Wenn ein Fussballstar «unabsichtlich» betrunken fährt

Eigentlich trinkt Manchester Citys Yaya Touré als gläubiger Muslim nicht. Für seine Alkoholfahrt hat er eine kreative Erklärung parat.

Spezielle Ausrede: Yaya Touré soll unwissentlich Alkohol getrunken haben.

Spezielle Ausrede: Yaya Touré soll unwissentlich Alkohol getrunken haben. Bild: Jon Super/Keystone

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Etwas ganz Besonderes ist Yaya Touré, Fussballprofi von Manchester City, gelungen. Er wurde unabsichtlich betrunken. Nun passiert es ja häufiger mal, dass jemand über den Durst trinkt und dabei das rechte Mass verliert, obwohl er das eigentlich gar nicht vorhatte. Gerade im Advent, wenn die alljährlichen Weihnachtsfeiern anstehen, werden aus einem Glas gern mal viele Gläser. Aber wie wird jemand betrunken, der gar keinen Alkohol konsumiert?

Sein Rausch sei quasi ein Unfall gewesen. Das behauptete Touré am Montag jedenfalls, nachdem er für 18 Monate den Führerschein abgeben musste. «Ich bin Muslim und trinke nicht», stellte der 33-jährige Mittelfeldspieler bei Facebook klar: «Ich habe Alkohol immer abgelehnt.»

Nichtsdestotrotz war er Ende November beschwipst am Steuer seiner Nobelkarosse erwischt worden. Beim anschliessenden Alkoholtest kam heraus, dass er den in England zulässigen Pegel gleich um das Doppelte überschritten hatte. Statt der erlaubten 35 Mikrogramm hatte er 75 Mikrogramm Alkohol im Atem.

«Alkohol am Steuer ist ein ernsthaftes Verbrechen, und auch wenn ich nicht mit Absicht Alkohol konsumiert habe, akzeptiere ich die Strafe und möchte mich für die Situation entschuldigen», sagt Touré nun zu seiner Verurteilung.

Und gleich noch mal erwischt

Der Mittelfeldspieler muss 64’600 Euro Strafe an die Staatskasse zahlen, angesichts eines Wochenlohns von 262’000 Euro dürfte ihn das nicht sonderlich schwer treffen. Sehr wohl aber die Verurteilung selbst. Die hält er nämlich für ungerechtfertigt. War ja schliesslich alles keine Absicht. Er habe auf der Party eines Bekannten nur Diät-Cola getrunken. Dummerweise war in der Cola auch jede Menge Brandy, wovon Touré aber nichts bemerkt haben will. Das kam Richter Gary Lucie, der nun die Verhandlung in der Sache führte, komisch vor. «Es scheint mir ziemlich unwahrscheinlich, dass sie das nicht bemerkt haben wollen», sagte Lucie und liess den Hammer fallen.

Zusätzlich zu Geldstrafe und Führerscheinentzug brummte er Touré auch die Teilnahme an einem Rehabilitationsprogramm für jene Verkehrssünder auf, die betrunken Auto gefahren sind. Eine Art Idiotentest also. Aber der ist bei Touré im Grunde völlig überflüssig. Er trinkt ja nicht.

Wenige Tage nach seiner Alkoholfahrt im November wurde Touré erneut erwischt. Dieses Mal wegen Geschwindigkeitsübertretung. Seine Ausrede dort: Weil der Wagen – ein Porsche Turbo – ein deutsches Fabrikat sei und der Tacho keine Meilen, sondern Kilometer anzeige, habe er gar nicht gewusst, wie schnell er sei. Irgendwie passieren in Tourés Leben viele Dinge, ohne dass Touré es mitkriegt. Er sollte also in Zukunft ein bisschen besser aufpassen, nicht dass er noch seinen Stammplatz bei Manchester City zurückbekommt – und es überhaupt nicht merkt. (Die Welt)

Erstellt: 14.12.2016, 09:43 Uhr

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