Aarau: Euphorie, Unruhe – und eine Sonderbewilligung

Auch in der Super League wäre es dem FCA erlaubt, im Brügglifeld-Stadion zu spielen.

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Nach dem 4:0-Sieg im Barrage-Hinspiel gegen Xamax in Neuenburg steht der FC Aarau vor der Rückkehr in die Super League. Es wäre der dritte Aufstieg des Vereins vom Brügglifeld in die höchste Spielklasse seit der Gründung der Nationalliga A (1944), die vor 17 Jahren in Super League umgetauft wurde.

Rund 2000 Anhänger des FCA erlebten in der Maladière, wie ihre Mannschaft den Favoriten auskonterte. Morgen Sonntag im ausverkauften Brügglifeld soll nun die denkwürdige Saison, die mit sechs Niederlagen in Serie begonnen hatte, mit dem Aufstieg gekrönt werden.

Die allfällige Rückkehr in die höchste Spielklasse, der Aarau einst 29 Jahre ohne Unterbruch angehörte (1981 bis 2010), rückt auch wieder die latenten Probleme in den Blickpunkt. Wie lange kann der Club noch im altehrwürdigen Brügglifeld auftreten, in dem seit 95 Jahren Fussball gespielt wird? Die Romantiker schwärmen von einem der letzten «Old Grounds» im Schweizer Fussball, Kritiker nennen das Brügglifeld eine Bruchbude.

Die Sonderbewilligung der Swiss Football League dauert noch fünf Jahre. Bis dann, so hoffen die Verantwortlichen, soll das neue Stadion Torfeld Süd stehen. Die Baubewilligung liegt seit längerem vor. Da wie beim Stadionprojekt in ­Zürich als Mantelnutzung nun nachträglich Hochhäuser vorgesehen sind – in Aarau sind es vier – braucht es eine Zonenplanänderung. «Der Höhenflug des FC Aarau kommt goldrichtig», sagt Stadtrat Hans-peter Thür. «Der Stadtrat hat nach eineinhalbjähriger Arbeit die Vorlage samt Gestaltungsplan verabschiedet.» Dennoch müsste der Regierungsrat bis Ende Juni die Baunutzungsordnung genehmigen, damit die Vorlage noch dieses Jahr dem Aarauer Stimmvolk vorgelegt werden könnte.

Der Kampf um Burki

Der Stadionneubau in Aarau ist längst zu einer unendlichen Geschichte geworden. Rund um den Verein überwiegt zurzeit aber die Euphorie um den greifbaren Aufstieg. Die Spieler und allen voran ihr Trainer Patrick Rahmen geben sich jedoch zurückhaltend. «Wir müssen wie in Neuenburg von Beginn weg bereit sein. ­Xamax wird alles versuchen, um ein frühes Tor zu erzielen», sagt Rahmen. Als er gestern Morgen in seinem Wohnort Dornach die «Basler Zeitung» aus dem Briefkasten holte, las er auf der Frontseite: «FCB: Rahmen ist der ­Favorit.» Das habe ihn erstaunt: «Denn es gab noch gar keine Gespräche mit dem FCB.»

Etwas anders sieht die Situation um Sportchef Sandro Burki aus. Er hat ein konkretes Angebot von GC. Bereits vor mehreren Wochen kontaktierte der Super-League-Absteiger Burki, und ­dieser hat die FCA-Vereinsleitung informiert. Burki trifft sich heute Samstag zu einer Sitzung mit Vizepräsident Roger Geissberger. Der sagt: «Wir werden ­alles unternehmen, um Burki zu halten.»

Erstellt: 02.06.2019, 12:08 Uhr

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