Und hoffentlich verlieren die Bayern

Was wäre der Fussball ohne Schadenfreude. Ein Rückblick auf vergangene Pokalpleiten des deutschen Rekordmeisters und ein Mutmacher für den heutigen Gegner Chemnitzer FC.

Von einem Dorfverein aus dem Wettbewerb gekegelt: Lothar Matthäus im Interview mit ZDF-Reporter Dieter Kürten. (Screenshot Youtube)

Von einem Dorfverein aus dem Wettbewerb gekegelt: Lothar Matthäus im Interview mit ZDF-Reporter Dieter Kürten. (Screenshot Youtube)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Alle Jahre wieder hofft ganz Fussball-Deutschland, dass der grosse FC Bayern im DFB-Pokal gegen einen Kleinen scheitert – meistens natürlich vergeblich. Doch wenn das eigentlich Unmögliche tatsächlich geschieht, erinnern sich die Fans aller anderen Vereine noch Jahre mit Wonne an die Blamage des Rekordmeisters.

Wie der damalige Drittligist TSV Vestenbergsgreuth am 14. August 1994 die von Giovanni Trapattoni trainierten Münchner in der 1. Runde aus dem Wettbewerb kegelte, gehört längst zur Allgemeinbildung eines jeden Fussballinteressierten. Ein gewisser Roland Stein erzielte im Nürnberger Frankenstadion per Kopf den einzigen Treffer der Partie, und auf der anderen Seite machte Harry Koch, ein schnauzbärtiger Verteidiger mit Vokuhilafrisur, alle Bemühungen der Bayern-Offensive zunichte.

«Wir erkämpften im Mittelfeld den Ball, dann brachte Wolfgang Hüttner die Flanke von rechts auf den kurzen Pfosten, und da hab ich den Kopf hingehalten. Das Ding war unhaltbar», erinnerte sich Matchwinner Stein 15 Jahre später in einem Interview mit dem «Stern». Goalie Oliver Kahn ärgerte sich fürchterlich, und Lothar Matthäus, der Stein frei zum Kopfball hatte kommen lassen, musste nachher vor dem ZDF-Mikrofon das Totalversagen des Meisters erklären.

1990 und 1991 hatte es die Bayern gleich zweimal in Folge früh erwischt. Zuerst in Runde 1 mit 0:1 gegen die Amateure des FV Weinheim, dann in Runde 2 mit 2:4 n. V. gegen den Zweitligisten FC Homburg. Dabei hatten die Anhänger der Weinheimer vor dem Match nur gehofft, dass die Niederlage ihrer Elf nicht allzu hoch ausfallen möge. Ein Sieg, so der Tenor, sei leider völlig unrealistisch.

In diesem Jahr heisst der Erstrundengegner des FC Bayern Chemnitzer FC. Der frühere DDR-Oberligist liegt in der 3. Liga nach vier Spieltagen mit vier Punkten auf Rang 11. Furchteinflössend am CFC ist eigentlich nur das Maskottchen namens Chemcat, eine ziemlich böse aussehende Katze, die schon einige Kinder zum Weinen gebracht haben soll.

Der neben dem früheren RB-Angreifer Daniel Frahn bekannteste Spieler bei den Chemnitzern verdankt seinen Ruhm weniger seinen Fussballkünsten als seinem Aussehen. Myroslaw Slawow war vor zwei Jahren der von diversen Frauen umworbene Bachelor in der österreichischen TV-Show «Rendezvous im Paradies». Seine fussballerische Empfehlung: 16 Saisontore für den Regionalligisten Berliner AK und in dieser Spielzeit bislang drei Kurzeinsätze.

Gegen einen Drittligisten schieden die Bayern zuletzt in der 2. Runde der Saison 2000/01 aus: In Magdeburg unterlag der Favorit mit Trainer Ottmar Hitzfeld mit 2:4 im Elfmeterschiessen. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. (ak)

Erstellt: 12.08.2017, 10:45 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Blogs

Mamablog Familienvater und Alkoholiker

Sweet Home Best of: 15 grosse Ideen für kleine Wohnungen

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!