Xhaka und die Polemik

Wer soll in Zukunft das Mittelfeld aus dem Zentrum heraus steuern? Wie bisher Captain Inler? Granit Xhaka ist anderer Meinung.

Wer ist der Chef? Inler und Xhaka und der Streit im Mittelfeld.

Wer ist der Chef? Inler und Xhaka und der Streit im Mittelfeld. Bild: Keystone

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Am Ende der Reise stand ein Bruderkuss. Als sich Granit Xhaka und Gökhan Inler am Flughafen der litauischen Hauptstadt Vilnius voneinander verabschiedeten, drückten sie sich Wange an Wange. Einmal links, einmal rechts. Das sah sehr nett aus und erzählte vom Zusammenhalt im Team. Dann flogen sie davon in verschiedene Himmelsrichtungen, ab in die Ferien. Und auch dieses Bild zweier Spieler mit unterschiedlichen Zielen hat symbolischen Charakter.

Aus diesem Grund: Bevor Granit Xhaka in die Maschine nach Düsseldorf einstieg, hat er noch eine Botschaft hinterlassen. Er sei kein Spieler für die Seite, sagte er. Das wisse ja der Trainer. Und der Trainer, der müsse sich «irgendwann entscheiden».

Der Trainer, Vladimir Petkovic, lässt nicht mehr wie sein Vorgänger Ottmar Hitzfeld im 4-2-3-1 spielen, sondern im 4-3-3. Es gibt im Mittelfeld also nur eine zentrale Position. Petkovic besetzte sie bis anhin mit Inler, seinem Captain. Inler allerdings hat gerade gegen spielerisch bescheidene Gegner Mühe, der Position gerecht zu werden. Er kann das Offensivspiel nicht auslösen, wie es Xhaka tut, der gerade eine überragende Saison bei Borussia Mönchengladbach hinter sich hat. Inler ist auch nicht geeignet für eine Position auf der Seite. Er wird sich auch nicht mehr entscheidend weiterentwickeln als Spieler. Inler wird Ende dieses Monats 31, Xhaka im September 23. Inler verliert in der Nationalmannschaft schleichend wie stetig an Wichtigkeit. Xhaka wird seine Karriere kaum in Mönchengladbach beenden, er kann auf Vereinsniveau eine ganz grosse Karriere machen.

Xhaka in die Mitte, es würde bedeuten, dass für Inler kein Platz bleibt – zumindest in Petkovics liebstem System. Xhaka in die Mitte, das wäre aber auch die logische Fortsetzung. Der Trainer will sich nicht äussern, zumindest nicht jetzt. «Ich will keine Polemik», hat er gestern in Vilnius gesagt, nachdem er angesprochen worden war auf Xhakas Worte. Und er hat leicht genervt vorgeschlagen: «Schreiben Sie doch, was Xhaka gesagt hat.»

Erstellt: 16.06.2015, 11:08 Uhr

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