme. Fink, so die Befürchtungen, könnte auf einen Wechsel drängen, sollte ihm ein stärkerer Verein, etwa der FC Bayern, zu gegebener Zeit ein lukratives Angebot unterbreiten.

Weiteren Zündstoff in die Affäre Fink brachte die Verpflichtung des bisherigen Basler U-21-Trainers Patrick Rahmen durch den Hamburger SV. Der 43-Jährige, der acht Jahre im Staff des FCB arbeitete, erhielt vom Schweizer Meister trotz eines Vertrags bis Sommer 2012 die Freigabe. Schon im vergangenen Jahr, als Armin Veh in Hamburg noch Trainer war, hatte der damalige Sportchef Urs Siegenthaler Rahmen abwerben wollen.

Erstellt: 18.10.2011, 10:29 Uhr

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Einst Goalie, heute Kolumnist und TV-Experte: Oliver Kahn. (Bild: Keystone )

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