«Wir nehmen den FCZ sehr, sehr ernst»

Uli Hoeness, der Präsident des FC Bayern München, äussert sich zum Champions-League-Playoff-Gegner FC Zürich.

Respekt vor dem Gegner: Uli Hoeness unterschätzt den Gegner aus Zürich nicht.

Respekt vor dem Gegner: Uli Hoeness unterschätzt den Gegner aus Zürich nicht. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Uli Hoeness, sind Sie am Freitagmittag um 12 Uhr auch nervös vor dem TV gesessen?
Ich hatte in Düsseldorf einen geschäftlichen Termin und habe erst um eins erfahren, wer unser Gegner in der Qualifikation zur Champions League sein wird.

Was dachten Sie, als Sie vom FC Zürich hörten?
Soll ich jetzt sagen: Im Topf gab es keine leichten Lose (schmunzelt)? Aber natürlich ist es so: Für uns ist es logistisch eine feine Sache, denn wir fahren lieber nach Zürich als 2600 Kilometer nach Kasan. Im letzten Topf, hörte ich, waren ja nur noch Rubin Kasan und der FC Zürich als mögliche Gegner. Da komme ich doch lieber in die Schweiz, wo ich einige Freunde habe.

Zürich stand für Sie aber bisher nicht mit dem FCZ in Verbindung?
Wir haben mit Bayern bisher überhaupt kaum je einmal gegen einen Zürcher Verein gespielt.

Was wissen Sie über den Klub?
Ich habe erst kürzlich den Manager des Klubs (Fredy Bickel) bei einem Konzert in Zürich getroffen, es war ein sehr gemütlicher und angenehmer Abend gewesen, und wir hatten uns bestens unterhalten. Ich glaube, wir hatten uns noch so verabschiedetet: «Vielleicht sehen wir uns ja bald wieder.» Jetzt freue ich mich auf das Wiedersehen, auch mit dem Präsidenten bin ich schon einmal zusammengekommen. Aber nach Spielern müssen Sie mich jetzt nicht fragen, ich kenne noch keine.

Was muss passieren, dass ein Klub, der alleine für die erste Mannschaft 165 Millionen Euro an Lohnkosten ausgibt . . .
(unterbricht) . . . diese Zahl, die ich auch jetzt wieder überall lese, ist einfach ein Blödsinn. In dieser Lohnsumme sind 400 Mitarbeiter des FC Bayern enthalten, nicht nur Spielerlöhne.

Aber trotzdem: Warum soll ein Klub, der zehnmal mehr Geld zur Verfügung hat als der Gegner, überhaupt Probleme bekommen?
Banal, aber es ist so: Im Fussball ist immer alles möglich. Natürlich sind wir auf dem Papier Favorit. Aber wir nehmen diese beiden Spiele gegen den FCZ sehr, sehr ernst, weil es dringend notwendig ist, dass der FC Bayern München in die Champions League kommt.

Die Champions League soll für die Bayern in München beginnen und dort auch beim Finalspiel im nächsten Mai enden.
Das wäre der grosse Traum, aber daran denken wir jetzt überhaupt nicht. Am Sonntag beginnt die Bundesligasaison gegen Borussia Mönchengladbach, und ab sofort beschäftigen sich unsere Leute auch mit dem FCZ.

Was ist der finanzielle Unterschied, ob Bayern in der Europa League oder in der Champions League spielt?
Die Champions League ist für einen Verein wie Bayern wichtig. Ohne diese Einnahmen ist kein guter Jahresabschluss möglich.

Wissen Sie schon, in welches Lokal Sie die FCZ-Delegation in München zum Essen einladen werden?
Das mache nicht ich, sondern der Vorstand, aber wir laden die Vereine eigentlich immer in den Käfer ein. Ich nehme an, wir werden auch diesmal dort sein.

Und in Zürich erwarten Sie als Gegenleistung die Kronenhalle?
Ich bin überzeugt, dass die Zürcher hervorragende Gastgeber sein werden, und ich lasse mich gerne überraschen. Ich freue mich auf Zürich.

Erstellt: 06.08.2011, 12:03 Uhr

Artikel zum Thema

«Glückslos für die Bayern»

Der FC Zürich spielt in den Playoffs zur Champions League gegen Bayern München. Die deutsche Presse freut sich bereits. Mehr...

«Grässlich, die Bayern»

FCZ-Sportchef Fredy Bickel hat gemischte Gefühle. Die Bayern bescheren ihm ein ausverkauftes Stadion. Doch ihr Nationalgetränk mag er gar nicht. Mehr...

FCZ spielt gegen Bayern – YB gegen Braga

In Nyon fand die Auslosung der Champions-League- und der Europa-League-Playoffs statt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live. Mehr...

Dossiers

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Blogs

Mamablog Skiferien mit bitterem Beigeschmack

Sweet Home 10 blitzschnelle Znachtideen

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Freie Wahl: Tausende Pro-Choice-Aktivistinnen demonstrieren vor dem Kongress in Buenos Aires und fordern eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. (19. Februar 2020)
(Bild: Natacha Pisarenko) Mehr...