So hat Rechnen keinen Sinn

Die Schweizer müssen sich nach dem 4:4 gegen Island hinterfragen, sonst droht die nächste böse Überraschung. Ein Kommentar von Fredy Wettstein.

Trotz zwei Treffern kein Sieger: Stephan Lichtsteiner.

Trotz zwei Treffern kein Sieger: Stephan Lichtsteiner. Bild: Keystone

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Es begann mit einem Schreck, 0:1 nach 160 Sekunden. Und endete mit einem Schock: Sekunden vor Schluss fiel das 4:4, nachdem die Schweizer 4:1 geführt hatten. Die Zuschauer, lange bestens gelaunt, pfiffen in Bern, Coach Ottmar Hitzfeld, der hypernervös fast während des ganzen Spiels an der Linie stand, mit zuckenden Händen und zusammengepressten Lippen, lief kopfschüttelnd und verärgert in die Kabine.

Wie war so etwas möglich? Es lag nicht am Gegner, sondern nur an den Schweizern selber. Sie waren, nachdem sie früh geweckt wurden und dann schnell reagieren konnten, zu genügsam, zu selbstsicher und überheblich geworden. Die Verteidiger, zweimal Lichtsteiner, einmal Schär, hatten sie 3:1 in Führung geschossen, aber alle zusammen verteidigten nachher schlecht. Sie schienen ohne Sorge und wurden bestraft. Sie hielten den Kopf zu hoch mussten dafür büssen. Zu Recht.

Verloren ist damit nichts, die Schweiz führt die Gruppe wie schon vor dem Spiel gegen Island mit vier Punkten Vorsprung an. Vergeben wurde aber die Möglichkeit, das Spiel am nächsten Dienstagabend im Ullevaal-Stadion von Oslo zu einem ersten Final zu machen und sich mit einem Sieg gegen Norwegen schon frühzeitig und so früh wie noch nie für ein grosses Turnier zu qualifizieren.

Rein theoretisch, wenn auch die Konkurrenten mit entsprechenden Resultaten mitspielen, können die Schweizer zwar ihr Ziel Brasilien 2014 trotzdem schon in Oslo erreichen. Wer aber gegen Island 4:1 führt und dann 4:4 verliert, darf solche rechnerische Gedanken nicht im Kopf haben. Sondern muss sich vorerst nur selber hinterfragen.

Erstellt: 06.09.2013, 23:35 Uhr

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