YB vermasselt FCB die Meisterparty

Der FC Basel wird seinen sechsten Meistertitel in Serie frühestens am nächsten Sonntag feiern können. Die Young Boys verschieben die Basler Feier durch das 3:1 gegen St. Gallen.

Berner Erfolg: Gonzalo Zarate (r.) erzielt das 2:0 gegen den FC St. Gallen.

Berner Erfolg: Gonzalo Zarate (r.) erzielt das 2:0 gegen den FC St. Gallen. Bild: Keystone

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YB hätte gegen die Ostschweizer Punkte abgeben müssen, um den FC Basel mit einem Sieg im Letzigrund gegen den FC Zürich überhaupt die Möglichkeit auf den Titelgewinn nach 32 Runden zu geben. Der FC Luzern wurde im Vorhaben, weiter Boden auf das fünftklassierte St. Gallen gutzumachen, von Thun gestoppt. Nach zuletzt vier Siegen in Folgen mussten sich die Innerschweizer trotz der besseren Chancen mit einem torlosen Remis zufriedengeben.

YB festigt den zweiten Rang

Mit einigem Glück gewinnen die Young Boys auch ihr zweites Heimspiel dieser Saison gegen St. Gallen, diesmal mit 3:1. Die Berner festigen damit ihren 2. Platz. Der Ehrenplatz mit gebührendem Rückstand auf den designierten Meister Basel und damit die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation der nächsten Saison ist den Young Boys kaum noch zu nehmen. Vier Spiele vor Schluss weisen sie zwölf Punkte Vorsprung auf das drittplatzierte Thun und überdies die weitaus bessere Tordifferenz vor.

St. Gallen geriet auf unglückliche Weise früh in Rückstand. Beim Versuch, die Situation an der Strafraumgrenze zu klären, berührte Mario Mutsch, mit dem Rücken zum Tor stehend, dem Ball mit dem Arm. Obwohl vermutlich keine Absicht vorlag, hatte Schiedsrichter Fedayi San keine andere Wahl, als auf Handspenalty zu erkennen. YBs französischer Goalgetter Guillaume Hoarau verwertete den Penalty mit einem unhaltbaren Schuss in die linke untere Ecke zu seinem 17. Saisontor.

Einseitig verlief die erste Halbzeit indessen nicht, im Gegenteil. Die Ostschweizer kamen zu den besseren Möglichkeiten. Nach einer halben Stunde traf Dzengis Cavusevic mit einem satten Schuss von der Seite den näheren Pfosten. Das Tor hätte gezählt, weil die Unparteiischen eine Offsideposition des Slowenen nicht geahndet hatten.

Zarates wichtiges Tor

Wie aus dem Nichts fiel kurz vor der Pause das 2:0, der erste Treffer aus dem Spiel heraus. Gonzalo Zarate, der davor erst einmal in dieser Meisterschaft getroffen hatte, verwertete mit dem Kopf und vollkommen unbedrängt eine präzise Flanke von Scott Sutter. Die 2:0-Führung zur Pause hatten die Berner einzig ihrer hohen Effizienz zu verdanken.

Auch in der zweiten Halbzeit drückten die St. Galler im Stil einer Heimmannschaft dem Spiel den Stempel auf. Das Anschlusstor nach 56 Minuten war überfällig gewesen. Dzengis Cavusevic staubte ab, nachdem YB-Torhüter Yvon Mvogo einen Schuss von Yannis Tafer zur Seite abgewehrt hatte. Nur drei Minuten danach traf auch Marco Mathys für St. Gallen nur den Pfosten.

In diesem sehr abwechslungsreichen Spiel hatten die Berner nach 62 Minuten Pech, als ein reguläres Tor von Guillaume Hoarau wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht gegeben wurde. Auch die allerletzten Minuten hatten es in sich. Als dritter Gäste-Spieler traf der eingewechselte Albert Bunjaku nach 88 Minuten nur den Pfosten, und wenige Sekunden danach stellte der erstmals seit langem wieder erfolgreiche Raphael Nuzzolo auf schöne Vorarbeit von Jan Lacjaks den Sieg mit dem 3:1 sicher.

