Klatsche für Kloten, Bern erobert Tabellenführung

Kloten verliert 0:7 gegen Zug und kassiert die höchste Saisonniederlage. Bern schlägt Genf, Biel gewinnt auch das zweite Spiel nach der Ära Schläpfer.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Goalie Tobias Stephan benötigte 31 Paraden für seinen bereits vierten Shutout in der laufenden NLA-Saison. Stephans Teamkollege Carl Klingberg erzielte erstmals in der NLA drei Tore in einem Spiel. Vor der Partie hatte der auf diese Saison hin in die NLA gekommene Schwede ebenfalls drei Tore auf dem Konto. Dafür benötigte er allerdings noch 21 NLA-Spiele.

Die Zentralschweizer erteilten den Zürcher Unterländern eine Lektion. Zug war kompakter, im Abschluss kaltblütiger und praktizierte ein viel dynamischeres Transition-Game. Der höchste EVZ-Sieg in Kloten seit Einführung der NLA-Playoffs in den Achtzigerjahren war der Lohn für die Überlegenheit.

Kloten tat sich schwer im Spielaufbau. Im ersten Drittel zeichnete Goalie Martin Gerber noch dafür verantwortlich, dass die Gastgeber nicht höher als 0:2 in Rückstand gerieten. Als im Mitteldrittel in der ersten Phase des Mitteldrittels eine doppelte Klotener Überzahlphase von 103 Sekunden Dauer ohne Ertrag blieb, setzte sich Zug ab.

Die Gastgeber kassierten am Ende die vierte Niederlage aus den letzten fünf Spielen. Drei der letzten vier Niederlagen erfolgten nach Bekanntgabe der Vertragsverlängerung mit Trainer Pekka Tirkkonen. Zudem erlitten die Zürcher Unterländer am Freitag im elften Saison-Heimspiel schon die siebte Schlappe.

Bei Kloten gab Nationalstürmer Matthias Bieber nach einmonatiger Verletzungspause immerhin sein Comeback als 13. Stürmer.

SCL Tigers - Davos: Tigers siegen nach Rückstand

Die SCL Tigers drehten gegen Davos ein 0:1 in ein 2:1. Beide Tore bereitete Rob Schremp vor.

Dass der Anfang Oktober verpflichtete Trainer Heinz Ehlers die mit neun Niederlagen in die Saison gestarteten Tigers stabilisiert hat, unterstreicht die Statistik. Zwar verloren die Emmentaler vor dem Spiel gegen Davos erstmals unter Ehlers zwei Partien in Serie, nun kehrten sie aber zum Siegen zurück.

Nur 169 Sekunden nach der Davoser Führung durch Robert Kousal (9.) glich Elo Eero die Partie in der zum dritten Mal in Folge ausverkauften Ilfishalle aus. Und nach nur 48 Sekunden im Mitteldrittel zeichnete Thomas Nüssli, der wie Eero zum achten Mal in dieser NLA-Saison traf, mit einem Gewaltschuss für das entscheidende 2:1 verantwortlich. Zu beiden Toren liess sich Rückkehrer Rob Schremp den ersten Assist gutschreiben - der Amerikaner war in den letzten drei Spielen verletzt gewesen.

Die Tigers zeigten eine abgeklärte Leistung, machten im letzten Abschnitt hinten dicht. Deshalb kam der nur mit drei Ausländern angetretene HCD, der in den fünf Partien zuvor nicht weniger als 22 Tore erzielte hatte, in den letzten 20 Minuten zu keiner klaren Ausgleichschance mehr. Für Langnau war es im zwölften Heimspiel der Saison erst der vierte Sieg - alle unter Ehlers erzielt.

Biel - Lugano: Biel nimmt Schwung aus Genf mit

Biel nahm den Schwung vom 1:0-Sieg in Genf mit und besiegte Lugano verdientermassen mit 3:1. Der kanadische Interims-Trainer Mike McNamara feierte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel als Headcoach der Seeländer.

Das 2:0 von Jan Neuenschwander nach Spielmitte (31.) war bereits der Gamewinner. Matthias Rossi besiegelte mit einem Schuss ins leere Tor die letzten Zweifel am Sieg der Seeländer. Biel verzeichnete im Vergleich zur Niederlagenserie vor dem Trainerwechsel genau wie in Genf einer tiefere Fehlerquote in der Defensive.

