St. Gallen schockt den FCB in letzter Sekunde

Der FC St. Gallen gewinnt in extremis 2:1 beim FC Basel und übernimmt die Tabellenspitze. Der FCZ kommt in Sitten nicht über ein 1:1 hinaus.

St. Gallens Siegtreffer in letzter Sekunde (Quelle: SRF)

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Und dann brechen alle Dämme. Fast in allerletzter Sekunde trifft Ribeiro zum 2:1 für die Ostschweizer. Dabei feierte Boris Babic schon Minuten zuvor am Spielfeldrand zusammen mit dem gesperrten Demirovic das 2:1 gegen den FCB und die Tabellenführung. Dann aber griff der VAR ein - und die Führung war weg. Babic hatte zwar perfekt mit dem Kopf die Führung erzielt, aber weil Guillemenot vor dem Treffer Xhaka mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen hatte und Ref Fedayi San nach der VAR-Konsultation auf Foul entschied, zählte der Treffer nicht.

Es war ein unterhaltsames Verfolgerduell zwischen dem Tabellendritten aus Basel und dem Zweiten aus St. Gallen. Die beiden Teams zeigten Hochgeschwindigkeitsfussball, packende Zweikämpfe und suchten ihr Heil in der Offensive. Die Gäste aus der Ostschweiz starteten dabei besser in die Partei - aber wurden eiskalt geduscht. Trotz einem Chancenplus der St. Galler brachte Kevin Bua (19.) den FCB in Führung. Fabian Frei bewies Übersicht, bediente Bua, der im Rückraum lauerte und einschob. Das 1:0 veränderte die Dynamik des Spiels beim FCB. Das Team von Marcel Koller konnte die Sache gelassener angehen.

Doch die Rechnung hat Basel ohne die Ostschweizer gemacht. Sie schüttelten sich nur kurz und powerten danach unverdrossen weiter. Der Ausgleich fiel - wie sollte es beim Team mit den meisten Toren aus Standardsituationen (3 Freistösse, 6 Eckbälle) auch anders sein - nach einem Corner. Innenverteidiger Betim Fazliji reagierte blitzschnell und bugsierte den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 unter die Latte. Aber das Ostschweizer Märchen geht weiter - dank Ribeiros Siegtreffer in allerletzten Minute.

Die Stimmen zum 2:1 des FC St. Gallen in Basel.

Ein Punkt für den FCZ beim Djourou-Debüt

Die Teams im Tourbillon legen los, als sei der Teufel hinter ihnen her. Keine drei Minuten sind gespielt, da führt der FC Sion gegen den FC Zürich bereits 1:0. Pajtim Kasami erhält den Ball in abseitsverdächtiger Position, flankt zur Mitte, wo schliesslich Luan im zweiten Versuch trifft. Die Zürcher wirken aber bloss ein paar Momente lang geschockt. Dann gehen sie selbst zum Angriff über. Schliesslich hat sie ihr Trainer Ludovic Magnin mit einer sehr offensiven Aufstellung aufs Feld geschickt. Und bereits in der 9. Minute kann Marco Schönbächler auf Flanke von Kevin Rüegg das 1:1 erzielen. Es folgt die beste Phase des FCZ, der drei, vier gute Chancen liegen lässt. Am nächsten kommt Nathan dem Führungstreffer. Aber wie bereits zum Rückrundenauftakt gegen Luzern bringt der Innenverteidiger den Ball nicht ins Tor; er scheitert an Sion-Keeper Kevin Fickentscher.

Doch so spektakulär die Partie auch beginnt, so sehr flacht sie danach ab. Auch wenn in der 39. Minute ein grosser Name sein Debüt für Sion gibt. Johan Djourou wird für den angeschlagenen Ruiz in die Sittener Innenverteidigung eingewechselt. Der einstige Schweizer Nationalspieler verbringt in der Folge einen ruhigen Nachmittag, weil die Vehemenz der FCZ-Angriffe abnimmt. Und weil mit der Zeit wohl auch die Kraft fehlt, um das intensive Gegenpressing aufrecht zu erhalten. Die besten Szenen der Schlussviertelstunde gehören Sion. Aber Filip Stojilkovic schiesst dreimal zu schwach, um FCZ-Goalie Yanick Brecher zu beunruhigen. Am Ende bleibt ein 1:1, das beide Teams in der Tabelle nicht vorwärts bringt.

