«So hat Gross mit YB keinen Erfolg»

Bei GC und Basel war YB-Coach Christian Gross ein Erfolgsgarant. Doch zurzeit spricht einiges gegen den Zürcher. Ex-YB-Trainer Marco Schällibaum ist ein Kenner der Berner Szene und nimmt Stellung.

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Christian Gross wurde verpflichtet, weil man nach 25 Jahren endlich wieder einmal den Meistertitel nach Bern holen will. Man hat deshalb kräftig investiert, mit Gross einen Startrainer und mit Goalietrainer Pascal Zuberbühler ebenfalls einen Bigshot geholt, der ebenfalls nicht billig ist und sich an englische Bezahlung gewöhnt ist.

Christian Gross hat in der Schweiz zweifelsohne einen grossen Leistungsausweis vorzuweisen. Doch wenn sich der Erfolg nicht schnell einstellt, wird Gross in Bern der Zürcher bleiben, der auch mit Basel Grosses geleistet hat. Jetzt steht Gross auf dem Prüfstand wie vielleicht noch nie zuvor in seiner Karriere. Nach sieben Runden hat YB bloss neun Punkte auf dem Konto. Nach zwei Heimniederlagen zuletzt gegen Thun und den FCZ sowie dem Ausscheiden aus der Europa League, in der man fünf Millionen Franken hätte generieren können, ist die grosse Ernüchterung eingekehrt. Die Frage sei erlaubt: Hat sich YB mit Gross schon verpokert?

Erste Pfiffe gegen Gross

YB hat eine schwarze englische Woche mit zwei Niederlagen und dem Ausscheiden aus der Europa League hinter sich. Im Berner Umfeld und bei den Fans macht sich deshalb bereits Unmut breit. Die Mannschaft wurde nach der Niederlage gegen den FCZ mit gellenden Pfiffen verabschiedet. Sie galten auch Gross.

Wenn der Zürcher Marco Schällibaum nach Bern zurückkehrt, wird er dort immer noch als Retter gefeiert. Der Zürcher ist zurzeit arbeitslos, weil er Opfer der skandalösesten Entlassung der vergangenen Saison geworden ist. Schällibaum wurde in Lugano auf dem ersten Tabellenrang entlassen. Der ehemalige Nationalspieler hatte YB einst vor dem Abstieg in die Anonymität der 1. Liga bewahrt und die Berner dann zurück an die nationale Spitze und in den Uefacup geführt.

Gross-Schüler Schällibaum glaubt an seinen Lehrmeister

Bevor Schällibaum das Engagement in Bern einging, war er in Basel Assistent von Christian Gross. «Die Erwartungshaltung in Bern ist mit dem Engagement von Christian Gross ins schier Unermessliche gestiegen», sagt Schällibaum. Gross sei schon fast zum Titel verdammt. Doch Schällibaum sagt, dass auch ein Mann wie Gross nicht einfach auf einen Knopf drücken könne. «Christian muss eine neue Mannschaft aufbauen, er bringt in Bern seine Philosophie, seine Winnermentalität ein», sagt er. Das müsse alles zuerst einmal zusammenspielen.

«Wer A sagt, muss auch B sagen»

Der Experte und Kenner der Berner Szene rät deshalb zur Ruhe und Geduld. «Christian Gross ist mental sehr stark. Er wird mit seiner Mannschaft zum Erfolg zurückfinden», sagt Schällibaum. Gross sei für YB nach wie vor der absolut richtige Trainer. «Mit der Verpflichtung von Gross und Pascal Zuberbühler hat man bei YB A gesagt, jetzt muss man aber auch B sagen», sagt Schällibaum und nimmt die Berner Vereinsführung in die Pflicht.

«Mit B sagen meine ich, dass YB im Mittelfeld und im Angriff unbedingt noch Verstärkungen braucht», sagt Schällibaum. Ansonsten sehe er den durchschlagenden Erfolg in dieser Saison bei YB nicht. Handlungsbedarf sieht Schällibaum besonders im Angriff. «Nassim Ben Khalifa ist ein grosses Talent», sagt Schällibaum. Doch das reiche nicht. «YB müsste noch einen richtigen Torjäger, einen ausgebufften Routinier haben.»

Erstellt: 29.08.2011, 12:36 Uhr

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