«Spycher setzte durch, was ich nie hätte durchsetzen können»

Heute vor drei Jahren wurde Fredy Bickel bei YB zum zweiten Mal entlassen. Ein Gespräch über Medien und Menschenfänger, GC und Personen bei YB, die er nicht mag.

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Warum tun Sie sich GC an?
(schmunzelt) Weil ich es will. Ich habe meine Karriere vor über 25 Jahren bei GC angefangen, irgendwie schliesst sich ein Kreis. Das ist immer noch ein toller Club mit viel Potenzial. Mich reizt es total, GC wieder dahin zu führen, wo der Verein hingehört. Aber mir ist auch klar, dass das eine schwierige Aufgabe wird.

GC fehlt es an fast allem, an Geld und Erfolg, an Zuschauern und einem anständigen Stadion …
… das ist ja fast so wie damals bei YB 1999, als ich zu einem Verein kam, der im Prinzip tot war und in der Nachlassstundung. So schlimm steht es um GC zum Glück nicht. Und YB hat es auch überlebt. Klar ist Geld ein Problem, es ist noch nicht klar, wie sich das Budget in der kommenden Saison zusammensetzen lässt. Aber wir haben Zeit, um das zu regeln. Und irgendwann wird auch in Zürich ein schönes Fussballstadion stehen. Sicher ist: Ich hätte es einfacher haben können.

Wie?
Es gab drei Offerten. Die anderen zwei Jobs wären mit viel weniger Risiko verbunden gewesen, einer in der Schweiz, einer in der Bundesliga. Aber das ist genau jene Art von Herausforderung, die ich liebe. Jetzt kann ich es mir erlauben. Meine zwei Kinder sind erwachsen, ich lebe allein, bin unabhängig, es geht mir gut. Andere Dinge wären aus finanzieller Sicht viel interessanter gewesen. Aber mir geht es um Emotionen.

Trainer ist Uli Forte, mit dem Sie sich 2015 bei YB am Ende nicht mehr gut verstanden.
Das ist lange her. Man trifft sich im Fussball oft mehrmals, das ist keine Sache, wir sind beide lange genug dabei. Und wir haben viel Arbeit. Strukturen und Organisation sind bei GC kaum vorhanden. Es ist also ein fast leeres Blatt, das wir füllen können.

«Strukturen und Organisation sind bei GC kaum vorhanden. Es ist ein fast leeres Blatt, das wir füllen können.»

Wie haben Sie den Abgang bei Rapid Wien verarbeitet?
Ich habe das Kapitel Wien nach zweieinhalb Jahren in Frieden und in Freundschaft abgeschlossen. Das war mir wichtig, weil das bei YB zweimal nicht der Fall gewesen war. Selbst wenn es sportlich in Wien nicht ideal lief.

Warum nicht?
Man weiss in der Schweiz nicht, was für ein grosser Club Rapid ist. Das ist eine Institution in Österreich und war vor langer Zeit eine Referenz im Weltfussball. So denken dort noch viele Menschen. Das macht es schwierig, weil Rapid zwar unfassbar populär ist, aber Red Bull Salzburg der mit Abstand beste Verein ist. Er steht viel höher über der Konkurrenz, als es YB und Basel in der Schweiz tun.

Erzählen Sie über Rapid Wien.
Der Verein ist Tagesgespräch in ganz Österreich. Es gibt enorm viele Einflüsse, Ruhe herrscht nie. Dagegen war es bei YB selbst in schwierigen Zeiten geradezu idyllisch. (lacht) Das ist reizvoll, aber es kostet Kraft, bei Rapid in der Verantwortung zu stehen.

Ist die Super League besser als die Bundesliga in Österreich?
In der Schweiz wird technisch und taktisch besser gespielt, unsere Liga ist leicht stärker. In Österreich hat es mehr Tempo, mehr Aggressivität, mehr Kraft.

Und wie war es in Wien, das regelmässig als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet wird, für Sie als Geniesser?
Herrlich! Auch Zürich ist ein Traum, in Bern gefällt es mir extrem gut, doch in Wien ist alles noch spektakulärer. Die Kulturszene ist wunderbar, da gibt es jeden Abend fantastische Konzerte. Man isst und trinkt grossartig, und weil ich nicht kochen kann, habe ich das täglich am eigenen Leib erfahren. (schmunzelt) Die Stadt ist wunderschön, mit ihren Parks und Gebäuden, der Geschichte. Es fehlt an nichts.

