Magnin mit Händchen, St. Gallen setzt Serie fort

Effizienter FCZ: Drei Schüsse, drei Tore bringen den Zürchern den Sieg gegen Lugano. Auch St. Gallen marschiert weiter und gewinnt in Lausanne diskussionslos.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im ganzen Saisonverlauf hatte der FCZ kein Spiel gezeigt, in dem er von der ersten Minute an derart stark und zügig auftrat wie in diesem zweiten Heimspiel unter Trainer Ludovic Magnin. Anfang Oktober siegten die Zürcher zum einzigen Mal mit drei oder mehr Toren Vorsprung. Es war ebenfalls ein 3:0 - ebenfalls zuhause und ebenfalls gegen Lugano. Damals waren die Tore im zeitlichen Ablauf über das ganze Spiel verteilt. Tatsächlich mussten die ersten 20 Minuten - die Tore fielen ab der 9. Minute im Fünfminutentakt - für die FCZ-Fans etwas vom Aufregendsten und Aussergewöhnlichsten seit langem gewesen sein, sieht man von der Schlussphase des Cup-Viertelfinals gegen Thun (4:3 nach 1:3) ab.

Lugano schlecht belohnt

Auf diesem spielentscheidenden Blitzstart können die FCZ-Spieler und Magnin für die kommenden Aufgaben aufbauen. Magnin hat aber auch gesehen, dass die Mannschaft nach dem 3:0 deutlich nachliess und dass der eine oder andere Luganese mit etwas Glück schon vor der Pause hätte treffen können. Nach dem 3:0 kam Lugano bis in die zweite Halbzeit hinein zu neun Torschüssen, der FCZ zu keinem einzigen mehr. Das Cornerverhältnis hiess zuletzt 4:10.

Nach der sehr beachtlichen Serie von fünf Siegen sind die jüngsten Niederlagen in St. Gallen (0:3) und gegen die Young Boys (2:4) nicht spurlos an Lugano vorübergegangen. Die Ticinesi liessen sich vom anfänglichen Punch der Zürcher überrumpeln. Als sie sich endlich finden konnten, hiess es aus ihrer Sicht schon 0:3. Anfänglich wirkten sie sehr behäbig. Als er nach neun Minuten geradewegs und unbedrängt auf das Tessiner Tor zog und sich die Ecke für das Führungstor aussuchen konnte, musste sich Fabian Rohner weder mit Dribblings noch mit Körpereinsatz durchsetzen. Eher machten ihm die Gegenspieler den Weg frei.

St. Gallen weiter im Hoch

Unter der neuen Vereinsleitung steht der FCSG tatsächlich in seiner besten Zeit der Saison. Die nunmehr vier Siege am Stück sind eng mit dem Namen Cédric Itten verknüpft. Die Leihgabe des FC Basel schoss die beiden Tore gegen seinen Klub beim St. Galler 2:0-Auswärtssieg, traf beim 3:0 gegen Lugano und ermöglichte jetzt - ebenfalls in einer Hauptrolle - den 4:1-Erfolg in Lausanne, mit dem die Ostschweizer die Schmach vom Herbst wettmachten, als sie den Lausannern zuhause 0:4 unterlegen waren.

Der voller Selbstvertrauen spielende Offensivmann Itten erzielte das 1:0 nach nur sechs Minuten selbst und assistierte Nassim Ben Khalifa - auch der fragile Waadtländer schwimmt obenauf - beim 2:0 nach 34 Minuten. Ben Khalifas Abschluss mit einem Absatztrick war erstklassig. Itten bereitete rund eine Viertelstunde vor Schluss auch nach das 4:1 von Stjepan Kukuruzovic vor.

Lausanne in der Krise

Bei Lausanne erwies sich das jüngste torlose Unentschieden bei den Grasshoppers nach davor drei Niederlagen als Strohfeuer. In der ersten Halbzeit hätte die Mannschaft von Trainer Fabio Celestini höher in Rückstand geraten können als mit 0:2. Jegliche Abschlussversuche waren höchstens Halbchancen.

