Stolpert auch Effenberg über die verhängnisvolle Affäre?

Ist die Trainerkarriere von Stefan Effenberg vorbei, bevor sie richtig begonnen hat? Der Penisskandal beim SC Paderborn zieht nach der Entlassung eines Stürmers weitere Kreise.

Die Vorkomnisse im Trainingslager könnten für Paderborns Trainer Stefan Effenberg noch bös ins Auge gehen.

Die Vorkomnisse im Trainingslager könnten für Paderborns Trainer Stefan Effenberg noch bös ins Auge gehen. Bild: Reuters

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Im Trainingslager von Bundesligaabsteiger SC Paderborn in Belek ist es zu einem Skandal gekommen, der sein erstes Opfer hat. Stürmer Nick Proschwitz wurde fristlos entlassen, weil er sich laut einem Bericht der «Neuen Westfälischen» vor einer Mitarbeiterin der Agentur Match IQ, die das Trainingslager organisiert hatte, entblösst und ihr den Penis gezeigt haben soll.

«Nick Proschwitz gehört nicht mehr zu unserem Kader. Ich habe mir den Vorfall bestätigen lassen und daraus die notwendigen Konsequenzen gezogen. Einen Spieler, der sich als Gast im Ausland vor einer Dame entblösst, können und werden wir nicht tolerieren», bestätigt Präsident Wilfried Finke die Suspendierung der «Bild».

Proschwitz verteidigt sich

In der Zwischenzeit hat sich die betroffene Frau zu Wort gemeldet. «Sexuell belästigt worden, das sei hier noch einmal definitiv gesagt, bin ich zu keinem Zeitpunkt. Belästigt hat mich erst die falsche Berichterstattung», sagte Charlotte S. zur Deutschen Presseagentur. Als sie am Sonntag aufgestanden sei, habe sie nicht gewusst, dass sie in der Nacht angeblich sexuell belästigt worden sei. Das habe sie erst aus der Zeitung erfahren. «Davon, dass ein Paderborner Spieler eintrat, in zwei Metern Abstand an seiner Hose zog und sofort wieder ging, nahmen wir kaum Notiz.»

Proschwitz verteidigte sich, Mitspieler hätten ihm die Hose heruntergezogen und er habe dabei leider keine Unterhose getragen. «Die Hose war höchstens für eine Sekunde unten.» Trotzdem droht jetzt auch Paderborns Trainer Stefan Effenberg über die verhängnisvolle Affäre zu stolpern. Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Manager Michael Born müssen offenbar heute Nachmittag bei Präsident Wilfried Finke zum Rapport antraben.

Prasident bittet Effenberg zum Rapport

Wie die «Sport Bild» berichtet, steht Effenberg sogar vor der Entlassung. Vor zwei Wochen hatte Finke Effenberg noch eine Jobgarantie gegeben. Doch jetzt sagte er zur «Sport Bild»: «Dass man im Licht der aktuellen Erkenntnisse alle Aussagen, die getätigt worden sind, infrage stellen muss, ist nach den Vorkommnissen in Belek klar.»

In Belek soll es nämlich gemäss der «Neue Westfälische» schon am Mittwoch zu einem zweiten Vorfall gekommen sein. Spieler, unter anderen auch Proschwitz, hätten im Fünfsternhotel Blumenkübel in den Pool geschmissen und auf den Gängen uriniert.

«Unabhängig von den arbeitsrechtlichen Dingen kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Spieler noch einmal das Trikot unseres Vereins tragen wird», erklärte Finke kurz nach dem Vorfall der «Neuen Westfälischen». Und dann sagte er einen Satz, der auch Paderborns Trainer Stefan Effenberg kein gutes Zeugnis ausstellt: «Wenn bei einem zehntägigen Trainingslager zwei Abende in Eskapaden enden, spricht das nicht für ein diszipliniertes Verhalten. Das ist die bescheidenste Gesamtsituation, die ich seit meiner Laufbahn bei diesem Verein erlebe.» Effenberg vor dem Aus?

Effenberg hatte lange gewartet, bis er mit 47 Jahren ins Trainerbusiness eingestiegen ist. «Der erste Schuss muss sitzen», pflegte der ehemalige Mittelfeldstar der Bayern stets zu sagen. Als Bundesligaabsteiger Paderborn im Oktober letzten Jahres einen Feuerwehrmann für den erfolglosen Markus Gelhaus brauchte, engagierte er Effenberg mit Pauken und Trompeten. Doch der Euphorie und den anfänglichen Erfolgen ist die Ernüchterung gewichen. Der Club wird auch in der zweiten Liga weiter nach unten durchgereicht und belegt nach der Vorrunde lediglich den 16. Tabellenrang.

(tn)

Erstellt: 25.01.2016, 13:38 Uhr

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