Müde gelaufen

Die Grasshoppers zahlen für ihre Fehler, ihr knapp besetztes Kader und ihren Erfolg im Europacup – darum verlieren sie in St. Gallen unnötig 1:2.

Sinnbildlich für GC an diesem Sonntag: Basic strauchelt im Laufduell mit dem St. Galler Mutsch.

Sinnbildlich für GC an diesem Sonntag: Basic strauchelt im Laufduell mit dem St. Galler Mutsch. Bild: Keystone

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Das Wetter soll sehr gut sein am Montag. Pierluigi Tami kümmert es nicht weiter. Er muss zum Zahnarzt, und das Spiel von St. Gallen muss er auch aufarbeiten, und irgendwann möchte er noch ein paar Stunden schlafen. Auch der Trainer der Grasshoppers wünscht sich, seine Batterien aufzuladen.

Es ist nicht so, dass er sich über das Programm beklagt, über die vielen Spiele gleich zu Saisonbeginn. Zwölf sind es innerhalb von 39 Tagen bis Ende August, was auch für Mannschaften mit einem grossen Personalbestand viel ist. Die Begegnungen im Europacup seien wichtig, um Erfahrung gewinnen zu können, sagt Tami, alle möchten das.

Da kann es halt passieren, dass solche Spiele wie an diesem Sonntag in St. Gallen dazwischen kommen, Spiele, die mit einem 1:2 enden und einer Niederlage, die unnötig ist. Der Mannschaft hat die Energie hat gefehlt, um den Fussball zu zeigen, der in ihr steckt, die Kraft auch, um selbst einen Gegner vom bescheidenen Niveau St. Gallens besiegen zu können.

Der kurze Abstecher in die Ostschweiz ist die Erinnerung daran, wie dünn das Kader von GC besetzt ist. Der St. Galler Trainer Josef Zinnbauer behauptet zwar, GC könne «durchwechseln». Wahrscheinlich hat er sich auf das Matchblatt von Basel verirrt. Was die Zürcher immerhin können, und das ist zu ihrer Qualität unter Tami geworden: Sie können kämpfen, sie können sich auflehnen, auch in aussichtsloser Lage.

Bis es so weit ist, leisten sie aber ihren grosszügigen Anteil an einer ersten Halbzeit, die frei von jeglicher spielerischen Qualität ist, frei von jeglicher Unterhaltung, die einfach nur schlecht und langweilig ist. «Es ist kein grosses Spiel», sagt auch Tami. Das 0:0 ist das logische Resultat, bis Lavanchy schlecht steht, Bamert patzt, Mall zu spät kommt und Buess St. Gallen in der 45. Minute in Führung bringt. Das Tor tut weh und vergrössert das Bedauern bei GC, dass Sigurjonsson es früh im Spiel fertig gebracht hat, den Ball aus zwei Metern nicht ins leere Tor zu bringen.

Caios wertlose Brillanz

Gleich nach der Pause bestraft Bamert sich und vor allem die Mannschaft erneut mit einer Unbedarftheit und verschuldet darum unnötig den Freistoss, den Tafer herrlich verwertet. «Wir müssen lernen, in den wichtigen Momenten eines Spiels richtig zu entscheiden», stellt Tami fest. Er muss damit auch die Vorgeschichte des 0:2 meinen.

Aber eben, als alles verloren scheint, finden seine Spieler zu ihrem Kampfgeist. Und sie werden gefährlicher. Kamberi hat eine Chance zum Anschlusstor. Das gelingt Caio schliesslich, und wie er den Treffer erzielt, mit seinem Schuss fast von der Grundlinie aus, ist überragend. Basic bietet sich in der Nachspielzeit die Möglichkeit zum Ausgleich, er vergibt sie, weil ihm der Instinkt des Torjägers fehlt. «Ein Punkt wäre verdient gewesen», bilanziert Tami.

Am Donnerstag spielen die Zürcher schon wieder, dieses Mal in Thun. Sie haben heute einen Tag frei, den Tami so nicht eingeplant hat, den er ihnen aber gönnt, «sie müssen mental wieder frisch werden», hat er festgestellt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.08.2016, 23:00 Uhr

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