Wer laut Ökonomen die WM gewinnt

Die UBS-Konjunkturforscher haben errechnet, welche Mannschaften an der WM in Südafrika erfolgreich sein werden. Beim letzten Mal erwiesen sich die Einschätzungen als treffsicher.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ökonomen errechnen ihre Wirtschaftsprognosen aus einer grossen Zahl an Daten über vergangene Entwicklungen und Einschätzungen, aus messbaren Stärken und Schwächen einzelner Wirtschaftsbereiche oder Länder und aus Preisverhältnissen. Das Instrumentarium lässt sich auch für Prognosen in anderen Gebieten anwenden, zum Beispiel für die Frage, wer an der Fussball-WM im Sommer in Südafrika den Titel holt und wer es sonst noch bis in die letzten Runden schafft.

Die Prognostiker der UBS haben sich einmal mehr genau dieser Aufgabe angenommen. Doch warnen sie angesichts der heiklen Materie davor, den Einschätzungen allzu viel Gewicht beizumessen. Dabei haben sich die Vorhersagen dieses Teams für die WM 2006 in Deutschland als treffsicher erwiesen. Es hat auf Italien gesetzt und das Land hat den Titel auch geholt. Dabei galten die Italiener damals eher als Aussenseiter. Die letzten 16 verbleibenden Teams haben die Ökonomen zu 81 Prozent richtig prognostiziert, die Halbfinalisten zu 50 Prozent und die Viertelfinalisten zu 75 Prozent. Weniger erfolgreich waren die Forscher allerdings bei den Europameisterschaften. Keines der letzten vier Teams hätte es laut den Berechnungen so weit bringen dürfen. Die Tschechische Republik, die laut den Ökonomen hätte gewinnen sollen, überstand noch nicht einmal die Gruppenphase.

Starke Spanier haben kaum Chancen

Doch bei Weltmeisterschaften zeigen sich viel grössere Regelmässigkeiten als bei Europameisterschaften, betonen die Experten: Wer in den bisherigen Turnieren erfolgreich war, ist es in der Regel auch in weiteren Weltmeisterschaften geblieben. Um die Chancen der Mannschaften zu errechnen, greifen die Ökonomen daher unter anderem auf statistisch feststellbare Regelmässigkeiten aus der Vergangenheit zurück. Doch auch eine Messzahl für die aktuelle Stärke eines Teams spielt eine Rolle, die Zahl entspricht den Preisen bei herkömmlichen Prognosen.

Als geeignete Stärkekennzahl ziehen die Ökonomen das sogenannte Elo-Rating heran. Es wurde vom ungarisch-amerikanischen Physiker Arpad Elo entwickelt und wird auch für Schachspiele und das Tennis angewendet. Im Fussball hat es bisher mehr Aussagekraft bewiesen als die Tabelle der Fifa, die auf bisherige Siege, Niederlagen und Unentschieden abstellt. Beim Elo-Rating werden die Ergebnisse noch zusätzlich mit den Bedingungen gewichtet, unter denen sie zustande kommen. Höher gewichtet wird etwa ein Sieg gegen eine äusserst starke Mannschaft, ebenso ein Auswärtssieg oder ein Sieg mit einer grossen Überzahl an geschossenen Toren. Mit dem Elo-Rating lässt sich nicht nur die Stärke einer Mannschaft gegenüber anderen beurteilen, sondern auch, ob sie im Vergleich zu früher stärker oder schwächer ist. Die Daten finden sich auf der Hompepage des Ratings (siehe Links).

Gemessen an den Elo-Ratings ist gemäss den UBS-Ökonomen die WM 2010 die schwächste seit dem Turnier von 1994. Gleichzeitig sind drei Teams mit einem seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr beobachteten starken Elo-Rating vertreten: Brasilien, Spanien und die Niederlande. Das spanische Team ist noch gar nie so stark an eine WM gereist, jenes der Niederlande seit 1978 nicht mehr. Die grössten Chancen auf den Titel hat laut den Ökonomen allerdings Brasilien– mit einer Wahrscheinlichkeit von 22 Prozent. Auf den beiden weiteren Plätzen folgen Deutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 18 Prozent und Italien mit 13 Prozent.

Schweizer bleiben laut den Berechnungen chancenlos

Die Spanier, wie auch die Engländer haben dagegen nur eine Chance auf den Titel von 4 Prozent, die Niederländer eine von 8 Prozent. Die Chancen auf einen Einzug in die Halbfinals haben für die Niederlande eine Wahrscheinlichkeit von 34 Prozent , für Spanien eine von 28 Prozent und für England eine von 21 Prozent. Das Scheitern der Spanier und der Engländer begründen die Ökonomen mit der statistischen Regelmässigkeit, dass es beiden Mannschaften schon an bisherigen Meisterschaften nicht gelungen ist, ihr – am Elo-Rating-gemessenes Potenzial – auszuschöpfen.

Keine Chancen auf den Titel – auch nicht in den Einzug in die Halbfinals – haben gemäss den Berechnungen die Schweizer. Selbst ein Einzug in die Achtelfinals wird schwierig, er gelingt nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.04.2010, 13:50 Uhr

Blogs

Mamablog «Süchtig sind wir doch alle!»

Nachspielzeit Die EU, das Foul und das weiche Recht

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Hi Fisch! Vor Hawaii lebt dieser Haifisch Namens Deep Blue. Wer mutig ist und lange die Luft anhalten kann, darf ihn unter Wasser streicheln (15. Januar 2019).
(Bild: JuanSharks) Mehr...