Lugano kassierte die fünfte Niederlage aus den letzten sechs Spielen. Stellvertretend für die kleinen Nachlässigkeiten beim Playoff-Finalisten der letzten stand Goalie Elvis Merzlikins. Der Held der letzten NLA-Playoffs kassierte im Powerplay der Seeländer das Gegentor durch Julian Schmutz zwischen den Schonern hindurch.

Ambri-Piotta - Lausanne: Ambri beendet Rolle als Punktlieferant

NLA-Schlusslicht Ambri-Piotta beendete nach fünf Niederlagen in Folge mit einem 3:0 im Schlussdrittel seine Negativserie. Die Leventiner siegten am Ende mit 3:2.

Lausanne wurde nach der 2:0-Führung zu passiv und liess die bis dahin offensiv harmlosen Leventiner ins Spiel kommen. Ambri erreichte dann im Schlussdrittel eine nicht mehr für möglich gehaltene Intensität.

Cory Emmerton und Thibaut Monnet, der aus spitzem Winkel den Puck präzis ins Lattenkreuz beförderte, sorgten in den ersten drei Minuten des Schlussdrittels für den Gleichstand.

Und Ambris Interims-Captain Adam Hall realisierte gut eineinhalb vor Spielende für den Gamewinner. Unmittelbar davor hatte Ambri noch zwei Lattenschüsse verzeichnet. Und nach dem 3:2 hielt Ambris Goalie Sandro Zurkirchen den Sieg mit einem gehaltenen Penalty gegen Jeffrey fest.

Ambris Sportchef Ivano Zanatta stand gegen Lausanne als Assistent an der Bande. Der Italo-Kanadier unterstützte oder «überwachte» Headcoach Hans Kossmann, dessen Ablösung nach zehn Niederlagen aus den elf NLA-Spielen vor Freitag noch beschlossene Sache schien.

Zanatta (56) wirkte als Headcoach unter anderem schon bei Lugano und SKA St. Petersburg. Zweiter Assistent von Kossmann gegen Lausanne war der Russe Dimitri Zygurow, der seinerseits erst Ende Oktober als «Verstärkung» für Kossmann in den Trainerstab des Nordtessiner NLA-Teams integriert worden war.

Bei Ambri-Piotta gab der finnische Offensiv-Verteidiger Mikko Mäenpää nach fünfwöchiger Verletzungspause sein Comeback.

Genève-Servette - Bern: Bern gewinnt spektakuläre Partie

Der SC Bern verspielte bei Genève-Servette eine 3:0-Führung, feierte aber am Ende in einer spektakulären Partie mit 4:3 doch den neunten Meisterschaftssieg in Serie. Dadurch löste der Titelverteidiger die spielfreien ZSC Lions als Leader der NLA ab.

Genf war zuletzt kein gutes Pflaster für die Berner, verloren sie doch sechs der acht vorangegangenen Partien. Derzeit scheint den Schweizer Meister jedoch nichts stoppen zu können. Nach einem völlig missratenen Mitteldrittel (0:3) fing sich der SCB wieder. Das 4:3 erzielte Mark Arcobello in der 58. Minute im Powerplay mit einem fantastischen Schuss. Es war bereits der 14. Saisontreffer in der NLA für den neu verpflichteten Kanadier und das zweite Überzahl-Tor der Berner an diesem Abend.

Zunächst hatte alles nach einem klaren Sieg für den SCB ausgesehen. Andrew Ebbett (11.), Tristan Scherwey nach einem genialen Pass von Verteidiger Beat Gerber (14.) und Simon Bodenmann im Powerplay brachten den Schweizer Meister in den ersten 17 Minuten 3:0 in Führung. Alle drei waren zum zweiten Mal in der laufenden NLA-Saison erfolgreich. Die Genfer kehrten aber wie verwandelt aus der ersten Pause zurück. Daniel Rubin (29.), Romain Loeffel (31.) und Auguste Impose mit seinem ersten Tor in der NLA (33.) brachten Servette innert genau vier Minuten ins Spiel zurück.

Dennoch erlitten die Genfer im zwölften Heimspiel im laufenden Championat die sechste Niederlage. In der vergangenen Qualifikation hatten sie bloss fünfmal vor heimischem Publikum verloren. Zumindest einen Punkt hätte Servette allerdings verdient.