Servette gewinnt einseitige Begegnung

Servette vs Thun: Es ist das Duell zweier Gewinner des Rückrundenauftakts. Doch während die Genfer im ersten Heimspiel 2020 nahtlos an ihre starken Darbietungen aus der Vorrunde anknüpfen, vermag dem FC Thun der Sieg gegen Sion vor Wochenfrist keinen Aufschwung zu verleihen. Servette ist von Beginn an besser. Die Gäste müssen sich zur Pause bei ihrem Goalie Guillaume Faivre bedanken, dass sie nicht längst hinten liegen.

Sekunden nach Wiederanpfiff hält Faivre gegen Jung-Bin Park einmal mehr stark, doch kurz darauf kann Gaël Ondoua den Bann für das Heimteam durchbrechen. Am Geschehen ändert der Treffer nichts: Servette dominiert und lässt gute Chancen aus. Bis der starke Park in der 79. Minute mit einem Schlenzer das 2:0 gelingt. Es ist das vierte Tor im fünften Spiel in der Super League des südkoreanischen Überfliegers, der im November als Vertragsloser verpflichtet wurde. Und es ist die Entscheidung in einer einseitigen Partie. Während Thun es verpasst zu Xamax aufzuschliessen, behauptet Servette Rang 4.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: Hier finden Sie alle Folgen an einem Ort

Telegramme:

Basel - St. Gallen 1:2 (1:1)
20'527 Zuschauer. - SR San.
Tore: 19. Bua (Frei) 1:0. 44. Fazliji (Ruiz) 1:1. 60. Babic (Muheim) 2:1. 93. Ribeiro (Bakayoko) 1:2.
Basel: Omlin; Widmer, Cömert, Van der Werff (52. Bergström), Petretta; Xhaka, Zuffi; Zhegrova, Frei (75. Campo), Bua (72. Pululu); Ademi.
St. Gallen: Zigi; Hefti, Stergiou, Fazliji, Muheim; Quintilla; Görtler, Ruiz; Guillemenot (84. Ribeiro); Babic (75. Bakayoko), Itten.
Bemerkungen: Basel ohne Alderete, Stocker (beide gesperrt), Cabral, Kuzmanovic und Van Wolfswinkel (alle verletzt). St. Gallen ohne Demirovic, Letard (beide gesperrt), Klinsmann, Lüchinger, Nuhu und Strübi (alle verletzt). Verwarnungen: 49. Itten (Foul). 55. Zuffi (Foul). 63. Guillemenot (Foul). 67. Frei (Foul). 78. Xhaka (Foul). Muheim (Foul). 83. Hefti (Foul). 92. Petretta (Foul).

Sion - Zürich 1:1 (1:1)
6800 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 3. Luan (Stojilkovic) 1:0. 9. Schönbächler (Sohm) 1:1.
Sion: Fickentscher (58. Mitrjuschkin); Maçeiras, Kouassi, Ruiz (39. Djourou), Abdellaoui; Toma, Grgic; Kasami, Lenjani; Luan (83. Doumbia), Stojilkovic.
Zürich: Brecher; Rüegg, Nathan, Bangura, Pedersen; Sohm, Domgjoni; Tosin, Mahi, Schönbächler (78. Kolloli); Kramer (91. Winter).
Bemerkungen: Sion ohne Ndoye, Fayulu und Raphael (alle verletzt). Zürich ohne Omeragic (krank) Charabadse, Marchesano und Pa Modou (alle verletzt). 97. Gelb-Rote Karte Kouassi (Foul). Verwarnungen: 15. Luan (Foul). 51. Pedersen (Foul). 65. Kouassi (Foul). 71. Tosin (Foul). 76. Kramer (Simulieren). 83. Mahi (Reklamieren). 86. Nathan (Reklamieren). 92. Grgic (Foul).

Servette - Thun 2:0 (0:0)
4862 Zuschauer. - SR Schärer.
Tore: 52. Ondoua (Park) 1:0. 79. Park (Stevanovic) 2:0.
Servette: Frick (23. Kiassumbua); Sauthier, Rouiller, Sasso, Iapichino; Ondoua, Cognat; Stevanovic, Tasar (79. Cespedes), Park; Koné (64. Kyei).
Thun: Faivre; Glarner, Stillhart, Sutter, Hefti; Bertone; Tosetti (57. Ahmed), Castroman, Hasler (81. Chihadeh), Salanovic (71. Bandé); Rapp.
Bemerkungen: Servette ohne Schalk (verletzt), Wüthrich und Lang (beide nicht im Aufgebot). Thun ohne Kablan (gesperrt), Bigler, Hediger und Karlen (alle verletzt). 45. Kopfball von Rouiller an den Pfosten. Verwarnungen: 42. Ondoua (Foul), 61. Castroman (Foul). (ete, fra, dwu)

Erstellt: 02.02.2020, 18:00 Uhr

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