Lukas Podolski, sein 49. Ding und die Sprüche dazu

Der deutsche Fussballer trifft in seinem 130. Länderspiel zum letzten Mal. Kollege Thomas Müller wittert prompt Betrug.

Gehts noch schöner? Der Knaller von Podolski - zum letzten Mal. (ARD-Sportschau/Webvideo)
Video: Keystone

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Da ist er also mal weg. Für immer. Leider. Lukas Podolski, 31, geboren in Polen, aufgewachsen in Köln. Das Köln, das bald einmal sein Köln wurde.

Über seine frühesten Jahre hat Podolski kürzlich gesagt: «Ich bin mit dem Ball unter dem Arm als zweijähriger Junge nach Deutschland gekommen.» 130 Einsätze hat er später und während 13 Jahren für die deutsche Nationalmannschaft. Am Mittwoch gegen England spielt er zum letzten Mal. Und erzielt gleich selbst das einzige Tor. So, wie es perfekt zu ihm passt: Mit einem satten Weitschuss in die hohe Ecke. «Ein typischer Poldi», kommentiert Bundestrainer Joachim Löw.

Es hat im deutschen Fussball nicht viel bessere linke Füsse gegeben. Prinz Poldi, so haben sie ihn einst genannt. Wegen solcher Momente. Und seiner jugendlichen Leichtigkeit in allen Lebenslangen, die er auch jetzt noch hat.

Bildstrecke – so schön kann Abschied sein:

«Wie im Film», so hat er sein Abschiedsspiel mit seinem letzten (Traum-)Tor für Deutschland selbst erlebt, «wir gewinnen 1:0, ich mach das Ding!» Ja, das Ding, sein 49. für Deutschland, ist auch für Mitspieler Toni Kroos ein Thema: «Dass er das Ding noch in den Winkel haut, gönne ich ihm total.» Und für Mitstürmer Thomas Müller, der allerdings – ganz schelmisch – ein abgekartetes Spiel vermutet: «Ich weiss nicht, wie viel er bezahlt hat, dass der Torhüter den so reingelassen hat.»

Zum Abschied mit Deutschland also glänzt Podolski auch noch einmal sportlich. Das war ja vorher länger nicht mehr der Fall gewesen. Poldi, Weltmeister 2014, hatte im Nationalteam vor allem noch Wirkung fürs Gemüt. In Brasilien 2014 wurde er mit zwei Einsätzen in der Gruppenphase Weltmeister. An der EM in Frankreich letztes Jahr kam er nur noch einmal zum Einsatz. Seinen besten Moment des Turniers hatte er, als er an einer Medienkonferenz Löws Griff in die Hose erklärte.

Und jetzt? Ab nach Japan

Podolski war Profi beim 1. FC Köln, bei den Bayern, bei Arsenal, Inter und Galatasaray Istanbul. Im Sommer wird er nach Japan zu Vissel Kobe weiterziehen. Prinz Poldi in Asien, das könnte lustig werden. Er erwartet eine «tolle Erfahrung auch ausserhalb des Platzes, zweieinhalb Jahre, dann schauen wir weiter.»

In Dortmund am Mittwochabend dreht Podolski nach dem Spiel eine Ehrenrunde. Nach Hause gegangen ist fast keiner der 60’109 Zuschauer. Und weil auch nach Podolskis erstem Rundlauf weiterhin viele Leute auf den Rängen stehen, läuft der Kölsche Jung einfach noch einmal den Banden entlang, klettert immer wieder den Zaun hoch zu den Fans, klatscht ab, macht Selfies, lässt sich Schals umhängen und Plakate übergeben.

30’000 Kölner seien gekommen zu seiner Abschiedsparty, vermutet Podolski später und kennt den Grund dafür: «Da hat man vieles richtig gemacht.» Ja, ist so. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.03.2017, 11:44 Uhr

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