«Yakin hätte einen besseren Anwalt nehmen sollen»

Sion-Präsident Christian Constantin lässt kalt, dass der ehemalige Trainer Murat Yakin seinen Lohn notfalls gerichtlich einfordern will.

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Seit der Freistellung von Murat Yakin am 7. Mai hat nur Christian Constantin, der Yakin in einen Französisch-Intensivkurs schicken wollte, via Deutsch- und Westschweizer Medien kommuniziert. Vom freigestellten Trainer selber war nichts zu hören. Bei Yakins Vorgängern war der Ablauf stets derselbe gewesen. CC verbreitet Vorwürfe und Verbitterung, dann schickt er sie in die Wüste. Kaum einer lehnt sich gegen die Spielchen des Sion-Präsidenten auf.

Inoffiziell begann Yakin schon vor Wochen, sich zu wehren. Der 44-Jährige kündigte am 10. Mai seinen Arbeitsvertrag mit der Olympique des Alpes SA (FC Sion) aus wichtigen Gründen fristlos auf. «Die Kündigung erfolgte aufgrund des rechtswidrigen Verhaltens des Präsidenten des FC Sion, Christian Constantin, der die Persönlichkeitsrechte von Murat Yakin sowie die Fürsorgepflicht als Arbeitgeber wiederholt und schwerwiegend verletzt hat», sagt Yakins Rechtsanwalt Kai Ludwig.

Chancen stehen gut für Yakin

Yakin hatte einen Vertrag bis Sommer 2021. Er will die gesamte Summe geltend machen und diese Forderung notfalls auch gerichtlich durchsetzen. Die Darstellung von Constantin im «Blick», wonach ihm eine Auflösung des Vertrages unter Verzicht auf Lohnansprüche offeriert worden sei, sei unzutreffend, so der Anwalt. Es hätten zu keinem Zeitpunkt Gespräche zwischen ihm und Vertretern des FC Sion bezüglich einer Auflösung des Arbeitsvertrages stattgefunden.

«Die Parteien befinden sich auch nicht in Verhandlungen über eine aussergerichtliche Einigung», so Ludwig. Yakin selbst wollte sich nicht äussern, der 44-Jährige verwies wegen des anstehenden Verfahrens auf seinen Rechtsanwalt.

Constantin «überhaupt nicht nervös»

Anders Constantin. Der 62-Jährige ist wie immer nicht um eine Antwort verlegen. Auf Yakins mögliche Klage angesprochen, entgegnet er, dass er Kenntnis davon habe, deswegen aber «überhaupt nicht nervös» werde. Constantin sagt gar: «Yakin ist schlecht beraten. Er hätte einen besseren Anwalt nehmen sollen.»

Die beiden hätten vergessen, dass eine Klausel in Yakins Kontrakt Folgendes festgelegt habe: Wenn Yakin das Arbeitsverhältnis vor Ende der Vertragslaufzeit beende, müsse er seinerseits Sion 750'000 Franken zahlen.

Erstellt: 23.05.2019, 13:00 Uhr

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