Wenn Beckenbauer Guardiola widerspricht

Juve korrigiert ein 0:2 gegen die Bayern. Die Stimmen zum Spiel und die hellseherischen Fähigkeiten eines der beiden Trainer.

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Massimiliano Allegri muss ein Hellseher sein, oder zumindest Fähigkeiten dazu haben. Der Trainer von Juventus Turin hatte bei der Pressekonferenz einen Tag vor dem Hinspiel in den Achtelfinals der Champions League gesagt, ein 0:0 zu Hause wäre ein gutes Resultat, es sei aber unwahrscheinlich, dass das Spiel gegen den deutschen Rekordmeister mit 0:0 ausgehe. «Ich prophezeie viele Tore.» In der Tat: Es fielen vier Treffer, wobei die beiden auswärts erzielten Tore der Bayern in der Endabrechnung Allegri noch bös schmerzen könnten.

In einer denkwürdigen Partie hatten die Bayern bis zur 55. Minute zwei Treffer erzielt. Das 2:0 über die Zeit zu bringen, schien eigentlich nur noch eine Formsache zu sein für die sehr selbstbewusst auftretende Mannschaft von Startrainer Pep Guardiola. Doch dann musste der Katalane die Quittung dafür bezahlen, dass mit Weltmeister Boateng Badstuber und Martinez gleich drei Innenverteidiger verletzungsbedingt ausfielen.

In der Not zauberte Guardiola mit David Alaba und Joshua Kimmich zwei Mittelfeldspieler aus dem Hut, welche in Turin die Innenverteidigung bildeten. Nach einer bis dahin guten Leistung war es dann Kimmich, der bei den Gegentoren der Italiener nicht gut aussah. Guardiola stellte sich nach dem Spiel hinter seinen Notverteidiger und redete diesen demonstrativ stark.

«Er hat es perfekt gemacht»

«Joshua war perfekt. Er hatte es nicht leicht mit den langen Bällen auf Mandzukic. Er hat es perfekt gemacht.» Perfekt gemacht? Damit konnte sich die Lichtgestalt des deutschen Fussballs, Franz Beckenbauer, überhaupt nicht einverstanden erklären.

Bayerns Ehrenpräsident und heutiger Experte bei Sky widersprach Guardiola vehement. «Um es vorsichtig auszudrücken: Kimmich war an beiden Gegentoren beteiligt», sagte Beckenbauer unmissverständlich. Es sei für einen jungen Menschen eine grosse Herausforderung, in Turin zu spielen.

«Darf nicht passieren, was uns passiert ist»

«Bis dahin hat er es ja sehr gut gemacht, dann bekommt er erst den Ball nicht unter Kontrolle, beim zweiten Tor kommt er zu spät. Aber es war sicher die richtige Entscheidung, ihn spielen zu lassen. Es waren ja andere auch noch da, die dazu beigetragen haben», sagte der Mann, der als Spieler und Trainer mit Deutschland Weltmeister geworden war.

Arjen Robben, der das 2:0 für die Bayern erzielt hatte, versuchte Kimmich im Hinblick auf das Rückspiel sofort wieder aufzubauen. «Ich habe Joshua sofort nach dem Spiel gesagt, er mache seinen Job super gut. Mit seinem Alter, da kann man nur Respekt vor haben», sagte der Holländer und meinte dann aber doch noch selbstkritisch: «Wir hätten es zumachen müssen nach der 2:0-Führung. Es darf nicht passieren, was uns passiert ist.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.02.2016, 12:07 Uhr

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