Kam Greenpeace durchs Altersheim?

Die Fussballwelt fragte sich gestern, wie die Aktivisten samt Klettermaterial bloss in den St. Jakob-Park gelangten. Nun gibt es erste Hinweise. Ein Insider sagt, die Polizei sei informiert gewesen.

Wilde Aktion von Greenpeace: Vier Kletterer hängen über der Tribüne im St. Jakob-Park ein Banner auf.

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Heute Morgen trifft sich die Clubführung des FC Basel mit den Sicherheitsverantwortlichen, um den unruhigen Teil des gestrigen Abends im St. Jakob-Park aufzuarbeiten. Rund vier Minuten nach Spielbeginn hatten sich vier Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace vom Dach der Haupttribüne abgeseilt, um mit einem 28 Meter breiten Banner gegen Schalke- und Uefa-Hauptsponsor Gazprom und Ölbohrungen in der Arktis zu demonstrieren.

Die grosse Frage ist, wie die Aktivisten trotz grosser Sicherheitsvorkehrungen unbehelligt auf das Stadiondach kommen konnten. Die Antwort ist vielleicht ziemlich einfach. Möglicherweise konnten sie sich über das in den Stadionmantel integrierte Altersheim Zugang verschaffen, das ausserhalb der Kontrolle des FCB und seines Sicherheitsdienstes liegt.

Diese Theorie bestätigt ein Greenpeace-Aktivist, der an der Aktion beteiligt war, gegenüber «Radio 24». Zudem habe die Basler Polizei von der Aktion Kenntnis gehabt, bestätigt der Aktivist: «Zur Sicherheit wurde die Polizei zu Beginn der Aktion informiert. Die Polizei hat demnach von der ersten Minute an gewusst, dass Greenpeace hinter der Aktion steckt».

Was macht die Uefa?

Nach dem Protest nahm die Polizei insgesamt 14 Aktivisten fest. Sie waren wie bei anderen spektakulären Aktionen von Greenpeace bestens organisiert gewesen. FCB-Präsident Bernhard Heusler sah unmittelbar nach Spielbeginn, wie die Greenpeace-Mitglieder über die Brüstung des Dachs stiegen, ein paar Sekunden danach wurde er vom Sicherheitsdienst informiert, dass es sich um Greenpeace handelt. Was danach passierte, verfolgte Heusler in der Sicherheitsleitzentrale des Stadions.

Es ist unsicher, ob sich der FCB heute zur Angelegenheit detailliert äussert. Leitet die Uefa ein Disziplinarverfahren ein und drohen dem FCB Konsequenzen (vermutlich in Form einer Busse), könnte der Club zum Schweigen angehalten sein.

Erstellt: 02.10.2013, 08:49 Uhr

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