Die nächsten Themen dieses Gesprächs werden wohl weniger schwärmerisch. Wie blicken Sie auf Ihre Jahre bei YB zurück?
(überlegt lange) Doch, ich gerate ins Schwärmen. Ich habe eine tolle Zeit in Bern erlebt, viele wunderbare Menschen kennengelernt, mit denen ich teilweise immer noch befreundet bin. Es sind gute Gefühle. Trotz der zwei bitteren Abschiede. Ich denke an die Neufeld-Jahre, an die Aufbruchstimmung, was wir geleistet haben, um YB von ganz unten wieder nach oben zu führen.

Wie war das damals 1999, als Sie erstmals zu YB kamen?
Ich war sehr jung, 34 erst, und ich fand einen Betrieb vor, in dem gar nichts mehr funktionierte. Neben mir gab es eine Sekretärin, die gekündigt hatte, sowie Nachwuchschef Ruedi Moser. Und es gab ein kleines, kaltes Büro im Wankdorf, aber keine Möbel, weil die Gläubiger alles mitgenommen hatten, was irgendwie Wert besass. Damals ging es nur darum, irgendwie von Woche zu Woche zu kommen. Ich erledigte teilweise mehrere Jobs gleichzeitig, war sogar mal Präsident.

Sie schafften den Turnaround, Ihr Ende aber war hässlich.
Darüber möchte ich nicht mehr viele Worte verlieren. Ich erinnere mich an den Aufstieg, an die WG mit Trainer Marco Schällibaum und Assistent Harald Gämperle, an die Begeisterung der Fans, an den Zusammenhalt im Club.

Sie arbeiteten nicht nur, sondern wohnten auch zusammen: Fredy Bickel und der damalige YB-Trainer Marco Schällibaum im Jahr 2002. Bild: Keystone

Sie wurden unter anderem wegen Urkundenfälschung angezeigt, es gab viele Geschichten über Sie, Ihr Ruf litt …
… so schlimm kann es nicht gewesen sein, es kam zu keiner Anklage und zu keiner Verurteilung. Und anschliessend durfte ich beim FC Zürich schöne Erfolge feiern. Und, ganz ehrlich, wir hatten bei YB auch Fehler gemacht und provoziert, weil eine Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Peter Jauch unmöglich war.

Seit damals ist Ihr Verhältnis zu einigen Medien sehr belastet.
Ja, zum Beispiel zu Ihnen. (schmunzelt) Es wurde viel Unsinn geschrieben, mit dem «Blick» sprach ich mehrere Jahre nicht mehr. Ich war selber mal Journalist und weiss, wie das Geschäft läuft. Ich stand im Mittelpunkt von wilden Geschichten und wurde oft vorverurteilt. Aber es gibt Menschen, mit denen man anschliessend wieder reden kann …

… was wir oft getan haben …
… unsere Zusammenarbeit während meiner zweiten YB-Zeit war vertrauensvoll, ich wurde nie hereingelegt. Aber Sie trauten mir nie ganz über den Weg.

Wie meinen Sie das?
Nach meiner Entlassung im September 2016 etwa beschrieben Sie immer nur die Seite von YB, ich wurde nie richtig gefragt.

Am Freitag ist es drei Jahre her, dass Sie erneut entlassen wurden. Welches Ende war bitterer?
Ich verlor bei YB zwei Machtkämpfe, die ich nicht gewinnen konnte. Aber beim ersten Mal waren die Fronten klar, wir stritten offen. 2016 wurde ich hintergangen, das war menschlich die viel grössere Enttäuschung.

Von wem?
Es war ein abgekartetes Spiel. Verwaltungsrat Richard Gostony holte Urs Siegenthaler im Frühling 2016 an Bord. Ich wusste sofort: Das ist mein Ende. Siegenthaler zeigte mir das bei jeder Gelegenheit deutlich. Also bot ich Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger im Mai 2016 meinen Rücktritt an. Davon wollte man nichts wissen. Ich müsse Siegenthaler Zeit geben, hiess es.

