Yakin nimmt Bellinzonas Präsident in die Pflicht

Die finanzielle Situation um die AC Bellinzona spitzt sich weiter zu. Präsident Gabriele Giulini gerät immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik.

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Dem Tessiner Traditionsclub, der immer noch gute Chancen auf den Aufstieg in die Super League hat, droht nach wie vor der finanzielle Kollaps, obwohl die Löhne bis Februar auf den Konten der Spieler sind. Jetzt muss Bellinzona jedoch einen weiteren Tiefschlag einstecken. Das Konsortium der Grundbesitzer für das neue Stadion sagt Nein zum Bau einer neuen Fussballarena.

Am 14. April wird das Stimmvolk zwar über das Stadionprojekt mit Shopping-Center in Arbedo-Castione abstimmen. Aber selbst bei einem Ja, würde das wohl trotzdem das Aus für das Projekt bedeuten. Denn die Bellarca SA, die Vertreterin der Landeigentümer, spricht neu in einer Medienmitteilung von wirtschaftlich nicht vertretbaren Investitionen. Der Nichteinstieg dieser Investoren erschwert den Überlebenskampf der AC Bellinzona zusätzlich erheblich.

«Das zeugt von einem grossartigen Charakter»

Für Trainer Martin Andermatt und seine Spieler stirbt die Hoffung zuletzt. Gestern bat der Innerschweizer morgens um 10 Uhr zu einer ersten Trainingseinheit. Am Abend absolvierte die Mannschaft gegen Zweitligist Sementina ein Testspiel und gewann dieses mit 9:1. Heute stehen wieder zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. «Es erreichen uns täglich neue Nachrichten. Die Tessiner Luft ist mit Spekulationen geschwängert. Die Stimmung bewegt sich zwischen vielleicht ja und vielleicht aber auch doch nicht», sagt Martin Andermatt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Doch die Mannschaft wolle sich dadurch nicht destabilisieren lassen. «Meine Spieler ziehen voll mit und trainieren hervorragend, das zeugt von einem grossartigen Charakter.»

«Ich bin über alle Massen enttäuscht»

Bellinzonas Präsident Gabriele Giulini löste Hakan Yakin beim FC Luzern aus einem laufenden Vertrag, weil er mit dem Basler Grosses vorhatte. Er engagierte den ehemaligen Internationalen mit einem Sechsjahresvertrag, weil er ihn auch als Botschafter für das neue Stadionprojekt einbinden will. «Stand heute, gibt es kein Stadionprojekt, also braucht es auch keinen Botschafter dafür», sagt Yakin gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Jetzt nimmt Yakin Präsident Gabriele Giulini in die Pflicht: «Ich bin über alle Massen enttäuscht über die Art und Weise, wie unser Präsident kommuniziert. Es ist äusserst mühsam, herauszufinden, was stimmt und was nicht stimmt.» Noch mühsamer sei es, zu verstehen, welche Konsequenzen sich aus der ungemütlichen Situation ergäben. «Diese unrühmliche Situation führt dazu, dass es immer mehr offene Fragen gibt, also konzentrieren wir uns auf das, was wir auch beeinflussen können», fordert Yakin. Und das sei das Fussballgeschäft. Ein grosses Kompliment zollt er der Mannschaft und Trainer Martin Andermatt. «Sie verdienen einen grossen Applaus. Die Hingabe und der Enthusiasmus, den der Trainer und meine Teamkollegen an den Tag legen, macht mich stolz.»

Erstellt: 28.03.2013, 12:36 Uhr

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