Staatschef spricht Machtwort im Fall Salah

Wenige Wochen vor dem WM-Start hat Mohamed Salah grossen Ärger mit dem nationalen Verband.

In Topform: Auch dank der beiden Tore im CL-Halbfinal gegen Rom ist Mohamed Salah aktuell der Mann der Stunde. Video: Tamedia/SRF

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Der Rummel um Mohamed Salah nimmt nicht ab. Eine TV-Werbung gegen den Drogenkonsum sorgte für eine Vervielfachung der Anrufe auf der ägyptischen Rehabilitations-Hotline, und nun wirbt Egyptair mit einem grossen Salah-Bild auf ihren Flugzeugen. Dumm nur: Der Fussballer hatte dafür nie seine Freigabe erteilt.

Auf Twitter liess Salah seinem Frust freien Lauf: «Leider ist die Art, wie man mit mir umgeht, eine grosse Beleidigung. Ich hatte gehofft, dass ich besser behandelt werde.» Gemäss seinem Berater Ramy Issa werden von Sponsoren des ägyptischen Fussballverbandes immer wieder ohne Rückfrage Bilder seines Klienten für Werbezwecke verwendet. Am 26. April schrieb er auf Twitter: «Wir haben mit dem Sportminister über die grossen Probleme mit dem ägyptischen Verband gesprochen.»

Gebracht hatte es offenbar wenig. Nur zwei Tage später twitterte Issa: «Es tauchen immer mehr Spots und Plakate mit Mohamed auf, die wir niemals autorisiert haben. Haben sie wirklich das Gefühl, dass das einen positiven Effekt hat?» Via soziale Medien solidarisierten sich viele Fussballfans mit ihrem Liebling und kritisierten den Verband.

«Alles, was dich genervt hat, wird aufhören»

Inzwischen hat sich Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi höchstpersönlich eingeschaltet. Das Staatsoberhaupt forderte eine umgehende Schlichtung, wie ein Parlamentsmitglied bestätigte. Ausserdem rügte der Jugend- und Sportminister Khaled Abdel-Aziz die Vorstandsmitglieder. Diese stimmten zu, Salahs Forderungen nachzukommen. Der Verband twitterte schliesslich, der Vorsitzende Hany Abo Rida habe Salah am Telefon mitgeteilt: «Alles, was dich genervt hat, wird aufhören. Mir ist nichts wichtiger, als dass du und deine Teamkollegen entspannt seid, damit wir erhobenen Hauptes bei der WM antreten.»

Salah selbst hat zuvor aber noch andere Ziele als eine erfolgreiche Endrunde: Am Mittwoch könnte er mit Liverpool das Ticket für den Champions-League-Final lösen. (fas)

Erstellt: 30.04.2018, 12:27 Uhr

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