Scott Sutter: «Mitsingen werde ich keine der Hymnen»

Scott Sutter spielte einst bei GC und träumte von England. Inzwischen trägt er das gelb-schwarze YB-Dress und ist im Aufgebot gegen die Three Lions – auch so geht für ihn ein Traum in Erfüllung.

Match gegen das Land seiner Mutter: Scott Sutter vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen England.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Scott Lee ist Sutters Vorname, er spricht Londoner Dialekt, wenn auch nicht gerade Cockney, den East-Enders-Slang der englischen Kapitale. Unweit der White Hart Lane, der Heimstätte der Tottenham Hotspur, ist er aufgewachsen. Vor achteinhalb Jahren zog der Sohn eines Schweizers und einer Engländerin polnischer Abstammung, der in seiner Jugendzeit bei Millwall, Aston Villa und Charlton spielte, in die Schweiz und spielte für die Grasshoppers. Dank seinen Leistungen wurde der englisch-schweizerische Doppelbürger alsbald für die Schweizer Nachwuchsauswahlen aufgeboten. Vor vier Jahren jedoch sagte er dem Verband ab, er wollte für England spielen.

«Ich hatte mir damals oft überlegt, ob ich das eventuell bereuen werde», erklärt Scott Sutter nun, da er wieder das rote Trikot des SFV trägt. Die Schweiz ist seine Heimat geworden. Und nach einer langwierigen Verletzung und dem Wechsel zu den Young Boys ist der 24-Jährige auch sportlich wieder obenauf. «Ich bin der Schweiz und dem Schweizer Fussball sehr dankbar und kann nun so etwas zurückgeben», begründet er seinen Meinungsumschwung.

Das Trikot für den Vater

Weil er seine Jugend in England verbrachte, sagt er, sei natürlich sein «Bubentraum gewesen, für die englische Nati zu spielen». Jetzt ist er froh, dass ihn Ottmar Hitzfeld aufgeboten hat. Seine Premiere hatte er am letzte Freitag gegen Australien. Das Trikot schenkte er seinem Vater. «Er hat alle zu Hause», erzählt Sutter. Und er ist auch hin- und hergerissen, ob er heute Abend, sollte er nicht im letzten Moment auf der Tribüne Platz nehmen müssen, das Trikot mit einem Engländer tauschen möchte. «Das Schweizer Trikot meines ersten Ernstkampfes ist auch sehr wertvoll», erklärt er.

In der Startformation wird Sutter kaum stehen. «Ich hoffe, dass ich zum Einsatz komme», meint er bescheiden. Den Platz auf der Tribüne, so lässt er durchblicken, würde er ohne Murren akzeptieren. Eine gewisse Nervosität verspürt er nicht nur wegen des Gegners und seiner eigenen Vergangenheit. «Ich bin immer nervös – vor einem U-18-, U-21- oder einem A-Nati-Spiel», gibt er zu. Auf die Atmosphäre im Stadion freut er sich. Und die Nationalhymnen. Und bei welcher wird er mitsingen? «Ich werde schön ruhig sein», sagt er lachend. «Ich kann den Text der Schweizer Hymne nicht. Und auch den englischen nicht.»

Erstellt: 07.09.2010, 16:13 Uhr

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Sweet Home Willkommen im Weihnachtswunderland

Mamablog Zur Erholung ins Büro?

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...