Polizei sperrt die FCZ-Fans aus

Beim Spiel Aarau - FC Zürich morgen muss der Gästesektor geschlossen bleiben. Zu gross sind Sicherheitsbedenken.

Müssen diesmal draussen bleiben: Die Fans des FC Zürich werden von der Aargauer Polizei als Sicherheitsrisiko eingestuft. Foto: Keystone

Müssen diesmal draussen bleiben: Die Fans des FC Zürich werden von der Aargauer Polizei als Sicherheitsrisiko eingestuft. Foto: Keystone

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Der FCZ muss im nächsten Match ohne Anhang auskommen. Die Kantonspolizei Aargau wies nach Absprache mit Polizeidirektor Urs Hofmann den FC Aarau als Heimclub an, den Gäste­sektor im Brüggli­feld geschlossen zu lassen. Ausserdem dürfen die SBB den FCZ-Fans keinen Sonderzug zur Verfügung stellen. Die Polizei hat die Befugnis für solche Massnahmen. Als drastischstes Mittel könnte sie gar die Bewilligung für die Durchführung einer Partie verweigern.

Zum Beschluss führten erhebliche ­Sicherheitsbedenken: Anhänger des FCZ ­waren zuletzt mehrfach negativ auf­gefallen, besonders in Basel, als Chaoten mit Pyros und Böllern die Begegnung an den Rand des Abbruchs brachten. «In jüngster Vergangenheit zeigten sich Risikofans des FC Zürich mehrfach für ­gewalttätige Ausschreitungen grösseren Ausmasses verantwortlich», schreibt die Kapo Aargau in einem Communiqué.

Polizei: Insider-Infos

«Es ist kein leichtfertig gefällter Entscheid», sagt Polizeisprecher Bernhard Graser, «es ist ein notwendiger Schritt.» Er verweist auch auf gesammelte Insider-Infos, die aufzeigen: «Rund um dieses Spiel ist ein hohes Gewaltpotenzial vorhanden.» Die Massnahme schliesst zwar die Gefahr nicht aus, dass Chaoten doch nach Aarau fahren. Graser sagt aber, die Polizei sei gerüstet: «Wir werden nicht ­tolerieren, dass Stunk gemacht wird, ­weder vor dem Stadion noch in der Stadt. Notfalls werden wir Störer strafrechtlich zur Verantwortung ziehen.»

Bei der Swiss Football League sagte Geschäftsführer Claudius Schäfer, die Kurzfristigkeit des Entscheides über­rasche ihn. Er appelliert nun an die ­Supporter des FCZ, die Verfügung zu ­respektieren – eine Verfügung notabene, die erstmals eine Behörde und nicht die Liga erlassen hat.

Der FCA ist enttäuscht, in seiner Mitteilung steht: «Wir haben alles unternommen, die Entscheidungsbehörden von diesem Vorgehen abzubringen.» Und der FCZ? Er bedauert den Entscheid – und macht dafür «sogenannte Fans» verantwortlich: «Durch ihr skandalöses Verhalten in Basel haben sie die Kurvensperre provoziert.» Vielleicht werden Zürcher versuchen, in den Stehplatz-Heimsektor auszuweichen. Das macht Umsetzung der polizeilichen Vorschrift zu einer ­heiklen Aufgabe. Die Aarauer wollen «keine Zuschauer mit optisch erkenn­baren­ FCZ-Fanartikeln zulassen». Und hoffen auf Vernunft: «Wir bitten die Fans des FCZ, dies nicht zu umgehen.» (pmb.)

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.04.2015, 00:18 Uhr

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