Was Entdecker Koller zu Podolskis Entmachtung sagt

Stale Solbakken spielt mit dem Feuer. Der Norweger hat Kölns Kultfigur Lukas Podolski als Captain abgesetzt. Marcel Koller, der ehemalige Trainer des Bundesligisten, kennt die Kölner Szene aus eigener Erfahrung

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Ab sofort ist Pedro Geromel Podolskis Nachfolger und Neuzugang Sascha Rieter sein Vize. «Köln ist ein heisses Pflaster», sagt Koller gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Podolskis Absetzung werde von den Journalisten ab sofort täglich kommentiert. Jede Aussage Podolskis und auch seine Körpersprache werde genau unter die Lupe genommen und analysiert. «Eine Zeitung hat ja schon geschrieben, dass Solbakken bereits den ersten grossen Fehler gemacht habe», sagt Koller. Dabei habe die Saison ja noch nicht einmal begonnen. Die Entmachtung Podolskis sei in der Tat eine gewagte Sache. «Solbakken will offenbar die Verantwortung auf mehrere Spieler übertragen», sagt der Zürcher.

Objektive Gründe für Podolskis Zurückstufung findet der Köln-Experte hingegen keine. «Als Lukas im Winter zum Captain gemacht wurde, erhielt er dadurch einen richtigen Motivationsschub», so Koller. Er habe die Mannschaft hervorragend geführt und die Führungsverantwortung beispielhaft wahrgenommen. «Der FC Köln ist mittlerweile längst zum FC Podolski geworden», sagt Koller. Deshalb könne seine Entmachtung auch kontraproduktiv und zum Bumerang für den neuen Trainer werden. «Das muss aber nicht unbedingt sein», sagt Koller. Vielleicht habe Solbakken mit seinen anderen Ansichten und neuen Ideen auch Erfolg. Koller kann begreifen, dass Podolski über diese Massnahme nicht erfreut ist. «Ich kann seinen Frust verstehen, aber ich denke, dass er mit der neuen Situation professionell umgehen wird und sich deshalb nicht hängen lässt», glaubt er.

Koller und Podolski haben immer noch SMS-Kontakt

Der Zürcher kennt Podolski wie nicht viele. Schliesslich ist er der Entdecker des deutschen Nationalstürmers. «Als ich Trainer in Köln wurde, habe ich mir ein Training der A-Jugend angeschaut», erinnert er sich. Da habe er das Riesenpotenzial des Spielers sofort erkannt. Er habe ihn dann gleich ins Kader der ersten Mannschaft berufen und ins Trainingslager mitgenommen. «Poldi ist ein tadelloser Mensch mit einem feinen Charakter und erst noch ein grossartiger Fussballer», sagt Koller. Er habe auch heute noch regelmässigen Kontakt zu seinem ehemaligen Schützling. «Wir tauschen uns per SMS immer wieder aus.»

Podolski reagiert auf Facebook ziemlich verärgert: «Natürlich bin ich enttäuscht über die Art und Weise, wie der Verein in den letzten Wochen mit diesem Thema umgegangen ist. Das hat aus meiner Sicht allen Beteiligten nur geschadet. Ich kann die Gründe nicht zu 100 Prozent nachvollziehen, aber ich werde die Entscheidung respektieren. Schliesslich habe ich eine Verpflichtung gegenüber der Mannschaft, den Fans und der Stadt. » (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.07.2011, 07:34 Uhr

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