Renommierte Trainer hören auf

Trainerwechsel in der Bundesliga: Thomas Tuchel verlässt nach fünf Jahren und der EL-Qualifikation den FSV Mainz, Huub Stevens tritt in Stuttgart freiwillig ab.

Delikate Situation: Thomas Tuchel will nicht mehr Trainer der Mainzer sein.

Delikate Situation: Thomas Tuchel will nicht mehr Trainer der Mainzer sein. Bild: Keystone

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Im Fall von Thomas Tuchel ist die Rechtslage brisant. Der 40-jährige Coach hat mit Mainz noch einen Vertrag bis 2015, will und wird aber in der kommenden Saison nicht mehr für den Europa-League-Qualifikanten arbeiten. Er habe seinen Entscheid bereits im letzten Herbst getroffen und den Verein im Januar darüber informiert. Tuchel, der an der Pressekonferenz vom Sonntag nicht anwesend war, betonte in einem schriftlichen Statement zugleich, die Mainzer nie um eine Wechselfreigabe oder Auflösung seines Vertrags gebeten zu haben.

«Fakt ist, das sich Thomas am Samstag mit sehr bewegenden Worten von der Mannschaft verabschiedet hat», sagte Manager Christian Heidel am Tag nach dem 3:2 gegen den Hamburger SV. Er will einen Rosenkrieg mit dem jungen Trainer vermeiden. «Es wäre die grösste Katastrophe, wenn wir uns vor dem Arbeitsgericht wiederfinden würden. Daran möchte ich gar nicht denken, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Intention von Thomas Tuchel ist.» Heidel würdigte den Abtrünnigen als aussergewöhnlichen Trainer und Menschen, mit dem es in den vergangenen fünf Jahren und zwei Europacup-Qualifikationen (2011 und 2014) kein einziges Mal zu Differenzen gekommen sei.

Stevens hat «keine Kraft mehr»

Huub Stevens verlässt dagegen wie erwartet schon nach wenigen Wochen den VfB Stuttgart wieder. Der 60-jährige Holländer, der die Schwaben zum Klassenerhalt geführt hatte, gab persönliche Gründe für diesen Entscheid an. Stevens war im März auf Thomas Schneider gefolgt. Er weist in zehn Bundesligaspielen mit dem VfB zwar eine negative Bilanz auf (drei Siege, drei Remis, vier Niederlagen) und blieb mit dem Team auf Platz 15, doch genügten die zwölf Punkte letztlich zum Klassenerhalt.

Nach dem letzten Saisonspiel, das nach einem späten Gegentor bei Meister Bayern München 0:1 verloren gegangen war, sprach Stevens davon, dass er für eine Fortsetzung seiner Arbeit nicht mehr die Kraft habe. Der VfB Stuttgart beschäftigte in der abgelaufenen, enttäuschenden Saison drei Trainer. Vor Stevens und Schneider hatte Bruno Labbadia die Saison begonnen. Pikant: Tuchel zählt zu den möglichen Trainerkandidaten bei den Schwaben. (fal/si)

Erstellt: 11.05.2014, 17:28 Uhr

Keine Kraft mehr: Huub Stevens hängt seinen Job an den Nagel. (Bild: Keystone )

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