Margairaz schwärmt von Constantin

Nach fünf erfolgreichen Jahren beim FC Zürich schlägt Xavier Margairaz in Sitten ein neues Kapitel seiner Karriere auf. Er glaubt, dass er mit seinem neuen Klub viele Titel gewinnen kann.

Techniker, aber kein Torjäger: Sions neuer Regisseur Xavier Margairaz vergibt am letzten Sonntag beim 0:0 in Basel eine ausgezeichnete Chance.

Techniker, aber kein Torjäger: Sions neuer Regisseur Xavier Margairaz vergibt am letzten Sonntag beim 0:0 in Basel eine ausgezeichnete Chance. Bild: Keystone

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Wenn Xavier Margairaz mit bemerkenswerter Begeisterung über den FC Sion spricht, hört sich das besser an, als man als Beobachter nach den schwierigen Monaten des Vereins und des riesigen Punkteabzugs erwarten könnte. Margairaz erwähnt das «starke Team» und die «Superstimmung» im Klub wie unter den Spielern, er schwärmt von der Qualität der Mannschaft und davon, was mit Sion möglich sein wird. Er stört sich auch nicht am Gebaren des umtriebigen Präsidenten Christian Constantin, im Gegenteil, er nennt den Walliser einen «riesigen Kämpfer», der seine Ziele mit grossartiger Philosophie und Mentalität ehrgeizig verfolge. Und irgendwann sagt Margairaz: «Sion kann in den nächsten Jahren viele Titel gewinnen.»

Dreimal Meister mit Zürich

Xavier Margairaz kann das ganz gut beurteilen – dreimal wurde der Mittelfeldspieler mit Zürich Meister (2006, 2007, 2009), einmal Cupsieger (2005). Und in der Winterpause war er der Königstransfer Constantins, der im Januar, als er ohne Komplikationen Spielerwechsel tätigen durfte, gleich zehn neue Akteure zu Sion lotste. «Ich bin erst wenige Wochen hier», sagt Margairaz, «aber es kommt mir vor, als wäre ich schon ewig dabei.» Die familiäre Ambiance passe ihm, und beim Startspiel in die Rückrunde am letzten Sonntag deutete er mit Sion an, wie stark der Verein aufgestellt ist.

Bei der unterhaltsamen Nullnummer in Basel vergab Margairaz zwei ausgezeichnete Chancen relativ leichtfertig. Ein Torjäger war er ja noch nie. Wäre der spielstarke Romand («Ich will mehr Tore schiessen») ein regelmässiger Torschütze, würde er kaum in der Super League engagiert sein. Sein Auslandaufenthalt im spanischen Osasuna endete im Januar 2009 nach eineinhalb Jahren mit der Rückkehr zum FCZ – auch weil Margairaz wegen eines Kreuz- sowie Innenbandrisses und einem Meniskusschaden lange ausgefallen war.

Rückkehr ins Nationalteam?

In Basel agierte Margairaz am Sonntag als Spielmacher, doch wenn Goran Obradovic, der schier ewige Sion-Regisseur, nach seiner Verletzung wieder zur Verfügung stehen wird, könnte er auch eine Rolle auf einer Aussenposition im Mittelfeld einnehmen. «Ich freue mich, mit so einem starken Fussballer wie Obradovic den Aufbau lenken zu dürfen», sagt Margairaz, der vor einem Monat 28 Jahre alt wurde und auch als Nachfolger des bald 36-jährigen Obradovic vorgesehen ist.

Mit auffälligen Leistungen möchte der freundliche, zurückhaltende Margairaz zudem seine Rückkehr ins Nationalteam vorantreiben. Der Kontakt zu Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist nie abgerissen. Letztmals wurde Margairaz im Juni 2011 für die Partie in England (2:2) aufgeboten, sein letztes von 18 Länderspielen (1 Tor) bestritt er im September 2010 gegen England (1:3). Der feine Techniker hält gerne länger den Ball, er ist kein junger, wilder Draufgänger, und möglicherweise passt seine Spielweise nach dem personellen Umbruch nicht mehr zur Auswahl.

Der lässige Penalty-Fehlschuss

Manchmal wirkt der ballsichere Margairaz auf dem Rasen ja ein wenig lässig und verspielt, unvergessen ist, wie er am 1. Spieltag dieser Saison – ausgerechnet im Tourbillon – bei der 0:1-Niederlage Zürichs fahrlässig einen Elfmeter verschoss. Margairaz probierte es frech mit einem Lupfer, Sion-Goalie Andris Vanins blieb stehen und fing den Ball locker.

Jetzt sind Margairaz und Vanins Teamkollegen, und bald sollen auch Frau Margairaz und die zwei Kinder ins Wallis ziehen, schliesslich hat Xavier Margairaz einen Vertrag bis 2015 unterschrieben. «Sion hat wie Basel und YB ein sehr gutes, sehr breites Kader», sagt Margairaz, «und wir wollen am Sonntag auch gegen YB zeigen, das mit uns zu rechnen ist.» Die Partie übermorgen muss aber eventuell verschoben werden, weil der Rasen im Tourbillon in schlechtem Zustand ist.

«Im Frühling, bei schönem Wetter, werden wir noch stärker sein», sagt Margairaz. «Denn Sion spielt den besten, schönsten Fussball der Liga, fast so wie wir damals beim FCZ unter Lucien Favre.»

Der Mann ist wirklich euphorisch, und so lässt sich Margairaz auch vom massiven 36-Punkte-Abzug gegen den FC Sion nicht abschrecken. «Das ganze Transfertheater interessiert mich nicht. Und vielleicht wird die Strafe ja reduziert. Im schlimmsten Fall greifen wir halt erst nächste Saison ganz oben an.»

Erstellt: 10.02.2012, 10:28 Uhr

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