Ohne Chikhaoui, aber mit Effizienz

Der Tunesier suchte nach einem neuen Club, während der FCZ beim 2:1 in Thun zum Siegen zurückfand.

Abschied oder nicht? Vom Match in Thun war Yassine Chikhaoui wegen Clubsuche dispensiert.

Abschied oder nicht? Vom Match in Thun war Yassine Chikhaoui wegen Clubsuche dispensiert. Bild: Keystone

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Am Tag danach war Yassine Chikhaoui wieder an seinem Arbeitsplatz. Auf der Allmend Brunau absolvierte er sein individuelles Trainingsprogramm. Vom Spiel des FC Zürich in Thun war er noch dispensiert worden, «Trainer», hatte er zu Urs Meier gesagt, «wenn ich nicht trainiere, bringt es auch nichts, wenn ich spiele.» Ausgesetzt hatte er, um an der Regelung seiner Zukunft zu arbeiten und mit einem anderen Club zu verhandeln.

Auch bei ihnen würden die Verhandlungen mit dem Spieler laufen, berichtet Meier, wobei es sich der FCZ nicht mehr leisten kann, Chikhaoui zu den aktuellen Bezügen von jährlich 1,4 Millionen Franken weiter zu verpflichten. Ein Entscheid in ­dieser Personalfrage erwartet Meier diese Woche.

FCZ findet Balance wieder

Ohne Chikhaoui, der in den letzten knapp sieben Jahren 161 von möglichen 246 Meisterschaftsspielen verpasst hat, kehrte der FCZ in der Liga nach zwei Monaten zum Siegen zurück. Sein 2:1 war letzten Endes logisch, weil er da wieder fand, was Meier als «Balance» aus konsequentem Verteidigen und effizientem Angreifen bezeichnet.

Mit der ersten Chance, nach dem ersten überzeugenden Angriff, gelang dem FCZ durch Rikan das 1:0. Vier Minuten später, in der 43., verschuldete Ferreira mit seinem Handspiel den Elfmeter, den Gavranovic zum 2:0 nutzte. Es war sein 12. Tor in der Meisterschaft, sein erstes seit dem 9. März, als der FCZ in Bern ­gewann und dann in seine Resultatkrise mit zwei Punkten aus sieben Runden rutschte.

Da Costas Foul übersehen

Den Vorsprung verteidigte er danach mit viel Disziplin gegen ein Thun, dem spielerisch nicht viel einfiel. Und hätte er seine Kontersituationen besser genutzt, hätte er leicht komfortabler gewinnen können. Letzten Endes hatte der Erfolg seine Logik, «wir haben ihn nicht gestohlen», merkt Meier an. Gleichwohl stand dem FCZ das Glück bei, als es noch 0:0 hiess. Erst musste Mariani in der Not einen Kopfball Marco Schneuwlys auf der Torlinie abwehren; ob der Ball dahinter war, wie die Thuner reklamierten, ist müs­sig zu diskutieren, weil es dafür ­keinen (TV-)Beweis gibt. Später hätte es ­Elfmeter Thun geben müssen, als Christian Schneuwly von Goalie Da Costa über den Haufen gerannt wurde; das leugnete auch Meier nicht, Schiedsrichter Klossner aber hatte das Foul nicht mitbekommen.

Vier Spiele innert zwölf Tagen bleiben dem FCZ bis zum Saisonende, morgen bei Sion, gegen St. Gallen, in Lausanne und gegen Aarau. Vier Siege als Ziel für eine Mannschaft, die befreit von irgendwelchem Druck auflaufen kann? «Damit wir so aufhören, wie wir die Rückrunde angefangen haben?», entgegnet Meier und lacht verschmitzt. (ths.)

Erstellt: 04.05.2014, 19:44 Uhr

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