Tuchels Ärger über Trainerkollegen

Nach der Niederlage in Leverkusen lieferte sich der BVB-Coach bei der Pressekonferenz ein Streitgespräch.

Streit über den Stil: Thomas Tuchel liess an der Pressekonferenz seinem Ärger freien Lauf.

Streit über den Stil: Thomas Tuchel liess an der Pressekonferenz seinem Ärger freien Lauf. Bild: Keystone

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Die Spielweise von Bayer Leverkusen war eigentlich das grösste Kompliment, das Borussia Dortmund erhalten könnte. Immerhin definiert sich Bayer selbst als Spitzenmannschaft – im Heimspiel gegen den BVB machte die Werkself jedoch gar nicht erst Anstalten dazu, mitspielen zu wollen. Viel mehr überliess man den spielstarken Schwarzgelben den Ball, versuchte sie zu Fehlern zu zwingen. Der Plan ging auf: Leverkusen gwann 2:0.

Zentral war dabei die Rolle des mexikanischen Torjägers Javier «Chicharito» Hernandez. Nicht nur, weil der ehemalige ManUnited- und Real-Stürmer in der 79. Minute das entscheidende 2:0 schoss, sondern viel mehr, weil er sich bei gegnerischem Spielaufbau zurückfallen liess und somit das Wirkungsfeld von Dortmunds jungen Sechser Julian Weigl massiv einschränkte. Chicharito selber erklärte nach dem Spiel im «Sky»-Interview: «Weigl ist einer wie Busquets bei Barcelona. Über ihn läuft das Spiel. Ihn wollten wir unter Druck setzen, das hat gut geklappt.» Ausgerechnet Weigl war es, der beim ersten Gegentor der Gäste wegrutschte und so die Führung des Schweizer Nationalspielers Admir Mehmedi ermöglichte – Mehmedis erster Bundesliga-Treffer nach 22 Partien.

Alleine Chicharitos Defensivarbeit reichte jedoch nicht als Matchplan. Da war vor allem noch die imposante Wucht in jedem Zweikampf, den Leverkusen führte. So musste Dortmunds Coach Thomas Tuchel während dem Spiel den zuletzt brillanten Gonzalo Castro und Sebastian Rode angeschlagen auswechseln. «Wenn das deren Mittel ist, so gegen uns zu spielen, ist es halt so, letztendlich haben sie recht bekommen», sagte BVB-Verteidiger Matthias Ginter.

Bei der anschliessenden Pressekonferenz war Bayers Taktikfuchs Roger Schmidt entsprechend glücklich: «Wir haben das Spiel dominiert, nicht durch Ballbesitz, sondern durch unser Spiel gegen den Ball.» Hörbar aufgebracht entgegnete Tuchel: «Ich habe kein dominantes Spiel gesehen mit 35 Prozent Ballbesitz, 21 Fouls. Tut mir Leid habe ich ein anderes Spiel gesehen.» Schmidt stichelte kühl weiter: «Ballbesitz heisst nicht Dominanz, das hat man heute glaube ich sehr gut gesehen.»

«Das machen sie sehr clever»

Die hitzige Diskussion um die Stilfrage ging weiter, als das Thema Zweikämpfe abgehandelt wurde. Schmidt hatte «ein sehr faires Spiel, ohne böse Fouls» gesehen. Und erneut verlor Tuchel beinahe die Fassung: «Faires Spiel sagt der Trainer der Mannschaft mit 21 Fouls zum Trainer der Mannschaft mit sieben Fouls? Da habe ich eine andere Vorstellung von, tut mir Leid.» Für diese Statistik hatte Schmidt eine einfache Erklärung: «Vielleicht sind die Dortmunder einfach sehr gut darin, Fouls zu ziehen, das machen sie sehr clever.»

Zu viel für Tuchel. Das Streitgespräch beendete er mit einem kühlen «Ciao» in Richtung seines Trainerkollegen und verschwand. Durch diese Niederlage in Leverkusen verpasste es Dortmund, Bayerns Ausrutscher (1:1 gegen Köln) auszunutzen und die Distanz zum Leader zu verkürzen. (fas)

Erstellt: 02.10.2016, 11:29 Uhr

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