«Schnauze voll» – Coach greift Seferovic an

Nach dem 3:2-Sieg seiner Frankfurter gegen Wolfsburg zieht Trainer Armin Veh über den Schweizer Nationalstürmer her.

Schwere Zeiten für Haris Seferovic in Frankfurt.

Schwere Zeiten für Haris Seferovic in Frankfurt. Bild: Keystone

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Bei Eintracht Frankfurt herrscht trotz des Siegs gegen den VfL Wolfsburg zum Rückrundenstart dicke Luft. Nach dem 3:2 kritisierte Trainer Armin Veh den Schweizer Haris Seferovic mit ungewohnt klaren Worten.

Veh hatte den Nationalstürmer bereits zur Pause beim Stand von 0:1 ausgewechselt. Dieser setzte sich danach nicht zu den anderen Spielern auf die Bank, sondern schaute sich die zweite Halbzeit von der Tribüne aus an. Und er liess sich sogar zu einigen abschätzigen Gesten in Richtung seines Trainers hinreissen.

Dieser machte danach aus seinem Herzen ebenfalls keine Mördergrube. «Wenn einer immer sein Ego herauskehrt, dann habe ich irgendwann die Schnauze voll. Wir sind hier kein Egotrip, sondern eine Mannschaft», griff Veh Seferovic nach dem Spiel vor versammelter Presse an. Und: «Es ist ja bezeichnend, dass wir 1:0 hinten liegen und ich zur Halbzeit einen Stürmer rausnehme. Aber wenn sich einer über die Mannschaft stellt, dann geht das nicht. Das war ja nicht das erste Mal.»

«Das reicht nicht für einen Torjäger»

Veh und Seferovic scheinen schon seit längerer Zeit ihre Differenzen zu haben. «Es war nicht das erste Mal», giftete Veh weiter in Richtung seines Stürmers, «er wird in den Medien als Wahnsinnskämpfer dargestellt, das sehe ich komplett anders.»

Und weil sich Veh schon so schön in Rage geredet hatte, erklärte er Seferovic via Umweg über die Presse auch noch gleich, an wem er sich ein Vorbild nehmen könne: an Teamkollege Alexander Meier nämlich. Und das nicht nur, weil er die Partie mit drei Toren fast im Alleingang entschieden hatte. Sondern auch, weil Meier die richtige Einstellung zum Beruf mitbringe: «Der ist 33 und schiesst immer noch seine Tore, weil er danach lebt.»

Seferovic dagegen habe bloss die Attitüden eines grossen Spielers, liefere aber keine Leistung: «Ich höre immer nur Torjäger. Er hat gerade drei Tore in dieser Saison erzielt, das reicht nicht für einen Torjäger.»

Trotzdem dürfte Seferovic bei Frankfurt weiter Einsatzminuten erhalten. Obwohl ihn Veh wohl lieber mal auf die Bank setzen würde: «Aber ich habe ja keinen anderen Stürmer. Das Problem ist doch, dass ich nicht immer so handeln kann, wie ich will.» (fra)

Erstellt: 25.01.2016, 12:56 Uhr

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