«Mit der Suspendierung hat man die Fifa geköpft»

Sepp Blatter kämpft auch als gesperrter Präsident für die Fifa. Nach überstandenen gesundheitlichen Problemen will er dafür sorgen, dass der Kongress die Reformen gutheisst.

«Es ist super, dass die Reformen im Exekutivkomitee so einfach durchgekommen sind»: Sepp Blatter hier an einer Pressekonferenz in Ulrichen. (22. August 2015)

«Es ist super, dass die Reformen im Exekutivkomitee so einfach durchgekommen sind»: Sepp Blatter hier an einer Pressekonferenz in Ulrichen. (22. August 2015) Bild: Laurent Gillieron/Keystone

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Nach der Suspendierung durch die Fifa-Ethikkommission ging es Fifa-Präsident Joseph Blatter nicht gut. «Meine Gesundheit wurde erschüttert», sagte der 79-jährige Walliser, der unter Kreislauf-Beschwerden und Schlaflosigkeit litt. Jetzt geht es ihm besser. «Am Montag habe ich den letzten medizinischen Check. Dann ist alles wieder gut. Ich bin energiegeladen und nach vorne schauend», sagte Blatter im Gespräch mit der Sportinformation Si.

Nach vorne schaut Joseph Blatter auch als suspendierter Präsident der Fifa. Er will beim Kongress am 26. Februar 2016 in Zürich zu einem letzten grossen Auftritt vor seiner Fussball-Familie kommen. Deshalb kämpft er für die Aufhebung der Sperre. «Es ist mein Wunsch, beim Kongress in einer Führungsposition dabei zu sein.»

Grünes Licht für Reformen

Auch wenn Blatter sein Amt derzeit nicht ausüben darf, bleibt er im Mittelpunkt der Welt des Fussballs. Das Exekutivkomitee hat am Donnerstag den Weg frei gemacht für die nötigen Reformen in der Fifa-Führung. Reformen, welche Blatter vor über vier Jahren aufgegleist hatte.

Joseph Blatter: «Es ist super, dass die Reformen im Exekutivkomitee so einfach durchgekommen sind. Ich bin überzeugt, dass man gemerkt hat, dass man etwas tun muss. Deshalb habe ich im Sommer auch mein Amt zur Verfügung gestellt. Die wichtigste Reform betrifft den Integritätscheck. Diesem muss der Kongress unbedingt zustimmen. Man muss wissen, wer in der Führung sitzt.»

«Noch immer respektiert»

Damit diese Reformen auch tatsächlich Eingang in die Fifa-Statuten finden, bedarf es beim Kongress eine Dreiviertelmehrheit. Blatter setzt sich dafür ein, dass die über 200 Mitglieder des Kongresses den Reformen zustimmen. Das nötige Netzwerk hat er, auch wenn er nicht mehr im «Oval Office» des Home of Fifa regiert. «Ich bin in der Fussball-Gemeinschaft immer noch sehr respektiert. Ich bin ein suspendierter Präsident, aber kein isolierter Präsident.»

Gegen die Sperre kämpft Blatter. In der übernächsten Woche gibt es eine Anhörung, dann hofft er auf Aufhebung des Urteils noch vor Weihnachten. Als er Anfang Oktober suspendiert wurde, habe man «im gleichen Atemzug die Fifa geköpft». Dabei seien die Prinzipien der Menschenrechte verletzt worden. «Es gab eine Untersuchung, aber keiner der drei Beschuldigten konnte vor der Recht sprechenden Kammer aussage», beschwert sich Blatter. (dia/si)

Erstellt: 04.12.2015, 20:56 Uhr

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