Was ein guter Transfer ausmachen kann, sieht man bei St. Gallen und Itten. Bei Lausanne gilt das Gegenteil. Die Hoffnung, die die Waadtländer in den von Thun akquirierten Goalgetter Simone Rapp gesetzt hatten, hat sich bis heute in keiner Weise erfüllt.

Zürich - Lugano 3:0 (1:0)
8069 Zuschauer. - SR Tschudi
Tore: 9. Rohner 1:0. 15. Nef (Marchesano) 2:0. 19. Marchesano (Frey) 3:0.
Zürich: Brecher; Rüegg, Nef, Bangura, Pa Modou; Aliu (63. Thelander), Palsson; Winter (46. Odey), Marchesano (67. Rexhepi), Rohner; Frey.
Lugano: Kiassumbua; Yao, Sulmoni, Rouiller; Ledesma (46. Piccinocchi); Crnigoj (71. Carlinhos), Sabbatini, Mariani, Mihajlovic; Gerndt (46. Janko), Bottani.
Bemerkungen: Zürich ohne Brunner (gesperrt), Dwamena, Alesevic, Kempter, Maouche, Sarr und Schönbächler (alle verletzt). Marchesano verletzt ausgeschieden. Lugano ohne Golemic (gesperrt), Daprelà, Guidotti, Padalino, Schäppi und Manicone (beide verletzt).
Verwarnungen: 37. Sabbatini (Foul), 49. Frey (Foul), 55. Aliu (Foul), 72. Rohner (Foul), 76. Rouiller (Foul). 87. Bottani (Foul).

Lausanne - St. Gallen 1:4 (0:2)
3379 Zuschauer. - SR Schnyder
Tore: 6. Itten (Ben Khalifa) 0:1. 34. Ben Khalifa (Itten) 0:2. 59. Wiss (Kukuruzovic) 0:3. 69. Pasche 1:3. 77. Kukuruzovic (Itten) 1:4.
Lausanne: Castella; Marin (62. Rapp), Loosli, Rochat, Gétaz; Fransson (54. Zeqiri), Tejeda (55. Schmid), Pasche, Kololli; Margiotta, Zidane.
St. Gallen: Stojanovic; Hefti, Wiss, van der Werff; Sigurjonsson; Aratore (88. Buess), Toko, Kukuruzovic (79. Aleksic), Wittwer; Itten, Ben Khalifa (73. Koch).
Bemerkungen: Lausanne ohne Manière, Zarate und Dominguez (alle verletzt). St. Gallen ohne Tschernegg, Gönitzer, Ajeti, Babic und Vanin (alle verletzt). 33. Lattenschuss Toko.
Verwarnungen: 25. Gétaz (Foul), 49. Itten (Foul), 80. Toko (Foul), 89. Kololli (Foul). (ll)

Erstellt: 10.03.2018, 18:35 Uhr

Artikel zum Thema

Das hat Magnin mit dem FCZ vor

Der Trainer des FC Zürich verrät nach zwei Wochen im Amt, wie er sein Team weiterbringen will. Mehr...

United gewinnt das Derby gegen Liverpool

Dank zwei frühen Toren von Marcus Rashford schlägt Manchester United im Old Trafford den Rivalen Liverpool 2:1. Mehr...

Das ist der Grund für den Basler Blackout

Video Die Untersuchungen und Reparaturarbeiten in Basel sind abgeschlossen und der Normalbetrieb kann wieder aufgenommen werden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Never Mind the Markets Die Heuchelei der G-20

Mamablog «Oft fehlt der Mut, zu erziehen»

Die Welt in Bildern

Spielen im Schnee: Die zwei chinesischen Riesenpandas Chengjiu und Shuanghao geniessen das kalte Wetter im Zoo von Hangzhou (9. Dezember 2018).
Mehr...