Thun schlägt St. Gallen, Lugano gewinnt in Luzern

Der FC Thun hat seine starke Form bestätigt. Gegen den FC St. Gallen siegen die Berner Oberländer 3:1. Luzern verliert gegen Lugano 0:3.

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Es werden die Zeiten kommen, in denen Siege des FC Thun nicht mehr als Überraschungen, sondern als Enttäuschungen gewertet werden. Das Team der Stunde in der Super League siegt in St. Gallen 3:1.

Höhenflug hält an

Hatten die Thuner schon im Herbst vollauf überzeugt, sind sie nun mit 3:1-Siegen in Lugano und St. Gallen sowie einem 1:1 daheim gegen den mächtigen Kantonsrivalen YB in die Rückrunde gestartet. Besser geht es fast nicht. Goalgetter Dejan Sorgic steht stellvertretend für die selbstbewussten Auftritte der Berner Oberländer. Der Stürmer traf in der Ostschweiz auf seine typische Art zwei weitere Male und erhöht seine Ausbeute in dieser Meisterschaft auf 15 Tore.

Bei aller Bewunderung für die Leistungen der Mannschaft von Trainer Marc Schneider muss man festhalten, dass der Match für die ihrerseits nicht enttäuschenden St. Galler sehr unglücklich lief. Vor dem 0:1 hätten sie in zwei Szenen 1:0 oder gar 2:0 in Führung gehen können. Weitere gute Chancen hatte das Team von Trainer Peter Zeidler auch in der zweiten Hälfte, aber es reichte nur zum Ehrentor des eingewechselten Axel Bakayoko in der 94. Minute, wenige Sekunden vor dem Abpfiff.

Fähndrich im Fokus

Schiedsrichter Lukas Fähndrich leitete den sehr intensiven Match grundsätzlich sehr gut. Aber es unterliefen ihm zwei kuriose Fehlentscheide, je einer auf beiden Seiten. Fähndrich übersah, obwohl er in einer guten Position stand, ein klares Foul an der St. Galler Neuerwerbung Jérémy Guillemenot im Thuner Strafraum. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:3, aber die Partie dauerte noch rund 20 Minuten. Zuvor hatte Fähndrich Bakayoko in der 68. Minute verwarnt. Er verwarnte jedoch den falschen Spieler. Das Foul hatte Majeed Ashimeru begangen, der in der ersten Halbzeit schon die Gelbe Karte gesehen hatte. Der erneut stark spielende Ashimeru hätte also vom Platz gestellt werden müssen.

Luzerns Kampf mit sich selbst

Der FC Luzern findet in der Rückrunde nicht von der Verliererstrasse. Beim 0:3 daheim gegen Lugano setzte es die dritte Niederlage in Folge ab. Es war in der vergangenen Woche einiges Los im FC Luzern: Da war die Suspendierung von Stürmer Tomi Juric, da waren die Gerüchte um die mögliche Verpflichtung von Donis Avdijaj, und da war nicht zuletzt der Frust und Ärger über Schiedsrichter Urs Schnyder, der den FCL am Mittwoch gegen Sion Punkte gekostet haben soll. Da war schlicht genug los, dass es in der Mannschaft von René Weiler hätte Spuren hinterlassen müssen. Es zeigte Wirkung, wenn auch später als angenommen.

Was die Luzerner vor eigenem Anhang in den ersten 30 Minuten aufführten, war kein Auftritt der Verunsicherung, sondern einer voller Mut und Zuversicht. Keine Minute war gespielt, da liess Pascal Schürpf hinter Lugano-Goalie Noam Baumann die Latte erbeben. Bis zum Ende der Startviertelstunde kamen für den FCL mehrere weitere Möglichkeiten dazu, bei denen Baumann allerdings nichts mehr dem Zufall überlassen wollte und souverän parierte.

