«Shaqiri wird kein schönes Leben führen»

Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld stuft Norwegen als äusserst unbequemen Gegner ein und verrät, mit welchen Mitteln er den bärbeissigen Skandinaviern den Zahn ziehen will.

«Die Norweger sind sehr gut organisiert und haben grosse Stärken im Zweikampf»: Ottmar Hitzfeld am Tag vor dem Spiel gegen Norwegen. (Video: Sebastian Rieder)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im dritten Spiel der Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien erwartet die Schweizer ein defensiv starker und überaus robuster Widersacher. Trainer Ottmar Hitzfeld will sich daher erst gar nicht der von einem Reporter geäusserten Hoffnung hingeben, dass sein Spielmacher Xherdan Shaqiri gegen die von John Arne Riise organisierte norwegische Defensive mehr Raum bekommen werde als in den ersten beiden Partien gegen Slowenien und Albanien. «Die Norweger sind sehr gut organisiert und haben grosse Stärken im Zweikampf. Shaqiri muss viel laufen und sich gut bewegen. Ich glaube nicht, dass er morgen ein schönes Leben führen wird», sagt Hitzfeld. An den Skandinaviern beeindrucken den Coach vor allem ihre Gefährlichkeit bei Standards und die Gradlinigkeit. «Sie spielen schnell und auch hoch in die Spitze. Es wird also wichtig sein, dass wir die zweiten Bälle bekommen», analysiert er.

«Wir haben Respekt, aber keine Angst»

Im Training, das nur am Dienstag einigermassen normal stattfinden konnte, habe er entsprechende Situationen simulieren lassen, so Hitzfeld. Er setzt vor allem auf seine zweikampfstärksten Akteure im Zentrum, Captain Gökhan Inler und Valon Behrami. «Wir können uns auf verschiedene Systeme einstellen, das muss eine gute Mannschaft auch können, sie muss ihren eigenen Stil durchziehen. Ich habe Vertrauen in meine Spieler», erklärt Hitzfeld. Er würde deshalb auch nicht für vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen gegen Norwegen und in Island unterschreiben: «Man muss doch in jedem Spiel versuchen, drei Punkte zu holen. Wir wollen Norwegen schlagen und so einen direkten Konkurrenten distanzieren.» Dass das technische, spielerische und taktische Training wegen der schlechten Witterung in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Duell mit den Norwegern zu kurz kam, schmälert Hitzfelds Zuversicht nicht. Auch Captain Inler ist optimistisch und sagt: «Wir haben Respekt, aber keine Angst.»

«Wenn ein anderer belohnt wird, bin ich auch glücklich»

Neben dem Stabilisator Inler und dem Ideengeber Shaqiri steht noch ein weiterer Spieler besonders im Fokus: Stürmer Eren Derdiyok. Der Bundesligaprofi von der TSG Hoffenheim muss in der Spitze den Alleinunterhalter geben. «Es wird bestimmt kein einfaches Spiel, in dem ich fünf, sechs gute Chancen bekomme», blickt der Basler voraus. «Als Ein-Mann-Sturm habe ich die Aufgabe, die Bälle zu halten. Es geht nicht um meinen persönlichen Erfolg. Natürlich bin ich geil darauf, ein Tor zu einem Sieg beizusteuern, doch wenn ein anderer belohnt wird, bin ich auch glücklich. Ich möchte dem Gegner auf die eine oder andere Art wehtun.»

Dass sein Hoffenheimer Mitspieler Boris Vukcevic nach einem schweren Autounfall noch immer auf der Intensivstation liegt und um sein Leben kämpft, werde seine Leistungsfähigkeit nicht beeinflussen, betont Derdiyok. «Ich bin in der Nationalmannschaft in einem anderen Umfeld und mit anderen Menschen zusammen. Das hilft mir, mich abzulenken. Ich informiere mich über die Website des Vereins über seinen Zustand und telefoniere ab und zu mit einigen Mitspielern. Mehr als hoffen können wir in dieser Situation nicht. Boris ist ein Kämpfertyp, und entsprechend werde ich auftreten.»

Der Platz ist weit besser als erwartet

Die Verhältnisse im Berner Stade de Suisse sollten den technisch besseren Schweizern wider Erwarten entgegenkommen. «Der Platz ist zu 90 Prozent trocken, nur an den Aussenrändern gibt es ein paar sumpfige Stellen. Die Leute vor Ort haben einen hervorragenden Job gemacht», sagt Marco von Ah, der Medienchef des Schweizer Verbands. Er rechnet mit einem ausverkauften Haus. Bereits sind über 30'000 Tickets abgesetzt. Anders als gegen Albanien in Luzern wird es diesmal also ein echtes Heimspiel geben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.10.2012, 12:30 Uhr

Artikel zum Thema

«Babbel wollte den Druck von mir nehmen»

Eren Derdiyok blickt vor dem Nati-Spiel gegen Norwegen zurück auf die schwierige Zeit bei Hoffenheim und dem Unfall von Teamkollege Boris Vukcevic. Der Stürmer sagt, wie er auf die Krise reagiert. Mehr...

«Wichtig war, dass ich die Einsatzzeit bekomme»

Interview Xherdan Shaqiri über den Konkurrenzkampf bei den Bayern, das Vertrauen von Trainer Jupp Heynckes und den Auftritt in Lederhosen am Oktoberfest in München. Mehr...

«Ohne GC wäre ich nicht hier, wo ich jetzt stehe»

Hintergrund Nassim Ben Khalifa hat eine lange Leidenszeit hinter sich. Bei GC hat der Torjäger sein Glück wiedergefunden und sich nach einjähriger Absenz wieder einen Platz im Nationalteam zurückerobert. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

WM - Qualifikation UEFA - 1. Runde - Gruppe E

10. Runde

15.10.Zypern - Albanien0 : 0
15.10.Norwegen - Island1 : 1
15.10.Schweiz - Slowenien1 : 0
Stand: 15.10.2013 21:51

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Schweiz1073017:624
2.Island1052317:1517
3.Slowenien1050514:1115
4.Norwegen1033410:1312
5.Albanien103259:1111
6.Zypern101274:155
Stand: 15.10.2013 21:55

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Nachspielzeit Brustmuskeln statt Hirnmuskeln

Sweet Home Wunderbare Wandregale

Die Welt in Bildern

Fierce: Ein Teilnehmer bei der New York City Pride Parade. (24. Juni 2018)
(Bild: Andrew Kelly) Mehr...