FCL verpasst Heimsieg

Auch im zweiten Match der Affiche Luzern gegen Thun in dieser Saison fallen keine Tore. Die Innerschweizer waren indessen namentlich in der zweiten Hälfte dem Sieg näher.

Luzern und Thun – zwei Mannschaften, die mit ihren Möglichkeiten wohl nicht sehr weit auseinanderliegen – beenden die Saison mit einer ungleichen Verteilung der Punkte aus den Direktbegegnungen. Thun hat sich acht Punkte ergattert, Luzern nur deren zwei, nachdem auch die erste Partie in Luzern am 8. November 0:0 ausgegangen war.

Die erste nennenswerte Szene des Spiels bedeutete nach 27 Minuten eine riesige Chance für die Thuner, die unbedingt hätten in Führung gehen müssen. Aber Marco Rojas vertändelte den Ball allein und wenige Meter vor Luzerns Goalie David Zibung. Die zweite gute Möglichkeit der Berner Oberländer vor der Pause vergab kurz vor der Pause Dennis Hediger mit einem Kopfball aus kurzer Distanz. Dem hatten die Innerschweizer in dieser gefälligen Partie einen knapp verzogenen Kopfball von Remo Freuler nach 36 Minuten entgegenzusetzen.

Jantscher bester Spieler auf dem Rasen

Bester Mann auf dem Platz war der Jakob Jantscher. Der Österreicher war an nahezu allen gefährlichen Aktionen der Innerschweizer beteiligt. Folgerichtig gehörte ihm auch die beste Szene der ganzen Partie. Kurz nach der Pause zwang er Thuns Torhüter Guillame Faivre mit einem satten und platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zu einer Glanzparade.

In der Folge schienen sich die Gäste mit dem Unentschieden zufriedenzugeben, während sich Luzern bei etlichen Angriffen das Siegestor verdient hätte.

Young Boys - St. Gallen 3:1 (2:0)
15'860 Zuschauer. - SR San. - Tore: 5. Hoarau (Handspenalty) 1:0. 40. Zarate (Sutter) 2:0. 56. Cavusevic (Tafer) 2:1. 90. Nuzzolo (Lecjaks) 3:1.
Young Boys: Mvogo; Sutter, von Bergen, Rochat, Lecjaks; Gajic, Bertone; Zarate (79. Vitkieviez), Gerndt (82. Sanogo), Nuzzolo; Hoarau.
St. Gallen: Herzog; Thrier, Gelmi, Besle, Dziwniel; Mutsch, Everton; Tafer, Mathys (72. Bunjaku); Tréand (66. Aratore); Cavusevic (77. Karanovic).
Bemerkungen: Young Boys ohne Steffen (gesperrt), Vilotic und Seferi (beide verletzt). St. Gallen ohne Janjatovic und Russo (beide verletzt). Pfostenschüsse: 30. Cavusevic, 59. Mathys, 89. Bunjaku. Lattenschuss: 85. Hoarau. Verwarnungen: 10. Tréand (Foul), 32. Gajic (Reklamieren), 34. Lecjaks (Foul), 82. Besle (Foul), 86. Everton (Foul).

Luzern - Thun 0:0
12'028 Zuschauer. - SR Gut.
Luzern: Zibung; Thiesson (60. Dubai), Affolter, Aliti, Lustenberger; Freuler; Bozanic, Jantscher (3. Hyka), Haas (76. Winter); Schneuwly, Lezcano.
Thun: Faivre; Glarner, Reinmann, Sulmoni, Wittwer; Rojas (63. Gonzalez), Siegfried, Ferreira; Sadik, Sutter (55. Munsy).
Bemerkungen: Luzern ohne Wiss (gesperrt), Roguli, Puljic, Sarr und Thali (alle verletzt). Thun ohne Causi, Frontino, Schindelholz und Schirinzi (alle verletzt). Verwarnungen: 18. Lustenberger (Foul), 23. Hediger (Foul), 45. Bozanic (Foul), 58. Sulmoni (Foul). 70. Freuler (Foul).
(si)

Erstellt: 10.05.2015, 15:42 Uhr

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