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Phantomtor zählt – Richter veräppelt Kiessling

Das Spiel zwischen Leverkusen und Hoffenheim wird trotz des Phantomtors von Stefan Kiessling nicht wiederholt. Dafür muss der Stürmer jede Menge Spott über sich ergehen lassen.

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Die Verhandlung in Sache Phantomtor begann am Montagmorgen mit einem Scherz. «Wir haben überlegt, Stefan Kiessling dazu zu verurteilen, 1000-mal zu versuchen, das Loch noch einmal zu treffen», verkündete Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts in Frankfurt am Main. Lorenz liess es aber nicht mit dem einen Spass bewenden. «Jetzt haben Sie endlich einmal eine Einladung vom DFB bekommen», sagte er zu Kiessling – als Anspielung darauf, dass der Angreifer von Bundestrainer Joachim Löw wiederholt ignoriert wurde.

Kiessling hatte seinem Verein Bayer Leverkusen am 18. Oktober mit einem irregulären Tor, bei dem der Ball durch ein Loch im Netz in den Kasten segelte, den 2:1-Sieg über 1899 Hoffenheim ermöglicht und in Fussball-Deutschland kollektive Empörung ausgelöst. Er selbst stellte sich erneut auf den Standpunkt, nicht genau gesehen zu haben, was vorging. Zudem beklagte er sich über die heftigen Reaktionen auf sein Verhalten: «Ich wurde als Arschloch beschimpft und habe dann mit den Toren in der Champions League die richtige Antwort gegeben.»

Sachlich bekam Kiessling recht. Die Wertung des Spiels bleibt unangetastet. Entscheidend war die Aussage von Schiedsrichterassistent Stefan Lupp. «Aus meiner Sicht war es eindeutig, ich hatte keine Zweifel, deshalb bin ich auch zur Mittellinie und habe Tor angezeigt», gab dieser zu Protokoll. Referee Felix Brych stützte sich auf sein Urteil.

So blieb dem Gericht nichts anderes übrig, als die Tatsachenentscheidung zu respektieren, obwohl sie falsch war. «Der Einspruch der TSG Hoffenheim ist zurückzuweisen. Ein Einspruchsgrund liegt nicht vor», schloss Richter Lorenz. Er wünscht sich aber Reformen von der Fifa: «Man muss sich Gedanken über die Torlinientechnologie machen. Sportarten wie Eishockey sind da viel weiter als der Fussball.»

Erstellt: 28.10.2013, 13:14 Uhr

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