Sadikus Treffer, Elekes Ellbogenschlag

Der Bruch im Spiel des Heimteams kam mit der ersten richtigen Chance der Gäste. Er kam mit der Flanke des Luganesen Carlinhos in der 32. Minute und dem nachfolgenden Kopfball am zweiten Pfosten von Armando Sadiku. Der 27-jährige albanische Internationale schoss das zuvor in der Rückrunde wie Luzern noch sieglose Lugano bei seinem ersten Einsatz in der Startformation seit seiner Rückkehr sogleich zum wichtigen Sieg. Nach langer Verletzungspause war Sadiku in der Winterpause vom spanischen Erstligisten Levante ins Tessin zurückgekehrt, wo er bereits 2017 äusserst erfolgreich unterwegs gewesen war.

Mitten auf dem Weg, das Handicap aus der ersten Halbzeit zu korrigieren, wurde Luzern von einem kapitalen Aussetzer seines Stürmers Blessing Eleke ausgebremst. In der 69. Minute liess sich der 22-jährige Nigerianer im Vorfeld eines FCL-Corners zu einem Ellenbogenschlag hinreissen, wofür er mit Gelb-Rot vom Platz flog. Damit öffnete Eleke den Tessinern Alexander Gerndt (77.) und Jonathan Sabbatini (86.) die Tür zur endgültigen Entscheidung.

St. Gallen - Thun 1:3 (0:1)
11'016 Zuschauer. - SR Fähndrich.
Tore: 16. Sorgic (Glarner) 0:1. 59. Stojanovic (Eigentor) 0:2. 71. Sorgic (Tosetti) 0:3. 94. Bakayoko (Ashimeru) 1:3.
St. Gallen: Stojanovic; Lüchinger, Hefti, Quintilla, Wittwer; Nuhu (64. Bakayoko); Sierro, Ashimeru; Kutesa (64. Guillemenot), Rapp, Ruiz (64. Tafer).
Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter, Joss (82. Kablan); Gelmi, Bigler; Tosetti (89. Hunziker), Stillhart, Spielmann; Sorgic (77. Salanovic).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Barnetta, Itten, Stergiou und Wiss (alle verletzt), Kchouk, Vilotic und Ben Khalifa (alle nicht im Aufgebot). Thun ohne Hediger (gesperrt und verletzt), Costanzo, Ferreira, Karlen und Righetti (alle verletzt). Super-League-Debüt von Ruiz und Guillemenot. 41. Kopfball von Stillhart ans Lattenkreuz.
Verwarnungen: 29. Ashimeru (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). 32. Spielmann (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). 68. Bakayoko, 84. Tosetti (beide Foul), 92. Quintilla (Foul).

Luzern - Lugano 0:3 (0:1)
7758 Zuschauer. - SR Jaccottet.
Tore: 32. Sadiku (Carlinhos) 0:1. 78. Gerndt (Carlinhos) 0:2. 86. Sabbatini (Gerndt) 0:3.
Luzern: Salvi; Schwegler (66. Custodio), Lucas, Cirkovic, Sidler (84. Ndenge); Grether (78. Schmid); Schneuwly, Schürpf, Schulz; Demhasaj, Eleke.
Lugano: Baumann; Sulmoni, Maric, Kecskes, Mihajlovic; Piccinocchi (46. Covilo), Sabbatini; Carlinhos (86. Brlek), Vecsei, Gerndt; Sadiku (74. Bottani).
Bemerkungen: Luzern ohne Vargas (gesperrt), Kakabadse, Knezevic, Rodriguez (alle verletzt) und Juric (intern suspendiert). Lugano ohne Lavanchy, Crnigoj und Macek (alle verletzt). 1. Lattenschuss Schürpf.
Verwarnungen: 7. Eleke (Foul). 29. Schulz (Foul). 35. Piccinocchi (Foul). 45. Sulmoni (Foul). 61. Baumann (Zeitverzögerung). 69. Gelb-Rote Karte gegen Eleke. (SDA)

Erstellt: 16.02.2019, 18:47 Uhr

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