«Wir werden die Bayern vor uns hertreiben»

Der Kriechgang vor den Bayern sorgt in Deutschland für eine hitzige Debatte. Gladbachs Trainer Lucien Favre, Spieler und Grössen im Verein sagen dem Rekordmeister heute in München aber den Kampf an.

Hans Meyer: Als Trainer von Gladbach war er impulsiv, als heutiges Vorstandsmitglied angriffig.

Hans Meyer: Als Trainer von Gladbach war er impulsiv, als heutiges Vorstandsmitglied angriffig. Bild: Keystone

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Heute ist der Schweizer Trainer Lucien Favre mit seiner Mannschaft in München zu Gast. Doch Gastgeschenke möchten die Gladbacher keinesfalls machen und richten schon mal eine unmissverständliche Kampfansage an die Adresse des Leaders.

Hans Meyer, ehemaliger Borussen-Coach und heutiges Vorstandsmitglied mit einem gewichtigen Wort, sagte in einem Vorgespräch zu einer Talkrunde bei Sky unmissverständlich: «Jetzt werden wir am Sonntag natürlich schön die Bayern vor uns hertreiben.» In der Hauptsendung fragte Moderator Claus Gronewald bei Meyer noch einmal nach, ob er das tatsächlich ernst gemeint habe. «Natürlich war das ernst gemeint», kam es wie aus der Pistole geschossen. Studiogäste waren die Gladbacher Spieler Max Kruse und André Hahn. «Wenn der Boss das befiehlt, müssen wir das natürlich umsetzen», versprachen die beiden übereinstimmend.

«Zeigen den Bayern, was wir draufhaben»

Ähnlich denkt auch Captain Toni Jantschke, der keinesfalls gewillt ist, als Kriechgänger nach München zu fahren. «Klar, die Bayern haben die Lederhosen in dieser Saison ziemlich fest an. Aber wir werden kräftig dran ziehen. Die haben zurzeit vielleicht die beste Mannschaft der Welt. Umso schöner, so einem Gegner mal zu zeigen, was wir inzwischen auch draufhaben.»

Trainer Lucien Favre sagte an der Pressekonferenz zum Spiel in München: «Ich bereite jedes Spiel vor, um es zu gewinnen – ganz egal, gegen wen wir spielen.» Jede Mannschaft habe ihre kleinen Schwächen. Perfektion sei im Fussball unmöglich – auch wenn die Bayern nah dran seien. «Es gibt Details, die nicht alle sehen. Wir haben keine Angst. Es ist möglich, in München zu punkten.» Verteidiger Alvaro Dominguez pflichtet dem Schweizer Coach bei: «Wir können jeden schlagen, auch Bayern. Wir dürfen nur keine Angst haben. Wenn die mitspielt, haben wir schon verloren.»

Daran glaubt die Gladbacher Legende und Weltmeister Berti Vogts, der in in seinen 14 Profijahren nie in München gewinnen konnte: «Borussia war beim 0:0 im Hinspiel das bessere Team. Sie stehen hinten gut, können klasse kontern. Sie müssen nur Mut haben. »

Der Kriechgang vor den Bayern sorgt in Deutschland zurzeit für eine hitzige Debatte, nachdem sich unterlegene Trainer beim Gegner noch bedankt hatten.

► Bremens Trainer Viktor Skripnik sagte nach dem Spiel allen Ernstes: «Ich bin stolz auf dieses 0:4. Diese Niederlage nehmen wir gerne mit. Im Hinspiel war es schliesslich sogar 6:0.»

►Dietmar Beiersdorfer, Vorstandsvorsitzender des HSV, sagte nach der 0:8-Niederlage in München. «Robben allein war das Eintrittsgeld wert. Als er ausgewechselt wurde, habe ich überlegt, ob ich klatschen soll – und habs gemacht.»

► Auch Paderborns Trainer André Breitenreiter machte nach der 0:6-Demontage durch die Bayern im eigenen Stadion auf Demut. «Ich bedanke mich für das tolle Erlebnis. Wir haben gegen die weltbeste Mannschaft gespielt und gegen den weltbesten Trainer.»

► Auch Frankfurts Trainer Thomas Schaaf hatte im November nach dem 0:4 gegen die Bayern einen Hofknicks gemacht: «Es war ein Vergnügen, gegen die vielleicht beste Mannschaft der Welt zu spielen.»

«Die ergeben sich ja kampflos ihrem Schicksal»

Überhaupt kein Verständnis für den Kriechgang vor den Bayern hat die deutsche TV-Moderatorenlegende Waldemar Hartmann. Aus dem Kampfsport Fussball sei in Deutschland bei Spielen mit dem FC Bayern München mittlerweile eine heilige Messe geworden.

«Wenn der Heilige Geist in Form der Bayern erscheint, schwenken sie wie beim hohen Amt den Weihrauchkessel», drückte es der in Chur wohnende Hartmann gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet plakativ aus. Bei den Gegnern der Bayern in der Bundesliga könne man längst nicht mehr von ernsthaften Konkurrenten sprechen. «Die ergeben sich ja kampflos ihrem Schicksal. Und nach Niederlagen bedanken sie sich auch noch dafür, dass das Ergebnis nicht noch peinlicher ausgefallen ist.»

Erstellt: 22.03.2015, 13:46 Uhr

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