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Haaland zeigt Neymar und PSG den Meister

Das BVB-Wunderkind trifft gegen Paris doppelt. Für Trainer Tuchel ist es eine bittere Rückkehr nach Dortmund.

mrm/fdr
Treffer Nummer 9 und 10 in der Champions League: Erling Haaland schiesst PSG ab. Video-Zusammenfassung: Teleclub

Er hört einfach nicht auf damit. Seit Januar erst ist er in Dortmund, acht Tore hatte er bis gestern Abend schon in der Champions League erzielt. Nummer neun und zehn liess Erling Haaland beim 2:1-Sieg in diesem mitreissenden Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris St-Germain folgen.

Die Affiche alleine bot ja allerhand Geschichten: Da war die Rückkehr von PSG-Trainer Thomas Tuchel nach Dortmund. Und da waren die jeweils besten Offensiven der Ligue 1, respektive der Bundesliga: Unglaubliche 58 Saisontore alleine vom edlen Pariser Triumvirat um Mbappé, Neymar und Icardi; neun Tore für den BVB schon im neuen Jahr von der Attraktion Haaland.

Ob das Team von Trainer Favre gegen PSG eine Chance haben würde, hing ziemlich davon ab, welches Gesicht das Team mit dem Schweizer Bürki im Tor diesmal zeigen würde. Das eine, mit dem Dortmund zuletzt gegen Frankfurt 4:0 gewann. Oder das andere, das Dortmund jüngst beim Cup-Out in Bremen zeigte.

Es war das erste. Der BVB startete diszipliniert und - um dem beeindruckenden PSG-Sturm etwas entgegenzusetzen - mit einer massierten Abwehr, in der es für den Schweizer Akanji erneut keinen Platz gab. Richtig gefährlich wurde es erst in Halbzeit zwei: Erst staubte Haaland eine tolle BVB-Kombination nach unglaublichem Sprint zur Führung ab, dann antwortete Neymar auf Vorlage von Mbappé. Doch wiederum nur zwei Minuten später zog Haaland aus 17 Metern brachial ab - 2:1 für Dortmund.

Es ist für den BVB eine gute, aber aufgrund von Neymars Treffer keine ideale Ausgangslage für das Rückspiel in Paris. Auf Haaland aber scheinen sich die Borussen verlassen können.

Titelverteidiger Liverpool in Rücklage

Liverpools Trainer Jürgen Klopp hatte vor dem Spiel gegen Atletico Madrid gewarnt. «Auf uns wartet ein schwieriger Abend. Wenn es ein Team gibt, gegen das man in allen Bereichen in Bestform sein muss, dann ist es Atlético», sagte er. Und der Deutsche rief kurzerhand den italienischen Serienmeister Juventus als Favoriten auf den Titel aus.

Als es am Dienstagabend in Madrid losging, erkannte man bald, wie schwierig der Abend für Liverpool werden wird. Atlético war sofort bereit, bereits in der 4. Minute erzielte Saul Niguez nach einem Eckball das 1:0. Es war jenes Tor, welches der Aussenseiter benötigte, um sich genau so zu präsentieren, wie er es in den letzten Jahren so oft gegen individuell stärkere Teams getan hatte. Leidenschaftlich und aggressiv also, bestens organisiert im 4-4-2-System, angetrieben von Trainer Diego Simeone. Für den Argentinier hatte Klopp vor dem Hinspiel auch noch ein paar Worte parat: «Die Leute sagen, ich sei emotional an der Seitenlinie. Aber wenn ich auf Level vier bin, ist Diego auf Level zwölf. Gegen ihn bin ich der Kindergarten-Cop.»

Auch Salah ohne Wirkung

Liverpool war mit der unfassbaren Bilanz von 25 Siegen und einem Remis aus 26 Premier-League-Partien angereist, dominierte in Madrid optisch klar, war fast drei Viertel der Spielzeit im Ballbesitz, schlug viermal so viel Pässe. Die besten von wenigen Chancen jedoch besass Atlético. Alvaro Morata etwa scheiterte vor der Pause am prächtig reagierenden Alisson und traf den Ball Mitte der zweiten Halbzeit nicht wunschgemäss.

Liverpool tat sich derweil sehr schwer, selbst wenn zehn Akteure auch im siegreichen Final im letzten Frühling im gleichen Stadion gegen Tottenham in der Startformation gestanden hatten. Atlético raubte dem Gegner die Lust. Mohamed Salah rieb sich auf gegen Linksverteidiger Renan Lodi, einen 21-jährigen Brasilianer mit viel Potenzial in der Vorwärtsbewegung. Lodi verteidigte konzentriert, vor der Pause hautnah unterstützt von Simeone, der nahe an der Seitenlinie auf und ab tigerte und jede Aktion gestikulierend begleitete.

Simeones Team befindet sich im Umbruch und ist nicht mehr so stark wie vor ein paar Jahren. In der Liga liegt Atlético als Vierter weit hinter Real Madrid und dem FC Barcelona, in 24 Partien gelangen erst 25 Tore. Schwierig zu bezwingen aber ist die unbequeme Mannschaft immer noch, auf Liverpool wartet im Rückspiel eine komplizierte Aufgabe.

Das grösste Ziel der Engländer in dieser Saison aber ist die erste Meisterschaft seit 1990, die bei 25 Punkten Vorsprung auf Manchester City nahezu feststeht. Und die Qualifikation für die Champions League hat der FC Liverpool bereits 12 Spieltage vor Saisonende auf sicher.

Dortmund - Paris Saint-Germain 2:1(0:0) SR Lahoz (ESP). - Tore: 69. Haaland 1:0. 75. Neymar 1:1. 77. Haaland 2:1.Dortmund: Bürki; Piszczek, Hummels, Zagadou; Hakimi, Can, Witsel, Guerreiro; Sancho (90. Schmelzer), Haaland, Hazard (68. Reyna).Paris Saint-Germain: Navas; Marquinhos, Thiago Silva, Kimpembe; Meunier, Verratti, Gueye, Kurzawa; Di Maria (77. Sarabia), Mbappé, Neymar.Bemerkungen: Dortmund ohne Akanji, Hitz (beide Ersatz), Reus, Brandt und Delaney (alle verletzt). Paris Saint-Germain ohne Dagba und Diallo (beide verletzt). 81. Pfostenschuss von Neymar. Verwarnungen: 44. Witsel (Foul). 54. Gueye (Foul). 59. Neymar (Foul). 87. Meunier (Foul). 89. Verratti (Reklamieren).

Atlético Madrid - Liverpool 1:0 (1:0) SR Marciniak (POL). - Tor: 4. Saul Niguez 1:0.Atlético Madrid: Oblak; Vrsaljko, Savic, Felipe, Renan Lodi; Koke, Saul Niguez, Thomas, Lemar (46. Llorente); Correa (77. Costa), Morata (70. Vitolo).Liverpool: Alisson; Alexander-Arnold, Gomez, Van Dijk, Robertson; Henderson (80. Milner), Fabinho, Wijnaldum; Salah (72. Oxlade-Chamberlain), Firmino, Mané (46. Origi).Bemerkungen: Atlético Madrid ohne Trippier, Herrera und João Felix (alle verletzt). Liverpool ohne Shaqiri und Clyne (beide verletzt). Verwarnungen: 40. Mané (Foul). 45. Correa (Foul). 59. Gomez (Foul).

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