«Es war ein abgekartetes Spiel. Ich wurde die ganze Zeit angelogen. Paul Meier war von YB bereits als Sportchef verpflichtet worden.»

Eine Chance hatten Sie nicht?
Natürlich nicht. Ich wurde die ganze Zeit angelogen. Im Geheimen wurde alles vorbereitet, mit Paul Meier war bereits im Juni ein Sportchef verpflichtet worden. Auch andere wie Chefscout Stéphane Chapuisat wären entlassen worden. Der Sohn von Siegenthalers Lebensgefährtin war bereits unterwegs für YB, einmal sass er zur Beobachtung eines Gegners im Ausland neben Chapuisat auf der Tribüne. Das war absurd. Und dann erzählen diese Leute, die das alles geplant hatten, es sei immer die Idee gewesen, Christoph Spycher zum Sportchef zu machen. Das ist lachhaft. Zum grossen Glück für YB gab Siegenthaler dann diese merkwürdigen Interviews, die ihn untragbar machten und alles veränderten.

Aber Sie wissen schon, warum Sie in Ungnade fielen?
Wegen der Finanzen?

Sie sind kein perfekter Sportchef, wenn es darum geht, einen Sparkurs umzusetzen.
(lacht) Das ist vielleicht korrekt, aber falsch interpretiert, weil es bei YB so viele Richtungsänderungen gab. Ich möchte daran erinnern, dass wir noch 2015 sechs Millionen Franken erhielten, um mit dem «Projekt Avanti» den FCB anzugreifen. Wir holten Miralem Sulejmani, Loris Benito und Denis Zakaria. Ein paar Monate später war alles wieder anders. Natürlich hätte man auch mit weniger Geld Zweiter werden können. Aber wir wollten Meister werden, bauten etwas auf, kamen von Platz 7 auf 3 und dann 2. Wie man später sah, war das alles nicht so schlecht vorbereitet.

Warum sprachen Sie nicht mit Besitzer Andy Rihs?
Ihm ging es gesundheitlich nicht mehr so gut, er hatte verständlicherweise andere Sorgen.

YB verursachte zwischen 2010 und 2016 jährlich hohe Millionenverluste, auch vor Ihrer Zeit. So konnte es nicht weitergehen.
Es ging ja auch nicht so weiter. YB hat danach sehr viel Geld durch Ablösesummen eingenommen. Ein Grossteil dieser Spieler wurde verpflichtet, als ich dabei war.

Dem Verwaltungsrat fehlte es an Fussballfachwissen. Es hiess, Sie hätten Ihre Kompetenzen überschritten und gemeinsam mit Verwaltungsrat Werner Müller Verträge unterschrieben.
Dieser Vorwurf tut mir am meisten weh. Nicht meinetwegen, sondern wegen Werner. Er ist ein wunderbarer Mensch, dem YB seit 1999 sehr viel zu verdanken hat. Und dann wird er derart mies behandelt. Jeder, der ihn kennt, würde beteuern, dass es keinen loyaleren, ehrlicheren Menschen gibt. Alle Transfers und Verträge wurden in der Sportkommission bestimmt, festgelegt und abgesegnet. Aber natürlich waren nicht immer alle gleicher Meinung …

… wie beim sündhaft teuren Verteidiger Milan Vilotic, einem Wunschspieler von Uli Forte …
… wie gesagt: Es gab diesen Wunsch, Basel anzugreifen. Wir verpflichteten auch Steve von Bergen, Guillaume Hoarau, Miralem Sulejmani und Sékou Sanogo, sie wurden zu Helden in Bern. Oder Kevin Mbabu und Denis Zakaria, die später für einen Riesengewinn verkauft wurden.

Was werfen Sie sich selber vor?
Vielleicht war ich zu nett und hoffte zu lange, es würde schon gut kommen. Wir hätten Zakaria 2016 für sieben Millionen Franken an Liverpool verkaufen können. Ich sagte, das machen wir nicht, wir brauchen ihn, in einem Jahr ist er viel mehr wert. So war es dann auch. Vielleicht hätte ich auf einen Verkauf drängen sollen, dann hätte die Rechnung schöner ausgesehen. Das ist nur ein Beispiel. Aber ich war eh chancenlos.

