Schiedsrichterkritik und Sticheleien: Nervosität im Meisterrennen

Die Young Boys holten sich in der fünftletzten Runde der Super League den Vorteil wieder zurück, weil der FC Basel bei GC erheblich stolperte.

Trainerduell auf verbaler Ebene: Thorsten Fink und Vladimir Petkovic sehen dem Saisonfinale entgegen.

Trainerduell auf verbaler Ebene: Thorsten Fink und Vladimir Petkovic sehen dem Saisonfinale entgegen. Bild: Keystone

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0:4 war das deutliche Verdikt gegen den FC Basel im Letzigrund gegen die Grasshoppers. Die Zürcher waren zu Beginn effizient, dann abgeklärt. «Wir waren heute die schlechtere Mannschaft», gab FCB-Trainer Thorsten Fink ohne Umschweife zu. Der Untergang begann mit einem Einwurf für die Basler auf der Höhe der Mittellinie. GC eroberte den Ball, Nassim Ben Khalifa lancierte Steven Zuber ideal in die Tiefe. Schon in der 3. Minute war der FCB in Rücklage.

Fast gleichzeitig wie Ricardo Cabanas im Letzigrund mit dem Kopf zum 2:0 traf, brachte Seydou Doumbia in Bern die Young Boys gegen Neuchâtel Xamax in Führung. «Wir haben auf dem Platz die Antwort gegeben», zeigte sich YB-Trainer Vladimir Petkovic. Und weil der SC Bern am Vortag doch noch Meister geworden war, nachdem einige Medien sich über das möglicher Berner Verlierer-Gen lustig gemacht hatten, schob Petkovic nach, dass es «ein schönes Wochenende für Bern» war.

Huggels Kritik am Schiedsrichter

Und auch die kleinen psychologischen Spielchen nahm Petkovic mit einem Lächeln auf. «Jetzt hat jemand anders den Druck. Wir interessieren uns nur für uns», meinte er Richtung Basel. Dort leckt man nach der dritten Niederlage im vierten Saisonspiel gegen GC die Wunden. «Wir wurden kalt erwischt. Jetzt erwarte ich eine Reaktion gegen Bellinzona», erklärte Fink. «Und zwar so, dass Bellinzona eventuell darunter leiden muss.»

Gewiss erzielte GC die Tore «zum richtigen Zeitpunkt» und lief «ideal», wie Boris Smiljanic ausdrückte. Entscheidend war die rote Karte nach knapp einer halben Stunde gegen Behrang Safari und der von Smiljanic verwandelte Foulpenalty zum 3:0. «Es gibt keine Diskussion, das war eine rote Karte», gab der Schwede hernach zu.

Dennoch schienen die Nerven der Basler etwas flatterhaft. Marco Streller scheiterte mit einem Penalty an GC-Keeper Yann Sommer, und Benjamin Huggel, der auf dem Feld mit einer rüden Attacke aufgefallen war, beschwerte sich nach der Partie über die Spielleitung. Er lamentierte, dass der Spitzenkampf von einem «unsäglichen Nicht-Fifa-Schiedsrichter» geleitet wurde, der «es nicht im Griff hatte und zufälligerweise aus der Regio Bern kommt».

Das fehlende Feuer in den Augen der FCB-Spieler

Auf dem Papier hat der FCB vor dem direkten Duell der Titelaspiranten in der letzten Runde in Bern das etwas einfachere Programm. Die Basler empfangen Bellinzona sowie Neuchâtel Xamax und müssen zu Schlusslicht Aarau. Die Young Boys treten noch beim FC Zürich und in Luzern an, dazwischen gastiert St. Gallen im Stade de Suisse.

Entsprechend zuversichtlich gibt sich Petkovic. «Wir müssen mit dieser Ruhe spielen und gewinnen, dann werden wir auch Meister», meinte er nach dem 4:1-Erfolg gegen Xamax. Basel tröstet sich mit dem Satz, dass man «lieber einmal 0:4 verliert als viermal 0:1», wie es Huggel formulierte. Eine Stichelei konnte sich letztlich aber Smiljanic an die Adresse von Erzrivale FCB nicht verkneifen: «Ich habe das Feuer in den Augen vermisst beim FCB. Das ist eigentlich komisch für die Situation, in der er ist.»

Erstellt: 25.04.2010, 20:48 Uhr

Das Restprogramm

33. Runde:
Zürich - Young Boys
Basel - Bellinzona
34. Runde:
Young Boys - St. Gallen
Aarau - Basel
35. Runde:
Luzern - Young Boys
Basel - Xamax
36. Runde:
Young Boys - Basel

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