Kloten - Zug 0:7 (0:2, 0:1, 0:4) 4731 Zuschauer. - SR Mandioni/Vinnerborg, Castelli/Kovacs. Tore: 3. Immonen (McIntyre/Ausschluss Back) 0:1. 4. Klingberg 0:2. 29. McIntyre (Helbling) 0:3. 43. McIntyre (Zangger, Lammer) 0:4. 45. Klingberg 0:5. 48. Klingberg (Schlumpf) 0:6. 58. Diaz 0:7. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Kloten, 4mal 2 Minuten gegen Zug. PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Martschini. Kloten: Martin Gerber; Sanguinetti, Frick; Stoop, Weber; Back, Harlacher; Bircher; Praplan, Santala, Hollenstein; Grassi, Shore, Sheppard; Romano Lemm, Schlagenhauf, Kellenberger; Obrist, Homberger, Leone; Bieber. Zug: Stephan; Diaz, Morant; Helbling, Grossmann; Schlumpf, Erni; Fohrler, Simon Lüthi; Martschini, Holden, Suri; Klingberg, Immonen, Senteler; Zangger, McIntyre, Lammer; Peter, Diem, Schnyder. Bemerkungen: Kloten ohne Boltshauser (rekonvaleszent/bestritt am Freitag erstes Aufbauspiel mit Winterthur) sowie Ramholt und von Gunten (beide verletzt), Zug ohne Alatalo (verletzt). - 1. (0:55) Pfostenschuss Grassi. - 4. Timeout Kloten.

SCL Tigers - Davos 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) 6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Koch/Staudenmann, Abegglen/Gnemmi. Tore: 9. Kousal (Schneeberger, Ambühl) 0:1. 12. Elo (Schremp, Randegger) 1:1. 21. Nüssli (Schremp) 2:1. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 1mal 2 Minuten gegen Davos. PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Lindgren. SCL Tigers: Punnenovs; Koistinen, Seydoux; Müller, Weisskopf; Randegger, Zryd; Elo, Schremp, Nils Berger; DiDomenico, Albrecht, Nüssli; Kuonen, Schirjajew, Lindemann; Roland Gerber, Adrian Gerber, Moggi. Davos: Senn; Schneeberger, Forster; Du Bois, Jung; Heldner, Paschoud; Rampazzo, Kindschi; Sciaroni, Kousal, Ambühl; Marc Wieser, Lindgren, Ruutu; Simion, Corvi, Dino Wieser; Kessler, Walser, Egli. Bemerkungen: SCL Tigers ohne Shinnimin (überzähliger Ausländer), Haas, Stettler, Blaser und Pascal Berger. Davos ohne Axelsson, Jörg, Aeschlimann und Rahimi (alle verletzt). - Davos ab 59:12 ohne Goalie.

Biel - Lugano 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) 5130 Zuschauer. - SR Eichmann/Piechaczek, Progin/Wüst. Tore: 19. Schmutz (Ausschluss Hirschi) 1:0. 31. Jan Neuenschwander (Lundin, Jecker/angezeigte Strafe) 2:0. 45. Hofmann (Bürgler, Damien Brunner) 2:1. 60. (59:02) Rossi (Jan Neuenschwander) 3:1 (ins leere Tor). Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Biel, 5mal 2 Minuten gegen Lugano. PostFinance-Topskorer: Rajala; Klasen. Biel: Hiller; Dave Sutter, Fey; Maurer, Wellinger; Jecker, Lundin; Valentin Lüthi, Steiner; Dufner, Gaëtan Haas, Rajala; Rossi, Neuenschwander, Pedretti; Micflikier, Pouliot, Schmutz; Wetzel, Fabian Sutter, Fabian Lüthi. Lugano: Merzlikins; Chiesa, Sannitz; Julien Vauclair, Ronchetti; Riva, Hirschi; Sartori; Brunner, Hofmann, Klasen; Bürgler, Martensson, Lapierre; Walker, Gardner, Reuille; Fazzini, Zackrisson, Morini; Romanenghi. Bemerkungen: Biel ohne Joggi (gesperrt), Earl, Tschantré und Horansky (alle verletzt), Lugano ohne Wilson, Furrer und Bertaggia (alle verletzt). - Lugano von 58:48 bis 59:02 ohne Torhüter.

