Shaqiri zu den Bayern: Was ihm Netzer, Hitzfeld, Sforza und Yakin dort zutrauen

Xherdan Shaqiri erhält bei den Bayern hochkarätige Konkurrenz. Kann er sich gegen Weltstars durchsetzen? Tagesanzeiger.ch/Newsnet sprach mit namhaften Experten.

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Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat aus gut informierter Basler Quelle in Erfahrung gebracht: Der Transfer des Schweizer Internationalen zu den Bayern ist jetzt nur noch Formsache. Der FC Basel ist sich mit den Bayern offenbar einig, erhält eine geschätzte Ablösesumme von gegen 16 Millionen Franken. Der Spieler, der in dieser Woche noch zu medizinischen Tests in München erwartet wird, erhält vorerst einen Vertrag über vier Jahre.

Die Positionen, die der kleine Wirbelwind aus Basel vorwiegend besetzt, werden bei den Bayern zurzeit allerdings von zwei Vizeweltmeistern besetzt. Vom holländischen Superstar Arjen Robben und vom Franzosen Frank Ribéry. Robben verlor den WM-Final 2010 in Südafrika gegen Spanien. Ribéry denjenigen von 2006 gegen Italien in Deutschland.

«Für Shaqiri ist das Bayern-Angebot ein Riesenkompliment»

GC-Trainer Ciri Sforza hat mit den Bayern die Champions League gewonnen. Er hat das Bayern-Gen intus. «Xherdan Shaqiri hat enorme Qualitäten. Er ist schnell, trickreich, technisch versiert und torgefährlich. Er ist auch vom Charakter her ein Supertyp. Wenn die Bayern einen solchen Spieler für so viel Geld holen, dann sind sie restlos von ihm überzeugt und glauben auch an seine menschlichen Qualitäten», weiss Sforza aus eigener Erfahrung. Shaqiri werde von den Bayern nicht bloss als Ergänzungsspieler angesehen. Er werde eine echte Chance erhalten. Sforza denkt, dass dieser Transfer für Shaqiri wie auch den ganzen Schweizer Fussball ein Riesenkompliment sei.

Er muss im Kopf jederzeit klar und ruhig bleiben

Das Wichtigste sei aber, dass Shaqiri im Kopf für diese grosse Aufgabe bei den Bayern bereit sei. «Er darf nicht in Ehrfurcht vor den grossen Namen erstarren. Mit seinen Qualitäten kann er getrost selbstbewusst auftreten. Und dann bin ich mir absolut sicher, dass er sich in München durchsetzen wird. Aber er muss im Kopf jederzeit ruhig und klar bleiben.» Sforza sagt auch, dass es im Weltfussball keine bessere Adresse gebe als diejenige des FC Bayern München. «Wenn du eine Offerte der Bayern hast, darfst du nicht zweimal überlegen, ja eigentlich keine Sekunde darüber nachdenken», sagt Sforza. Shaqiri habe sich absolut richtig entschieden und andere Angebote ausgeschlagen.

«Er kann in München sogar zum Publikumsliebling werden»

Auch Luzerns Trainer Murat Yakin kennt die Bundesliga. Er hat für den VfB Stuttgart und Kaiserslautern gespielt. «Dieser Transfer ist eine Anerkennung für Shaqiri, die Arbeit des FC Basel und für den Schweizer Fussball generell», sagt der Basler. Dieser Transfer müsse auch Motivation für andere Spieler sein. Um Shaqiri macht sich Yakin überhaupt keine Sorgen. «Er ist frech und unbekümmert. Er könnte in München sogar zum absoluten Publikumsliebling werden», mutmasst der ehemalige Nationalspieler.

Die individuelle Klasse und der totale Ehrgeiz Shaqiris werden sich auch bei einem grossen Klub wie Bayern München durchsetzen. «Das Allesentscheidende wird aber sein, dass Shaqiri ein Spieler ist, der Verantwortung übernimmt und klare Entscheidungen auf dem Feld treffen kann», so Yakin. Shaqiri sei auch mental gesund, weil er ein starkes Umfeld und eine tolle Familie habe.

«Shaqiri wird in München viel Respekt entgegengebracht»

Auch Nationalcoach Ottmar Hitzfeld begrüsst den Transfer Shaqiris zu den Bayern. «Es ist der absolut richtige Entscheid und auch der richtige Zeitpunkt, dass Xherdan Shaqiri im Sommer zu einem Topklub wie Bayern München geht», sagt der Lörracher. Ribéry und Robben seien viel verletzt. «Deshalb wird Shaqiri auch sehr schnell seine Chance bekommen», ist Hitzfeld überzeugt. Er habe das Potenzial, diese Chance auch rigoros zu nutzen. «Shaqiri ist ein sehr intelligenter Spieler. Deshalb ist er jederzeit in der Lage, auf dem Rasen auch die richtigen Entscheidungen zu fällen», so Hitzfeld. Für Shaqiri sei es eine grosse Auszeichnung, dass ein Verein wie Bayern München ihn verpflichtet habe. «Das stärkt sein Selbstbewusstsein noch vermehrt», glaubt Hitzfeld. Shaqiri werde in München viel und den nötigen Respekt erhalten. «Auch der FC Basel ist ein grosser Verein. Shaqiri hat mit dem FCB den Achtelfinal der Champions League erreicht. Das ist ein enormer Leistungsausweis.»

Auch Hitzfeld denkt, dass Shaqiri in München zum Publikumsliebling avancieren könnte. «Die Art und Weise, wie Shaqiri spielt, gefällt den Fans.» Ottmar Hitzfeld hat mit den Bayern sämtliche Titel wie Meisterschaft, Pokal, die Champions League und den Weltpokal gewonnen. Er kennt die Philosophie und das Innenleben wie kaum ein anderer. «Die Bayern haben Shaqiri längst beobachtet und alle möglichen Informationen über ihn eingeholt», weiss Hitzfeld. Deshalb würden die Bayern in Zukunft auch voll auf den Schweizer Internationalen setzen.

«Shaqiri braucht in München auch Geduld»

Der deutsche Weltmeister Günter Netzer denkt, dass Shaqiri in München auch etwas Geduld mitbringen muss. «Es wird schwer sein, dass er sich gleich auf Anhieb gegen Spieler wie Ribéry oder Robben durchsetzt», sagt der ehemalige Star von Gladbach, Real und GC. Shaqiri werde bei den Bayern auch eine Lernphase durchlaufen. «Er muss sich dort weiterentwickeln. Und dann wird er sich mit seinem Potenzial auch durchsetzen.» Für Shaqiri spreche, dass er sich die Aufgabe in München zutraue. «Das zeugt von einer enormen Portion Selbstvertrauen», so Netzer. Shaqiri sei ein grosses Talent. «Ich kann es gut verstehen, dass sich die Bayern rechtzeitig die Dienste Shaqiris gesichert haben», sagt Netzer. Man sei in München von den Qualitäten Shaqiris offensichtlich restlos überzeugt. Auch Netzer denkt wie Hitzfeld und Yakin, dass Shaqiri durchaus ein Publikumsliebling in München werden könnte. «Solche Typen mögen die Fans.»

Erstellt: 07.02.2012, 12:08 Uhr

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