Lasst sie doch spielen

Die Schönheit aus dem Moment – «La Grande Bellezza» mit Messi, Ronaldo und Zidane

Spass mit dem Ball: Messi und Ronaldo.

Spass mit dem Ball: Messi und Ronaldo.

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Der Film von Paolo Sorrentino zeigt die morbide und mondäne Schönheit Roms. «La Grande Bellezza» heisst er, aus dem Jahr 2013, es ist eine Hommage an Fellini. «La Grande Bellezza» heisst auch ein Festival mit italienischen Liedermachern, das kürzlich in Zürich stattfand. Pippo Pollina, der Sizilianer, der schon lange im Seefeld wohnt, organisiert es, diesmal traten Künstler wie Simone Cristicchi auf, der einst das Festival von Sanremo gewonnen hatte, Claudia Crabuzza, eine kleine Frau mit grosser Stimme, oder Giorgio Conte, der Bruder von Paolo.

Und jeweils nach den Konzerten kamen an den drei Abenden Musiker und Publikum in einem nahen Bistro zusammen. Man sass an langen Tischen, es gab Spaghetti und Wein, es wurde geredet und gelacht, es wurde, je länger die Nacht dauerte, sehr viel geredet und manchmal laut, es war ein italienischer Abend mitten in Zürich.

Irgendwann nahm einer, der zuvor auf der Bühne gestanden war, seine Gitarre, die neben ihm am Boden lag, begann mit leisen Tönen, begann zu singen, immer lauter, und andere sangen mit, und ein zweiter nahm auch seine Gitarre, und bald sangen viele mit oder es klang zumindest wie ein Gesang, der spontane Chor im Bistro. Und später tanzten einige, es war jetzt schon in den frühen Morgenstunden.

Pollina oder Conte sind nicht ganz die Messis oder Ronaldos der Cantautori-Szene, und doch kamen an diesem Abend solche Gedanken, festliche Wunschgedanken vielleicht. Das wäre doch «La Grande Bellezza», stellen Sie sich vor: Messi und Ronaldo und vielleicht – ja, er müsste dabei sein, er muss immer dabei sein, wenn es um die schönsten Ballpoeten geht – Zinédine Zidane, Zizou, kämen zusammen, zufällig.

Warum nicht in Rom, sie sässen in einem Ristorante. Und plötzlich liegt ein Ball unter dem Tisch, die drei stehen auf und beginnen wie im Zirkus mit ihm zu jonglieren, minutenlang fliegt der Ball von Fuss zu Fuss, von Kopf zu Kopf, Ronaldo kämmt sich zwischendurch seine Haare, sie stehen auf Stühlen und weissen Tischtüchern, hier Messi, dort Zidane, beide etwas melancholisch dreinblickend, dazwischen Ronaldo. Und irgendwann spielen alle im Ristorante mit, der Ball fliegt quer durch das Lokal, es ist jetzt nicht immer nur Kunst, aber die Stimmung ausgelassen. Es wird gelacht und gejohlt.

Vielleicht ist es auch nur der Wunsch, der Fussball möge wenigstens in der Silvesternacht für einmal ganz leicht und unbeschwert sein. Die grosse Schönheit. Inspiriert vom italienischen Abend im Bistro in Zürich.

Erstellt: 31.12.2019, 10:26 Uhr

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