Ambri-Piotta - Lausanne 3:2 (0:1, 0:1, 3:0) 4078 Zuschauer. - SR Fischer/Wehrli, Kaderli/Obwegeser. Tore: 13. Harri Pesonen (Ryser/angezeigte Strafe) 0:1. 40. (39:27) Ryser (Jeffrey, Herren/Ausschluss Fora) 0:2. 41. (40:28) Emmerton (Janne Pesonen) 1:2. 43. Monnet (Emmerton) 2:2. 59. Hall (Berthon) 3:2. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 4mal 2 Minuten gegen Lausanne. PostFinance-Topskorer: Emmerton; Genazzi. Ambri-Piotta: Zurkirchen; Zgraggen, Mäenpää; Fora, Gautschi; Ngoy, Jelovac; Trunz, Collenberg; Monnet, Emmerton, Janne Pesonen; Berthon, Hall, Lauper; Kostner, Fuchs, Bianchi; Lhotak, Kamber, Bastl. Lausanne: Huet; Nodari, Genazzi; Trutmann, Junland; Gobbi, Fischer; Borlat; Walsky, Froidevaux, Harri Pesonen; Schelling, Miéville, Déruns; Ryser, Jeffrey, Herren; Benjamin Antonietti, Kneubühler, Ledin. Bemerkungen: Ambri ohne Duca, Guggisberg und D'Agostini (alle verletzt) sowie Sven Berger (krank), Lausanne ohne Danielsson (überzähliger Ausländer), Lardi, Augsburger, Savary und Florian Conz (alle verletzt). - 43. Timeout Lausanne. - Latte: 45. Monnet, 53. Kamber. - Lausanne ab 59:00 ohne Torhüter. - 60. (59:14) Zurkirchen hält Penalty von Jeffrey.

Genève-Servette - Bern 3:4 (0:3, 3:0, 0:1) 6046 Zuschauer. - SR Kurmann/Massy, Borga/Küng. Tore: 11. Ebbett 0:1. 14. Scherwey (Gerber, Berger) 0:2. 17. Bodenmann (Plüss/Ausschluss Rod) 0:3. 29. Rubin (Impose, Jacquemet) 1:3. 31. Loeffel (Romy/Ausschlüsse Petschenig; Müller) 2:3. 33. Impose (Mercier) 3:3. 58. Arcobello (Rüfenacht/Ausschluss Slater) 3:4. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 6mal 2 Minuten gegen Bern. PostFinance-Topskorer: Spaling; Arcobello. Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Fransson; Loeffel, Kast; Mercier, Petschenig; Vukovic; Wick, Slater, Rod; Simek, Almond, Spaling; Riat, Romy, Gerbe; Traber, Rubin, Impose; Schweri. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Kamerzin, Gerber; Jobin, Krueger; Kreis; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Berger, Plüss, Scherwey; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Reichert, Macenauer, Müller; Randegger. Bemerkungen: Servette ohne Détraz, Antonietti, Douay (alle verletzt) und Ehrhardt. Bern ohne Noreau (beide überzählige Ausländer) und Aebi (krank). - 24. Tor von Traber wegen Torraum-Offside aberkannt. - Timeout Bern (59:40). - Servette ab 58:25 ohne Goalie. (SDA)

Erstellt: 18.11.2016, 19:33 Uhr

Artikel zum Thema

Chancenlos gegen Murray – Saison vorbei

Stan Wawrinka verpasst bei den ATP-Finals den Einzug in die Runde der letzten vier. Der Romand unterliegt Andy Murray klar in zwei Sätzen. Mehr...

Immer weiter mit dem Fussballblödsinn, Herr Infantino?

Analyse Eine Club-WM mit 32 Mannschaften? Lasst uns doch mal einen Sommer lang Luft holen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Blogs

Mamablog Mein Problem mit Gratis-Kitas

Tingler Nach der Show ist vor der Show

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Glück gehabt: Am Flughafen von Kuala Lumpur wurden 32 kleine Boxen beschlagnahmt, in denen zwei Männer 5225 Rotwangen-Schmuckschildkröten schmuggeln wollten. (26. Juni 2019)
(Bild: Fazry Ismail) Mehr...