Aarau freut sich auf die Riesennummer

Beim Challenge-League-Club ist vieles gleich und doch einiges anders – am Freitagabend erwartet er GC zum Spitzenspiel.

«Patrick Rahmen ist mittlerweile wieder zufrieden»: Aarau-Sportchef Sandro Burki (rechts) mit dem Trainer.

«Patrick Rahmen ist mittlerweile wieder zufrieden»: Aarau-Sportchef Sandro Burki (rechts) mit dem Trainer. Bild: freshfocus

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Viel fehlte nicht, und es wäre beim FC Aarau einiges anders. Sandro Burki fehlte nur die klare Linie bei GC, sonst wäre er jetzt Sportchef in Niederhasli. Patrick Rahmen war auf dem Weg nach Basel, als er vom FCB doch noch eine Absage erhielt. Und Aarau selbst war mit einem Bein in der Super League, als es in der Barrage gegen Xamax das Kunststück schaffte, einen 4:0-Vorsprung zu verspielen.

«Ich bedaure nichts», sagt Burki heute, «ich fühle mich wohl in Aarau.» Ein neuer Dreijahresvertrag in Aarau hat sicher geholfen, die Gefühlslage zu beeinflussen. Auch Rahmen ist «mittlerweile wieder zufrieden», wie es Burki formuliert. Und in der Mannschaft ist die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg nach Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison schnell einer positiven Stimmung gewichen, «wir sind zuversichtlich», sagt der Sportchef.

Burkis klare Prognose

Die Saison hat sich mit einem 1:1 in Winterthur und dem 4:1 gegen Kriens gut angelassen, so ganz anders als noch vor einem Jahr, als Aarau acht Runden brauchte, um auf vier Punkte zu kommen. Heute kommt GC ins Brügglifeld (ab 20 Uhr im Ticker), bei dem in der Offensive Ridge Munsy (zurück zu Thun) durch den 18-jährigen Nigerianer Francis Momoh ersetzt worden ist. GC ist für Burki nicht irgendwer, sondern «eine Riesennummer, die die Challenge League aufwertet». Und GC ist für ihn zusammen mit Lausanne der Favorit auf einen der ersten beiden Plätze. «Diese beiden müssten klar vorne sein», betont er. Aarau sieht er dahinter, zusammen in einem Pulk mit Winterthur und Vaduz. Er tut das im Wissen, wie eng in dieser Liga alles sein kann und wie sehr Überraschungen möglich sind, auch von seiner Mannschaft.

Aarau hat über den Sommer das Budget für das Profi-Kader leicht auf 4,2 Millionen angehoben. Mehr Geld fällt für die Spieler trotzdem nicht ab. Die zusätzlichen Mittel werden benötigt, weil sich seit dem 1. Januar die Prämien für die Unfallversicherung der Spieler verdoppelt haben. «Darüber jammern in der Schweiz alle Clubs», sagt Burki. Zehn Spieler haben das Brügglifeld verlassen, und gerade die Abgänge von Linus Obexer (zu Lugano), Djordje Nikolic (Basel) und Nicolas Bürgy (YB) haben Burki «sehr weh getan». Und doch betont er: «Wir haben eine gute Mannschaft.»

Die Goalies sind 18, 18 und 16

Auf dem Brügglifeld wird die Jugend forciert wie an vielen anderen Orten auch. Nirgends zeigt sich das besser als bei den Goalies. Nicholas Ammeter, die neue Nummer 1, aus Baden zurückgeholt, wird im Dezember erst 19, Anthony von Arx ist 18 und Marvin Hübel gar nur 16. «Zusammen sind sie volljährig», sagt Burki und lacht. Er weiss um das Risiko auf dieser Schlüsselposition, ab und zu lasse Ammeter «einen rein». Aber weil das auch älteren Torhütern passieren kann, sagt er: «Ich habe kein schlechtes Gefühl. Ammeter hat einen guten Start gehabt. Das hilft.»

3600 Tickets sind für heute Abend bereits abgesetzt, vielleicht sind 5000 oder noch mehr im Brügglifeld. «Dieser Match gegen GC kommt zum richtigen Zeitpunkt», sagt Burki. Was er nicht sagt, aber vielleicht denkt: GC hat trotz der Siege gegen Lausanne-Ouchy und in Wil alles andere als überzeugt. Es ist noch verwundbar.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: (ths.)

Erstellt: 02.08.2019, 14:50 Uhr

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