Klinsmann spricht schon vom Meistertitel

Hertha Berlins neuer Trainer hat grosse Ziele. Mittelfristig will er gar die Bayern angreifen.

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Endlich. Nach sieben sieglosen Bundesligaspielen kehrte Hertha BSC am Samstag zum Siegen zurück. Dank einem Treffer von Mittelfeldspieler Vladimir Darida gewann der Hauptstadtverein 1:0 gegen den Tabellenfünften SC Freiburg. Zugleich war es der erste Sieg unter Coach Jürgen Klinsmann.

Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft während dem Sommermärchen 2006 ist seit rund einem Monat Teil des Vereins. Nach einer kurzen Zeit im Verwaltungsrat, ist er am 27. November zum Trainer ernannt worden. Die Bilanz der ersten drei Spielen: Eine Niederlage gegen Borussia Dortmund, ein Remis gegen Eintracht Frankfurt und eben dieser Sieg am Samstag gegen die Breisgauer.

Diese Ausbeute entspricht in etwa dem bisherigen Saisonverlauf. So erstaunt es nicht, dass der Verein in der unteren Tabellenhälfte feststeckt. Die Situation verunsichert Klinsmann aber nicht – im Gegenteil. In einem Facebook-Livechat hat er am Montagnachmittag seinen Optimismus mit den Berliner Anhängern geteilt.

Auf die Frage, wo Klinsmann den Hauptstadtverein mittelfristig sehe, äussert er sich so: «Die Zielvorgabe ist relativ klar. Ab nächster Spielzeit wollen wir angreifen in Richtung Europa. Wir müssen uns Jahr für Jahr steigern. In drei bis fünf Jahren sehe ich uns aber auf jeden Fall europäisch.» Das ist eine Ansage. Zumal sich die Hertha seit ihrem Aufstieg vor sieben Jahren in die Bundesliga nur einmal (2016/17) für die Gruppenphase der Europa League qualifziert hat. Ansonsten hat der Verein stets mit der unteren Tabellenhälfte zu tun gehabt.

«Um den Titel mitspielen»

Doch es ist eine andere Aussage, die in Deutschland derzeit für Schlagzeilen sorgt. Künftig sollen Herthas wichtigste Saisonspiele um weitaus mehr gehen, als nur um die Vorherrschaft in Berlin – das erste Derby gegen Union ist übrigens 1:0 verloren gegangen. Klinsmann will mehr – viel mehr. Er will ärgster Rivale von Rekordmeister aus München werden und die dritte Meisterschale der Vereinsgeschichte holen. «Ab 2023 wollen wir nicht nur eine europäische Präsenz erlangt haben. Wir wollen dann auch um Titel mitspielen.»

Klinsmanns positive Haltung kommt nicht von ungefähr. Mehrheitsaktionär Lars Windhorst, hat seit seinem Einstieg bereits über zweihundert Millionen in den Club investiert.

In der anstehenden Transferperiode will der Verein erneut aktiv werden. «Wir können sicherlich in anderen Dimensionen investieren, als wir das in der Vergangenheit gewohnt waren», sagte Windhorst vor wenigen Wochen. Mit der Verpflichtung von Dodi Lukebakio hat Hertha im Sommer erstmals über zwanzig Millionen für einen Spieler ausgegeben. Klinsmann meint zum anstehenden Transferfenster: «Lasst euch überraschen was möglich ist im Januar.»

Für die laufende Saison zeigt sich Klinsmann zurückhaltender. «Das allerwichtigste ist, dass wir uns fernhalten vom Abstiegskampf. In der Rückrunde wollen wir Kontinuität reinbringen und das geht nur über viel Engagement und viel Arbeit.»

Ewige Stadiondebatte

Klinsmann spricht im Livechat auch die Diskussion um eine neue Fussballarena an. «Wir brauchen dringend ein reines Fussballstadion. Je schneller es steht, desto besser. Wir müssen die Politiker und die Bewohner der Stadt davon überzeugen.» Die aktuelle Heimstätte der Hertha, das Olympiastadion, ist auch aufgrund der Laufbahn bei Fussballfans unbeliebt. Für Klinsmann stellt sie zudem einen Wettbewerbsnachteil dar. «Hätten wir die Fans näher am Feld, würde uns das sicherlich acht bis zehn Punkten mehr pro Spielzeit bringen.»

Um Punkte geht es bereits am Mittwoch wieder. Die Hertha reist nach Leverkusen. Am nächsten Wochenende geht dann das letzte Spiel der Hinrunde über die Bühne. Dann begrüssen die Hauptstädter Borussia Mönchengladbach.

Erstellt: 17.12.2019, 15:33 Uhr

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