Manchester United sperrt kranken Fan

Wegen einer Grippe bleibt Graeme Clarkes Sitz im Match bei Hull City leer. Der englische Rekordmeister reagiert mit einer drakonischen Strafe.


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Seit 40 Jahren besitzt Graeme Clarke eine Saisonkarte fürs Old Trafford. Nun überlegt sich der Pub-Besitzer, mit dieser Tradition zu brechen. Der Club seines Herzens, Manchester United, hat ihn brüskiert.

Die leidige Geschichte begann mit einer Erkrankung. Clarke hatte zwei Tickets für Manchester Uniteds Gastspiel Ende August bei Hull City gekauft, für sich und seinen Sohn Callum (31). Weil ihn jedoch eine Grippe heimsuchte, konnte der Vater die knapp zweistündige Reise nicht antreten. Sein Sitz blieb leer.

Fünf Tage später erhielt Clarke ein Mail, das ihn fassungslos zurückliess. Darin stand, dass Manchester United ihn für ein Jahr für Auswärtsspiele sperre, weil er keinen Gebrauch von seinem Billett gemacht hatte. Der 58-Jährige schrieb prompt zurück, legte den Grund für sein Fehlen dar und bat darum, die Sperre aufzuheben.

Die schriftlichte Antwort von Sam Kelleher, dem Verantwortlichen fürs Ticketing, fiel so kühl wie ernüchternd aus: «Nachdem ich mir Ihren Fall und Ihre Antwort noch einmal angeschaut habe, werde ich die Sperre aufrechterhalten. Sie bleiben für zwölf Monate für Auswärtsspiele gesperrt.»

Die Begründung: Weil Clarke seine Eintrittskarte nicht annulliert habe, habe kein anderer Fan von seiner Absage profitieren können. Und bei Tausenden, die Spiel für Spiel keinen Platz im Stadion fänden, wolle man unbedingt sicherstellen, dass jedes Ticket gebraucht würde. «Auch wenn wir Verständnis dafür haben, dass man unter Umständen an einem Spiel nicht teilnehmen kann, sind Sie dazu in der Lage, ihr Ticket in unserem Kundencenter zurückzugeben», heisst es in dem Schreiben weiter.

Das Ende einer langen Liebe?

Clarke will das nicht auf sich sitzen lassen. Er wird der United seinen Fall im November noch einmal darlegen. «Mein Vater ist von der Strafe schwer getroffen, da er dafür gelebt hat, zu Auswärtsspielen zu fahren», sagt Sohn Callum den «Manchester Evening News». Das Verhalten des Clubs sei einfach «sehr, sehr enttäuschend nach all der Loyalität, die wir gezeigt haben. Wir fühlen uns ungerecht behandelt».

Sollte Graeme Clarkes Kampf gegen die Sperre nicht erfolgreich sein, könnte dies das abrupte Ende einer langen Liaison bedeuten. Gemäss seinem Sohn spielt er jetzt bereits mit dem Gedanken, seine Saisonkarte zurückzugeben. (kai)

Erstellt: 08.10.2016, 16:43 Uhr

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