Saubere Sache? Freiburg entlässt Spieler wegen Shampoo

Im Mannschaftshotel soll Freiburgs Profi Yacine Abdessadki Shampoo geklaut haben. Der Fussballer ist deswegen gefeuert worden.

Verlor Yacine Abdessadki wegen Shampoo-Mangels seinen Job? Dieser Hammam-Besucher kann darüber nicht klagen.

Verlor Yacine Abdessadki wegen Shampoo-Mangels seinen Job? Dieser Hammam-Besucher kann darüber nicht klagen. Bild: Reuters

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Kurz vor Weihnachten brennt beim SC Freiburg der Baum. Es wurde bekannt, dass dem französisch-marokkanischen Mittelfeldspieler Yacine Abdessadki gekündigt wurde – fristlos. Daneben wurde fünf weiteren Spielern, darunter Captain Heiko Butscher, nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Auf der Webseite nennen die Verantwortlichen dies euphemistisch: «Umbruch eingeleitet!»

Interessanterweise wirft der SC dem 30-Jährigen vor, am 10. Dezember während des Aufenthaltes in Köln am letzten Bundesliga-Spieltag (0:4) in der Unterkunft Ameron Hotel Regent laut «Bild online» Seifenspender entwendet zu haben – Sachschaden sei entstanden, den nun der Klub berappen müsse. SC-Sportdirektor Dirk Dufner dazu: «Es sind Dinge geschehen, die wir einem Profi mit Vorbildfunktion nicht durchgehen lassen können. Dieses Auftreten werden wir als SC Freiburg nicht hinnehmen.» Weitere Auskünfte wollen die Breisgauer nicht geben.

Nur ein Missverständnis?

Die Freiburger müssen aber nicht nur am Tabellenende der Bundesliga überwintern, sondern können sich nach der Entlassung von Abdessadki auch auf ein gerichtliches Nachspiel gefasst machen. Denn dieser will wegen Verletzung des Kündigungsschutzes seinen ehemaligen Klub verklagen. Abdessadki behauptet, dass es sich um ein Missverständnis handelt, dass er nur zwei neue Shampooflaschen geholt habe, weil ihm und seinem Zimmerpartner Garra Dembélé dieses ausgegangen sei.

Dembélé habe bei der Réception gleichzeitig zwei neue bestellt. Als sie bemerkten, dass sie zwei zu viel hatten, nahmen sie diese mit. Abdessadkis Anwalt Werner Schurig, der seinen Mandanten vor Gericht in einer Kündigungsschutzklage vertreten wird, meint laut «Bild»: «Für die Jungs eine normale Dienstleistung – wie, wenn sie zwei Colaflaschen bestellt hätten.» Falls sich dies als wahr erweisen sollte, sind es doch sehr drakonische Massnahmen, die der Klub vollzogen hat, und lassen vermuten, dass der Klub das vermeintliche Kavaliersdelikt als Vorwand nahm, um sein Kader auszumisten.

Erstellt: 22.12.2011, 16:55 Uhr

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