Mehmedi verzichtet auf die WM

Die Schweiz wird die Fussball-Endrunde in Russland ohne Admir Mehmedi bestreiten. Der Stürmer von Wolfsburg ist noch zu wenig fit.

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Admir Mehmedi verpasst das grosse Turnier in Russland. Der Winterthurer fehlt nicht ganz unerwartet im 26-Mann-Kader, das sich ab Sonntagabend im Tessin auf die WM vorbereitet.

Nationalcoach Vladimir Petkovic liess bereits Anfang Woche in Feusisberg während des Stages mit Ausland-Professionals durchblicken, dass die Zeit für Admir Mehmedi nicht reichen dürfte. «Die Spieler müssen ziemlich schnell vollumfänglich belastbar sein», sagte er. Nach den drei Trainingstagen am Zürichsee ist klar, dass Mehmedi, der nach einem Bänderriss im Fuss noch nicht fit ist, diese Vorgabe frühestens in rund drei Wochen hätte erfüllen können.

«Es war ein Entscheid des Kopfes»

Deshalb entschied Mehmedi selber, auf die Endrunde zu verzichten: «Es war ein Entscheid des Kopfes, nicht des Herzens. Ich spürte einfach, dass ich dem Team kaum das bringen kann, was es von mir erwarten darf, zumal an einer Weltmeisterschaft. Wer immer meinen Platz einnehmen wird, bin ich mir sicher, er passt in das Team.»

Damit endet eine enttäuschende Saison für Stürmer Mehmedi mit einem Tiefpunkt. Im Herbst hatte er bei Bayer Leverkusen den Stammplatz verloren und wechselte im Januar zum VfL Wolfsburg. Mitte Februar erlitt der 27-jährige Zürcher im Spiel gegen Bayern München einen Bänderriss im Mittelfuss und musste einen Monat später operiert werden. Seinen letzten Einsatz in der Bundesliga hatte Mehmedi am 10. März.

Eine wichtige Rolle eingenommen

Mit Mehmedi fehlt an der WM ein Akteur, der in den Planspielen von Petkovic immer eine wichtige Rolle besetzt hat. Er bestritt an der EM vor zwei Jahren alle vier Partien von Beginn weg und stand auch in den Gruppenspielen der WM-Qualifikation in neun von zehn Fällen in der Startformation. Erst im Playoff im November gegen Nordirland wurde ihm auf dem linken Flügel Steven Zuber vorgezogen.

Ausserdem ist dem 58-fachen Internationalen Mehmedi ein Eintrag in den SFV-Chroniken sicher. Mit seinem Treffer im EM-Spiel vor zwei Jahren gegen Rumänien wurde er zum ersten Schweizer, dem an einer WM- und EM-Endrunde ein Tor gelang.

Keine Probleme bei Embolo

Keine Probleme sehen die Ärzte und Physiotherapeuten des Nationalteams bei Breel Embolo. Zwar hat der Basler die letzten drei Spiele bei Schalke wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel verpasst, doch sollte er schon in einer Woche im Testspiel in Spanien (3. Juni) einsatzfähig sein.

Von den 26 Spielern, welche am Sonntagabend in Lugano ins knapp zweiwöchige Vorbereitungscamp einrücken, werden drei am Tag nach dem Test gegen Spanien aus dem Kader gestrichen. Neben dem vierten Torhüter Gregor Kobel sind Verteidiger Nico Elvedi und Mittelfeldspieler Edimilson Fernandes die grössten Wackelkandidaten. Auf jeden Fall nicht nach Russland reisen die Basler Stürmer Dimitri Oberlin, der zwei Treffer im Test der U21-Auswahl gegen Frankreich in Biel erzielte (siehe unten), und Albian Ajeti sowie die Berner Djibril Sow und Kevin Mbabu.

Das vorläufige 26-Mann-Kader der Schweiz
Schweizer WM-Kader für den ersten Teil des Vorbereitungscamps im Tessin. Tor: Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach), Roman Bürki (Borussia Dortmund), Yvon Mvogo (RB Leipzig), Gregor Kobel (Hoffenheim).

Verteidigung und Mittelfeld: Stephan Lichtsteiner (Juventus Turin), Michael Lang (Basel), Ricardo Rodriguez (Milan), François Moubandje (Toulouse), Manuel Akanji (Borussia Dortmund), Johan Djourou (Antalyaspor), Fabian Schär (La Coruña), Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach), Silvan Widmer (Udinese); Granit Xhaka (Arsenal), Valon Behrami (Udinese), Blerim Dzemaili (Bologna), Remo Freuler (Atalanta Bergamo), Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach), Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt), Edimilson Fernandes (West Ham United).

Sturm: Xherdan Shaqiri (Stoke City), Steven Zuber (Hoffenheim), Breel Embolo (Schalke); Haris Seferovic (Benfica Lissabon), Mario Gavranovic (Dinamo Zagreb), Josip Drmic (Borussia Mönchengladbach).

Das Kader wird am Montag, 4. Juni, am Tag nach dem Testspiel gegen Spanien auf 23 Spieler reduziert.

(fal/sda)

Erstellt: 25.05.2018, 21:01 Uhr

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