«Von der Politik bekomme ich gar nichts mit»

Admir Mehmedi spricht vor dem grossen Testspiel gegen Deutschland im Interview über das Abenteuer Kiew, Konkurrenten und Kritiker.

«Das wird sicher schwierig gegen die Deutschen», sagt Admir Mehmedi in der Lobby des Luxushotels Panorama Feusisberg. (Video: Sebastian Rieder)

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Admir Mehmedi ist bei den Journalisten ein gefragter Mann. Drei Tage vor dem Länderspiel gegen die deutsche Elf zieht es den 21-jährigen Winterthurer im Nati-Camp in Feusisberg von Termin zu Termin. Kein Wunder, der Söldner aus dem Fernen Osten hat viel zu erzählen. Seit er im Januar den FC Zürich verliess, um bei Dynamo Kiew die grosse internationale Fussballbühne zu betreten, ist er in den hiesigen Medien nicht mehr jede Woche eine Schlagzeile wert. Dabei gab es seit seinem millionenschweren Transfer in die Ukraine eigentlich nur Positives zu berichten. «Ich bin sehr zufrieden, ich bin immer zum Einsatz gekommen, nur einmal nicht. Aber für die nächste Saison möchte ich absoluter Stammspieler sein», sagt Mehmedi im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Er lässt sich weder von der fremden Umgebung in Kiew, noch von grossen Namen einschüchtern.

Mit den Stürmerstars Andrij Jarmolenko und Ideye Brown (ex Xamax) will sich Mehmedi auch in Zukunft messen – zwei Torjäger, die beide nur knapp zwei Jahre älter sind und einen mehr als doppelt so hohen Markwert haben. «Der Konkurrenzkampf ist sicher sehr gross, wenn man in einer Mannschaft mit 16 oder 17 Nationalspielern steht. Aber dadurch kann ich auch besser werden», sagt der Schweizer, der den Kopf nicht hängen lässt, wenn er wieder einmal nicht zum Einsatz kommen sollte.

Grosse Stricke hat er in der ukrainischen Hauptstadt noch nicht zerrissen, aber immerhin stehen ihm aus neun Spielen ein Tor und drei Assists zu Buche. Eine Bilanz, die ihm viele Experten vor seinem Wechsel nicht zugetraut hätten. «Dass ich so oft zum Einsatz komme, hätten die wenigsten erwartet. Ich habe zum Erfolg von Dynamo beigetragen», fügt Mehmedi selbstbewusst an, auch wenn ihn dabei ein zwiespältiges Gefühl begleitet. Denn Dynamo verpasste am Ende das Duell um die nationale Meisterschaft, qualifizierte sich hinter Schachtar Donezk dennoch für die Champions League. Ob Mehmedi dann auch in der Königsklasse so oft zum Einsatz kommt wie in der ukrainischen Liga, steht auch für ihn noch in den Sternen.

Vorteil gegenüber Derdiyok und Emeghara

Ganz anders sind die Perspektiven im Schweizer Nationalteam – im Gegensatz zu seinen Stürmerkollegen, die in Frankreich und Deutschland bei ihren Trainern immer weniger Vertrauen geniessen. Innocent Emeghara kam bei Lorient in den letzten elf Ligaspielen nur als Joker zum Einsatz, drei Mal versauerte er auf der Bank. Nicht viel besser sieht es bei Bayer Leverkusen für Eren Derdiyok aus, er hofft nun in Hoffenheim sein grosses Glück zu finden.

Ottmar Hitzfeld kommt also im Testpiel gegen Deutschland am Samstag nicht um Mehmedi herum. «Das wird sicher schwierig gegen die Deutschen, aber wir haben zuletzt gegen Holland und Argentinien angedeutet, dass wir gut mithalten können. Ich bin überzeugt, dass wir auch gegen Deutschland ein sehr gutes Spiel machen werden.»

Erstellt: 24.05.2012, 10:31 Uhr

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