Teambus von Stocker und Lustenberger beschossen

Die Spieler, Verantwortlichen und Fans von Hertha Berlin sind geschockt. Ein Schuss auf den Teambus vor dem Cupspiel in Bielefeld stellt alle vor eine besondere Herausforderung.


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«Wenn man sich das Einschussloch ansieht, kann man sich ja vorstellen, was passiert wäre, wenn die Kugel die Scheibe durchdrungen hätte», sagte Herthas fassungsloser Manager Michael Preetz. In der Nacht nach dem Anschlag drehte sich im Teamhotel des Hauptstadtklubs in Bielefeld alles um die in Deutschland bisher beispiellose Attacke eines Einzeltäters. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei wurden «Schutzmassnahmen» für die Spieler eingeleitet.

Ein unbekannter Motorradfahrer hatte auf den Mannschaftsbus geschossen, der am Sonntagabend das Hertha-Team mit den Schweizern Fabian Lustenberger und Valentin Stocker vom Bahnhof Bielefeld abholen sollte. «Zum Glück ist keiner verletzt», teilte der Berliner Klub mit. «Es war ein Schuss, aber wir können nicht sagen, was die Motivation war. Der Busfahrer hat sofort die Polizei gerufen, und jetzt läuft die Fahndung nach dem Täter», berichtete Preetz.

Mannschaft hat nichts mitbekommen

Der Manager hofft, dass der Vorfall keine grösseren Auswirkungen auf das Cupspiel heute Abend beim Zweitligisten Arminia Bielefeld haben wird. «Die Mannschaft war im Zug und hat unmittelbar von dem Vorfall nichts mitbekommen», sagte Preetz und appellierte an alle: Man solle «nicht die Tat eines Einzelnen auf das gesamte Spiel herunterbrechen».

In der Türkei hatte es im April einen bewaffneten Angriff auf einen Teambus gegeben. Nach dem 5:1-Auswärtssieg bei Caykur Rizespor war der Mannschaftsbus von Fenerbahçe Istanbul auf dem Weg zum Flughafen Trabzon mit einem Gewehr beschossen worden, das Team war an Bord. Der Fahrer war verletzt worden und hatte operiert werden müssen.

Das Foto des Hertha-Busses zeigt ein Einschussloch in der Windschutzscheibe auf Kopfhöhe des Fahrers. Zum Glück drang das Geschoss nicht in den Innenraum. Für den Berliner Busfahrer war es dennoch ein «Riesenschreck», bemerkte Preetz: «Er hat schon viele brenzlige Situationen im Strassenverkehr überstanden, aber er hat noch nie in den Lauf einer Pistole geguckt.» (chk/si)

Erstellt: 10.08.2015, 06:56 Uhr

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