Pfiffe gegen Frei waren eine Frechheit

Man darf Alex Frei kritisieren, aber was am Dienstagabend in Basel passierte, ist peinlich für den Schweizer Fussball, findet Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Redaktor Sascha Rhyner.

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Alex Frei ist ein Egoist. Ja. Er ist eine kleine Ich AG. Mag sein. Aber Alex Frei ist auch eine Torfabrik. Der Rekordnationaltorschütze. 81 Länderspiele. 40 Tore. Das ist ein Leistungsausweis auch auf hoher Stufe.

Am Dienstagabend gegen Wales wurde er, nicht zum ersten Mal, im Dress der Schweizer Nationalmannschaft ausgepfiffen. Ausgepfiffen, obwohl die Schweiz gut spielte und letztlich 4:1 gewann. Es waren Pfiffe für den Mann, der sich auf dem Feld zerreisst. Und deshalb ist jeder Pfiff auch ein Stich in sein Kämpferherz.

Gewiss darf man Alex Frei kritisieren. Für schlechte Leistungen. Wenn er seine Verantwortung als Captain nicht im vollen Umfang wahrnimmt – wie an der WM. Man kann ihm seinen vielleicht eher schwierigen Charakter ankreiden. Vielleicht seine zuweilen arg giftigen Antworten, wenn er hinter der Frage eine Falle oder einen Angriff vermutet.

Eines darf man bei aller Kritik aber nie vergessen: Alex Frei ist ein Fussballer mit Leib und Seele. Kein Talent, ein Arbeiter. Alex Frei weiss das. Deshalb wirkt er manchmal verbissen. Vielleicht auch verkrampft. Dass er seit dem 9. September 2009 nicht mehr getroffen hat, schmerzt ihn am meisten. Weil er ein Egoist ist, weil er ein Fussballer ist, weil er vor allem auch den Erfolg will.

Dass er von seinem Publikum in seinem Stadion Pfiffe hören muss, ist eine Frechheit. Und es ist peinlich für den Schweizer Fussball, dass sogar der Schiedsrichter fragt, ob dies hierzulande normal sei, dass der Star ausgepfiffen werde. Es ist für die Schweiz zu hoffen, dass der 12. Oktober 2010 nicht den letzten Auftritt von Alex Frei im Dress des SFV bedeutet.

Erstellt: 13.10.2010, 02:22 Uhr

Sportredaktor Sascha Rhyner.

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