«Vielleicht war ich zu nett und dachte, es würde schon gut kommen. Aber ich war eh chancenlos»: Am 13. September 2016 musste Fredy Bickel bei YB zum zweiten Mal seinen Posten räumen. Bild: Keystone

Sie sollen den Spielern hübsche Verträge ermöglicht haben.
Das ist auch so etwas, das mich sehr ärgert. Würde es für einen Verwaltungsrat sprechen, wenn er erschrecken würde, wie die Lohnstruktur aussieht? Im Übrigen erschrak ich auch, als ich 2013 wieder in Bern anfing und mir einen Überblick verschaffte. Bei YB wurde schon vorher sehr gut gezahlt, wir haben damals begonnen, die Saläre zu senken.

Als Sie nach Bern zurückkamen, sagten Sie, Sie hätten jeden Tag an YB gedacht, nachdem Sie entlassen worden seien.
Natürlich verbinden mich mit YB die grössten Emotionen im Fussball. Ich sagte das am Stadion-TV, es waren viele Fans da, ich war euphorisch. Es gab andere unglückliche Aussagen von mir.

Welche?
Ich hätte Ihnen 2013 nicht sagen sollen, dass es unser Ziel sei, bis 2016 einen Titel zu gewinnen. Das erhöhte nur unnötig den Druck auf uns alle im Verein.

Wir beschrieben Sie einmal als Menschenfänger …
… was man positiv und negativ sehen kann. (schmunzelt) Es ist mir wichtig, alle Leute gleich zu behandeln, sie zu schützen, zu schätzen, mitzunehmen. Ich bin ein harmonischer Mensch.

2015 wollten Sie Ihren Vertrauten Harald Gämperle als Nachfolger Fortes installieren.
Das schrieben Sie! Aber es stimmt immer noch nicht. Hätte er als Interimstrainer jedes Spiel gewonnen, wäre die Ausgangslage vielleicht anders gewesen. Er ist ein fantastischer Assistent. Und wir betrieben eine intensive Trainersuche, am Anfang waren da 70 Namen, irgendwann noch fünf.

Neben Adi Hütter noch Fred Rutten, Murat Yakin, Pierluigi Tami und Fabio Celestini.
Etwa so, ja. Wir diskutierten intensiv. Chapuisat gefiel Celestini, der damalige Talentmanager Christoph Spycher mochte Tami. Schliesslich haben wir uns auf Hütter einigen können, weil wir alle von ihm überzeugt waren.

Unter Sportchef Spycher ging es mit YB ab 2016 steil bergauf.
Das überrascht mich nicht. Er ist ein exzellenter Fachmann und ein toller Mensch, der eine starke Ambiance geschaffen hat. Und ich wusste ja, dass wir ein fähiges Kader zusammengestellt hatten. Oder wären die Titel möglich gewesen, hätten wir nur Schrott gekauft?

Natürlich nicht. Aber sie wären ohne Spycher vermutlich nicht so schnell gekommen.
Da gebe ich Ihnen absolut recht. Und wissen Sie, warum? Weil er etwas durchsetzte, was ich nie hätte durchsetzen können. Er analysierte die Situation ausgezeichnet und sagte, er mache den Job nur, wenn der Verwaltungsrat sich komplett aus dem operativen Geschäft heraushält. Das war das Beste, was YB passieren konnte. Im Übrigen war Spycher zuerst gar nicht überzeugt davon, Sportchef zu werden, weil er mitbekommen hatte, was da für Unsinn entschieden worden war. Denken Sie nur an eine sportliche Führung mit Verwaltungsrat Siegenthaler und Sportchef Meier!

Wann wussten Sie eigentlich, dass Ihre Zeit abgelaufen ist?
Gespürt hatte ich es vom ersten Tag an, als Siegenthaler da war. Die Gewissheit erhielt ich, nachdem er an einer Sitzung ein Blatt auf dem Schreibtisch vergessen hatte mit dem neuen Organigramm. Ohne CEO Alain Kappeler und mich. Kappeler sass daneben und sah es. Danach konnten die Verantwortlichen das nicht mehr zurückhalten. Sie informierten den Rest des Verwaltungsrates und handelten nach dem Heimspiel im September 2016 gegen Luzern, das wir 2:1 gewannen. Ursprünglich wäre ich erst Anfang Oktober entlassen und Paul Meier als Nachfolger vorgestellt worden.

Wie lief Ihre Entlassung ab?
Ich erhielt eine Vorladung für den Sonntag, konnte da aber nicht in Bern sein, weil mein Vater gesundheitliche Probleme hatte. Am Dienstag war ich wieder im Büro …

… am 13. September …
… genau. Es gab viele Tränen im Betrieb. Ich arbeitete Spycher dann noch zwei Wochen ein.

«Nach beiden YB-Titeln schrieben mir mehrere Spieler, Funktionäre und Angestellte und bedankten sich.»

Verspüren Sie keinen Groll?
Nur auf zwei, drei Leute. Ich mag den Erfolg Spycher und vielen Leuten wie den Besitzerfamilien Rihs sehr gönnen. Und natürlich den Fans. Es ist eher eine Genugtuung. Nach beiden Titeln schrieben mir mehrere Spieler, Funktionäre und Angestellte und bedankten sich. Und als YB 2018 gegen Luzern siegte und endlich Meister wurde, war ich mit Rapid Wien in Graz zur Spielvorbereitung. Da riefen mich Fans aus der YB-Kurve an und liessen mich via Facetime teilhaben an diesem herrlichen Abend im Stade de Suisse. Die Rapid-Spieler verstanden die Welt nicht mehr.

Wie hoch ist denn Ihr Anteil an den Titeln 2018 und 2019?
Das spielt keine Rolle. Wir hatten alle zusammen gute Entscheidungen getroffen, schauen Sie sich die Leistungsträger der Meisterteams an. Es war halt so, dass ich den Kopf hinhalten musste für das Risiko bei den Investitionen und den Entscheidungen, das Team zusammenzuhalten und die Talente noch nicht zu verkaufen.

Man warf Ihnen auch vor, 2015 zu lange an Trainer Uli Forte festgehalten zu haben.
Vielleicht war das falsch. Aber mit ihm hatten wir erfolgreiche Jahre, wir verbesserten uns, wurden 2015 Zweiter. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber ich verstehe nicht, was ich den Young Boys angetan habe, dass sie auch drei Jahre später noch alles tun, um mir Steine in den Weg zu legen.

Das müssen Sie präzisieren.
Im Frühling war ich aussichtsreicher Kandidat als Manager beim Fussballverband, ich traf mich mehrmals mit entscheidenden Leuten. Sie erklärten mir, dass ich eine ideale Lösung wäre.

Nachdem Christoph Spycher für die Position des Supermanagers abgesagt hatte. Sie wären eine interessante Wahl gewesen, um das kommunikative Desaster beim SFV zu beheben und für bessere Harmonie zu sorgen.
Und das sagen Sie? (lacht) Jedenfalls wurde ich gleich von mehreren Leuten informiert, dass YB-CEO Wanja Greuel an einer wichtigen Sitzung kein gutes Haar an mir gelassen habe. Ich erfuhr von ihm, dass das in Absprache mit allen YB-Verantwortlichen geschehen sei. Was nicht stimmt, wie ich herausgefunden habe. Da stecken die gleichen Leute dahinter, die 2016 alles geplant hatten. Dieses Schlechtreden und Nachtreten tat sehr weh.

Eine dritte Amtszeit bei YB wird es für Sie jedenfalls kaum geben.
Im Fussball darf man niemals nie sagen. Ich mag komplizierte Aufgaben, sonst wäre ich jetzt nicht GC-Geschäftsführer. Es ist wie 1999 und 2013, als mir alle rieten, ich dürfe das bei YB niemals machen. Zuerst, weil der Verein so am Boden lag. Und dann, weil man im Fussball nie zu einem Arbeitgeber zurückkehren solle. Nun verbinden sich diese beiden Dinge bei GC. Sie dürfen also gerne behaupten, ich sei verrückt.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 13.09.2019, 12:07 Uhr

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